mini|Frederik Christian Stiernholm, Photographie von Emil Rye. Frederik Christian Stiernholm (auch: Stjernholm; * 24. Januar 1822 auf Mors, Dänemark; † 25. April 1879, vermutlich in Kopenhagen, Dänemark) war ein dänischer Offizier, zuletzt im Range eines Generals und Chef des Generalstabs.
Biographie Ausbildung und frühe Karriere Stiernholm wurde auf dem Gut Gammellund als Sohn des Kapitäns Frederik Stiernholm und dessen Frau Caroline Charlotte (geb. Coch) geboren. Im Alter von 13 Jahren kam er nach Kopenhagen zu seinem Onkel und bestand 1838 die Aufnahmeprüfung für die Königliche Militärhochschule. 1842 schloss er diese als Sekondleutnant der Artillerie ab. Bereits 1843 wurde er in den Artilleriestab berufen und kurz darauf zum Premierleutnant befördert. Von 1846 bis 1847 bereiste er mehrere europäische Staaten, insbesondere Frankreich, um militärische Einrichtungen zu studieren. Sein besonderes Interesse galt der Herstellung von Schießbaumwolle, worüber er 1852 die Broschüre Om Pyroxyl veröffentlichte.
Schleswig Holsteinische Erhebung (1848–1851) Nach seiner Rückkehr wurde er Adjutant des Prinzen Friedrich von Hessen. Bei Ausbruch der Feindseligkeiten 1848 diente er zunächst als Wagenmeister beim linken Flankenkorps.
In dieser Funktion nahm er am 6. April 1848 am Gefecht bei Rinkenis (dänisch: Ringenæs) teil. Die Darstellung dieses Gefechts variiert in der zeitgenössischen Literatur: Während dänische Berichte den Tag als erfolgreiche Sicherung des linken Flügels für den Vormarsch auf Flensburg werten, beschreiben deutsch-orientierte Quellen wie Adolph Streckfuß, dass die schleswig-holsteinischen Vorhuttruppen die dänischen Spitzen erfolgreich stellten und zeitweise zurückdrängten.Adolph Streckfuß: Die Feldzüge in Schleswig-Holstein in den Jahren 1848 und 1849. Albert Sacco. Berlin. 1850. S. 88 f.
Trotz dieser unterschiedlichen taktischen Bewertung zeichnete sich Stiernholm durch besonnenes Handeln aus und nahm in der Folge an den Kämpfen bei Bau teil. Später wurde er Adjutant des Artilleriekommandanten Major Christian Julius de Meza, unter dem er in der Schlacht bei Schleswig kämpfte. In den Kämpfen bei Nybøl und Dybbøl zeichnete er sich erneut aus, was im Juni 1848 zu seiner Ernennung zum Kapitän führte.
Im Feldzug von 1849 diente er als Stabschef des Artilleriekommandos bei Kolding und Gudsø sowie in der Belagerung von Fredericia. Im Jahr 1850 nahm er am Gefecht bei Solbro (nahe Bollingstedt) teil, wo ihm ein Pferd unter dem Körper erschossen wurde. Am Tag darauf war er auch Teilnehmer der Schlacht bei Idstedt. Besondere Verdienste erwarb er sich als Artilleriekommandant bei der Verteidigung von Friedrichstadt; seine Geschütze trugen maßgeblich dazu bei, den feindlichen Sturm am 4. Oktober 1850 abzuwehren.
Administrative und diplomatische Laufbahn Seine Leistungen erregten die Aufmerksamkeit des dänischen Kriegsministers Christian Frederik Hansen, dessen Adjutant er von 1851 bis 1855 war. 1852 wurde er Hauptmann im Generalstab und 1854 zum Major befördert. In der Folge wurde er mit verschiedenen militärpolitischen Missionen betraut, unter anderem in Holstein und beim Deutschen Bund. Parallel dazu fungierte er ab 1853 vier Jahre lang als Gouverneur (Erzieher) des Kronprinzen Friedrich (des späteren Königs Friedrich VIII.). 1858 wurde er Stabschef unter Erbprinz Ferdinand beim 1. Generalkommando.
Der Deutsch-Dänische Krieg 1864 Bei Ausbruch des Deutsch-Dänischen Krieges 1864 diente Stiernholm zunächst als Stabschef der 1. Division unter Generalleutnant Gerlach und nahm am Gefecht bei Missunde teil. Nachdem Gerlach den Oberbefehl über die Armee übernommen hatte, wurde Stiernholm Stabschef des Oberkommandos. In dieser Funktion trug er maßgebliche Mitverantwortung für die Verteidigung der Düppeler Schanzen (: Dybbølstillingen). Er plädierte ab dem 13. April für eine Räumung der Stellung, was jedoch vom Ministerium in Kopenhagen abgelehnt wurde. Nach dem Fall von Düppel geriet er in einen Konflikt mit dem Kriegsministerium über die künftige Kriegsführung. Nach dem Verlust von Alsen blieb Stiernholm Generalstabschef, obwohl General Gerlach durch General Steinmann ersetzt wurde. Nach dem Friedensschluss wurde er mit dem Kommandeur 1. Grades des Dannebrogordens abgefunden.
Späte Jahre und Wirken als Generalstabschef Nach dem Krieg kehrte er zum Generalstab zurück und wurde 1865 dessen vorläufiger Chef und Oberst. Mit dem neuen Heeresgesetz von 1867 wurde der Posten des Generalstabschefs offiziell wiedereingeführt und Stiernholm zum General befördert. In seiner Amtszeit modernisierte er den Stab durch die Einführung von Generalstabsübungen, die Vorbereitung der militärischen Nutzung der Eisenbahn im Kriegsfall und die Initiierung historischer Aufarbeitungen der Kriege.
Aufgrund zunehmender gesundheitlicher Schwäche bat er 1879 um seinen Abschied, den er kurz vor seinem Tod erhielt. Er verstarb am 25. April 1879.
Persönliches Stiernholm galt als praktisch begabter und mutiger Offizier mit umfassenden Kenntnissen. Politisch war er sehr konservativ eingestellt. 1860 heiratete er Augusta Fredrika Ancker (geb. von Schoultz).
Literatur
Einzelnachweis
Kategorie:Artillerist (Dänemark) Kategorie:General (Dänemark) Kategorie:Befehlshaber (Dänemark) Kategorie:Person in der Schleswig-Holsteinischen Erhebung (Dänemark) Kategorie:Person im Deutsch-Dänischen Krieg (Dänemark) Kategorie:Kommandeur 1. Grades des Dannebrogordens Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1822 Kategorie:Gestorben 1879 Kategorie:Mann