mini|St.-Clemens-Kirche St. Clemens ist die römisch-katholische Kirche in Bockenem, einer Kleinstadt im Südosten des Landkreises Hildesheim in Niedersachsen. Die nach dem Heiligen Papst Clemens I. benannte Kirche gehört zur Pfarrgemeinde Maria Königin mit Sitz in Seesen, im Dekanat Alfeld-Detfurth des Bistums Hildesheim. Die Kirche steht nordöstlich der Altstadt von Bockenem auf dem Grundstück Am Alten Friedhof 6, an der Ecke zur Straße Volkersheimer Stieg.
Geschichte Nachdem Truppen des protestantischen Schmalkaldischen Bundes 1542 das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel erobert hatten, begannen Bemühungen, in Bockenem, das Sitz eines Archidiakonats war, die Reformation einzuführen. Erst nachdem Heinrich II., Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel, 1568 verstorben war und sein Sohn Julius die Regierung übernommen hatte, wurde die Reformation dauerhaft durchgesetzt.
Heilige Messen finden in Bockenem erst seit Anfang des 18. Jahrhunderts wieder statt. Zunächst fanden sie im Haus des Bürgermeisters statt, Johannes Günter Schaumburg (nach anderer Quelle Günther Schomburg)Heinrich Siebern, D. Kayser (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. II. Regierungsbezirk Hildesheim. 3. Der Kreis Marienburg. Hannover 1910, S. 22., der selbst katholisch war. In seinem Haus hatte er eine Kapelle einrichten lassen, die 1724 von Clemens August von Bayern, Fürstbischof des Bistums Hildesheim, anerkannt wurde. Unter Fürstbischof Clemens August wurde auch 1749 ein Geistlicher für Bockenem angestellt.
Am 6. Juni 1752 erfolgte in der Klosterstraße die Grundsteinlegung für eine katholische Kirche durch Generalvikar von Mallinkrodt, die 1758 fertiggestellt wurde. Zum Gedenken an Fürstbischof Clemens August, unter dem die Kirche erbaut wurde, bekam die Kirche das Patrozinium St. Clemens. Neben der Kirche wurde ein Pfarrhaus erbaut, ein gegenüber der Kirche befindliches Bürgerhaus wurde 1778 als Schulhaus erworben.
Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts wurde die Pfarrei Bockenem errichtet. 1832 wurde mit der Führung von Kirchenbüchern begonnen. Am 9. April 1847 zerstörte ein großer Stadtbrand den größten Teil der Gebäude in Bockenem, darunter auch die St.-Clemens-Kirche und das Pfarrhaus. Bereits in den Jahren 1847/48 konnte durch die Förderung der Regierung wieder eine katholische Kirche in Bockenem erbaut werden. Die geostete Kirche entstand im Baustil der Neugotik und stand auf dem Grundstück Kurze Burgstraße 7, an der Ecke zur Klosterstraße.Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.): Katholischer Gottesdienst in der Diözese Hildesheim. Hildesheim 1966, S. 26. Seit 1847 sind auch die in Bockenem geführten Kirchenbücher erhalten. 1895 wurde der Turm der Kirche mit einer Uhr der ortsansässigen Turmuhrenfabrik J. F. Weule ausgestattet, die bis zum Abriss der Kirche in Betrieb war und heute im Turmuhrenmuseum Bockenem ausgestellt ist.
Nachdem sich durch die Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa infolge des Zweiten Weltkriegs die Anzahl der Katholiken in Bockenem und Umgebung erheblich vergrößert hatte, wurde im rund drei Kilometer entfernten Bornum 1958/59 die Kirche St. Theresia vom Kinde Jesu errichtet, deren Benediktion am 25. Mai 1959 erfolgte. Auch die St.-Clemens-Kirche in Bockenem war nun für die gewachsene Kirchengemeinde zu klein und wurde im Juli 1976 abgerissen. Zuvor wurde nach Plänen des Architekten Sommer aus Hildesheim die heutige St.-Clemens-Kirche erbaut, deren Grundsteinlegung am 16. März 1974 erfolgte. Der Künstler Joseph Krautwald schuf den Kreuzweg.Kreuzweg St. Clemens Bockenem. Ottdruck, Bockenem 1979. Am 15. März 1975 nahm Bischof Heinrich Maria Janssen die Kirchweihe vor. 1975 wurden auch das angrenzende Gemeindezentrum und das Pfarrhaus erbaut.
Am 10. April 2010 erfolgte die Profanierung der Filialkirche in Bornum. Seit dem 1. September 2010 gehört die St.-Clemens-Kirche zur Seesener Pfarrgemeinde Maria Königin, die Pfarrei Bockenem wurde in diesem Zusammenhang aufgelöst. auf: bistum-hildesheim.de
Auch die Dekanatsstrukturen wurden im Bistum Hildesheim an veränderte politische Zugehörigkeiten und abnehmende Katholikenzahlen angepasst. Nachdem Bockenem Sitz einen eigenen Dekanates war, wurde dieses 1978 mit dem Dekanat Detfurth zum Dekanat Bockenem-Detfurth zusammengeschlossen. Am 1. Dezember 2002 erfolgte die Zusammenlegung der Dekanate Bockenem-Detfurth und Alfeld-Gronau zum heutigen Dekanat Alfeld-Detfurth.Urkunde über die Errichtung eines neuen Dekanates Alfeld-Detfurth. In: Kirchlicher Anzeiger für das Bistum Hildesheim. Ausgabe 8/2002 vom 26. September 2002, S. 203–204.
Siehe auch Liste der Kirchen im Bistum Hildesheim Clemenskirche
Literatur Festschrift anlässlich der Kirchweihe St. Clemens Bockenem am 15. März 1975. Ottdruck, 1975. Manfred Klaube: In: 1000 Jahre Kirche im Ambergau. Verlag und Druckerei J. Lühmann, Bockenem 2005, S. 90–95. Willi Stoffers: Handbuch des Bistums Hildesheim. Teil 1 - Region Hildesheim. Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.), Hildesheim 1992, S. 147–150. Willi Stoffers: Bistum Hildesheim heute. Hildesheim 1987, S. 22–23. Heinrich Siebern, D. Kayser (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. II. Regierungsbezirk Hildesheim. 3. Der Kreis Marienburg. Hannover 1910, S. 18–23.
Weblinks
Kirche auf Internetpräsenz der Pfarrei Kirche auf Internetpräsenz des Dekanates Kirchweihgedenken St. Clemens auf Internetpräsenz der ev.-luth. Kirchengemeinde Bockenem-Königsdahlum Turmuhr und Modell der Vorgängerkirche im Turmuhrenmuseum Bockenem
Einzelnachweise
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