mini|Schubertstraße 2 Das Haus Schubertstraße 2 ist eine Villa im späthistoristischen Landhausstil in der Westvorstadt von Weimar.

Geschichte Zur Bauzeit der Villa hieß die Schubertstraße Bismarckstraße.Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 121. ISBN 978-3-939399-49-0 Die Villa wurde 1896/97 für den Amtsrichter Richard Deinhardt nach dem Entwurf von Rudolf Zapfe errichtet. Im Weimarer Adressbuch von 1906 wird eine „Finanzratsfrau Deinhardt“ als Eigentümerin genannt.Weimarer Adressbuch 1906, V. Abteilung, S. 137. Beim Ausbau des Dachgeschosses wurde 1936 an der Ostseite eine Gaube angefügt.

Der unterkellerte und verputzte zweigeschossige Backsteinbau steht in der östlichen Schubertstraße und ist um die Breite eines Vorgartens von der Straßenflucht zurückgesetzt. Dieser wird von einem Eisengitterzaun begrenzt. Sein Sockel ist schwach geböscht, mit Naturstein verblendet und von oben mit einem kräftigen Gesims abgeschlossen. Kennzeichnend für die Entstehungszeit ist der gestaffelte Aufriss der Fassaden, zu dem maßgeblich die Risalite, Erker und Loggien an der Süd- und Westseite und die damit einhergehende reich bewegte Dachlandschaft beitragen. So ist beispielsweise die westliche Achse der straßenseitigen Fassade als Risalit ausgeführt, der mit einem Fachwerkgiebel sowie einem Freigespärre verziert ist. Ein diagonal gestellter Vorbau an der Südostecke besitzt einen Spitzhelm zur Bekrönung. Der Hauseingang ist unter einem Vorbau an der Westseite angeordnet. Die Verschiedenartigkeit der verwendeten Materialien wie Putz, Naturstein, Holzfachwerk und Tonziegel mit ihren spezifischen Farben und Oberflächen sowie durch die Rhythmisierung der Wandflächen durch Öffnungen verschiedener Form und Größen wurde eine abwechslungsreiche malerische Gesamtwirkung erzielt. Die Vielfalt macht sich insbesondere an den Fachwerkpartien und deren Zierformen, den dekorativen Füllbrettern und den Schleierbrettern der Freigespärre bemerkbar.

Auch im Innern der Villa ist die Grundrissdisposition vielteilig. Dabei ist die zentral gelegene Diele das bestimmende Element. Sie enthält die Haupttreppe und erschließt die repräsentativen Haupträume im Parterre wie Herren- und Damenzimmer, Wohn- und Speisezimmer. Die Privaträume der Familie lagen im Obergeschoss. Zur bauzeitlichen Ausstattung gehören u. a. die Innentüren mit ihren Beschlägen und den mit Falt- und Maßwerk verzierten Füllungsbrettern, die Wandvertäfelung in der Diele und die zweiläufige verzogene Haupttreppe mit Wendepodest und Balustergeländer. Außerdem sind in den Haupträumen des Parterres Stuckdecken und Parkettfußböden erhalten geblieben. Bemerkenswert ist laut dem Kunsthistoriker Rainer Müller insbesondere das ehemalige Herrenzimmer im Südwesten mit umlaufendem Wandpaneel und einer kassettierten Holzdecke mit Intarsien imitierender Bemalung.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 811 f. Im Gebäude befand sich einst auch ein Kindergarten der Stadt Weimar.Schubertstraße 2 auf fotoarchiv.weimar.de

Weblinks Blick vom Sophienkrankenhaus auf das Haus Schubertstraße 2 auf fotoarchiv.weimar.de

Einzelnachweise

Kategorie:Wohngebäude in Weimar Kategorie:Kulturdenkmal in Weimar