mini|Margaret Elizabeth Gillespie, 1932 Margaret Elizabeth Cousins, geborene Gillespie, kurz auch Gretta Cousins (* 7. November 1878 in Boyle, County Roscommon; † 11. März 1954 in Adyar, Chennai. Madras), war eine irisch‑indische Pädagogin, Frauenrechtlerin und Theosophin.

Leben Cousins war die Tochter von Joseph Gillespie, einem Legal Clerk am Petty Sessions Court, und Margaret Annie Gillespie, geborene Shera. Als ältestes von 15 Geschwistern wuchs Cousins in einem unionistischen und methodistischen Haushalt auf.

1894 erhielt Cousins ein Stipendium für den Besuch der Victoria High School for Girls in Derry. 1898 zog sie nach Dublin und studierte Musik an der Royal Irish Academy of Music, bevor sie die Royal University of Ireland besuchte. 1902 schloss Cousins ihr Studium mit dem Bachelor of Music (BMus) ab. Nach ihrer Heirat mit James Cousins im Jahr 1903 arbeitete Cousins Teilzeitals Musiklehrerin. Während des Hochzeitsempfangs erklärte sie ihr Bekenntnis zum Vegetarismus, eine Lebensweise, der James Cousins folgte.

1906 trat Cousins nach der Teilnahme an einer Tagung der National Conference of Women (NCW) in Manchester dem irischen Zweig bei. 1907 besuchten sie und ihr Ehemann die London Convention der Theosophischen Gesellschaft, und sie knüpfte in London Kontakte zu Suffragetten, Vegetariern, Antivivisektionisten und Okkultisten. Ebenfalls Cousins war Vegetarierin und 1907 trat sie als Rednerin für die Vegetarian Society auf und engagierte sich in der Irish Vegetarian Society.

1908 gründete Cousins gemeinsam mit Hanna Sheehy-Skeffington die Irish Women’s Franchise League und fungierte als deren erste Schatzmeisterin, später dann als ehrenamtliche Sekretärin. Als eines ihrer einflussreichsten und öffentlichkeitswirksamsten Mitglieder sprach sie regelmäßig auf Freiluftversammlungen in Dublin sowie auf Wahlrechtstouren durch das Land, ungeachtet der gelegentlichen Feindseligkeit, mit der ihre Ansprachen bisweilen aufgenommen wurden. Die Wahlrechtszeitung Irish Citizen listet 1913 Veranstaltungen in Kerry, Donegal, Sligo, Enniskillen, Portrush und Mayo auf. 1909 war sie auch für die Women’s Social and Political Union (WSPU) tätig. 1910 gehörte sie zu sechs Frauen aus Dublin, die am sogenannten Parliament of Women teilnahmen, das versuchte, zum House of Commons zu marschieren, um dem Premierminister eine Resolution zu überreichen. Nachdem 119 Frauen verhaftet worden waren und 50 medizinische Behandlung benötigten, beschlossen die Suffragetten, aus Protest Fenster der Häuser von Kabinettsministern einzuschlagen. Cousins wurde verhaftet und zu einem Monat Haft im Holloway Prison verurteilt.

1913 wurden Cousins, Mabel Purser, Barbara Hoskins und Meg Connery nach dem Einschlagen von Fenstern am Dublin Castle während der Lesung der Second Home Rule Bill verhaftet und zu einem Monat Haft im Gefängnis von Tullamore verurteilt. Während ihrer Haft erkämpften sie sich nach einem kurzen und stark publizierten Hungerstreik erfolgreich den Status politischer Gefangener, der seinen Höhepunkt erreichte, nachdem Hoskins einen Herzinfarkt erlitten hatte.

1913 zogen die Cousins nach Garston, Liverpool, wo James Cousins in einer vegetarischen Lebensmittelfabrik arbeitete.Cousins hatte aber Schwierigkeiten in der lokalen Frauenwahlrechtskampagne Anschluss zu finden.

1915 erhielt James Cousins eine Stelle in Adyar, Madras, als Literaturredakteur der Zeitung New India, die von Annie Besant, der damaligen Präsidentin der Theosophical Society, gegründet worden war. Nachdem er einen Artikel veröffentlichte, der den Osteraufstand lobte, wurde er aber von ihr entlassen.

1916 wurde Cousins das erste nicht‑indische Mitglied der Indian Women’s University (heute die SNDT Women's University) in Poona. Ende 1916 zogen die Cousins nach Madanapalle, wo Cousins Englisch am von Besant neu gegründeten Madanapalle College unterrichtete, während James Cousins zum Vize‑Direktor ernannt wurde.

1917 war Cousins Mitbegründerin der Women’s Indian Association (WIA) zusammen mit Besant und Dorothy Jinarajadasa. Sie redigierte die Zeitschrift der WIA, Stri Dharma. 1919 und 1920 war Cousins die erste Leiterin der National Girls’ School in Mangalore. 1922 wurde sie die erste weibliche Magistratin in Indien. 1927 gründete sie die All India Women’s Conference mit, deren Präsidentin sie 1936 war.

1932 wurde sie wegen Reden gegen verhängte Notstandsmaßnahmen verhaftet und inhaftiert. Ende der 1930er Jahre wurde Cousins zunehmend bewusst, dass sie indigenen indischen Feministinnen Platz machen müsse.

Sie war Mitglied des Flag Presentation Committee, eines Ausschusses von 74 indischen Frauen unter der Leitung von Hansa Mehta bei der Verfassunggebenden Versammlung. Der Ausschuss überreichte der Versammlung am 14. August 1947 die Nationalflagge Indiens im Namen der Frauen Indiens.

Ab 1943 war Cousins infolge eines Schlaganfalls gelähmt. Sie erhielt finanzielle Unterstützung von der Regierung von Madras und später von Jawaharlal Nehru in Anerkennung ihrer Verdienste um Indien. Am 1. März 1954 starb Cousins im Alter von 75 Jahren in Adyar, Chennai. Ihr schriftlicher Nachlass ist über verschiedene Sammlungen weltweit verstreut.

Werke

Weiterführende Literatur

Einzelnachweise

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