Das Freilicht- und Heimatmuseum Haselünne ist ein kulturgeschichtliches Freilichtmuseum in der Stadt Haselünne im Emsland in Niedersachsen. Es widmet sich der Darstellung der Alltagskultur, des bäuerlichen Lebens sowie der Stadtgeschichte Haselünnes.

Das Museum besteht aus einem Ensemble historischer Fachwerkgebäude, die aus verschiedenen Orten der Region transloziert wurden, sowie einem Bauerngarten und einem stadtgeschichtlichen Archiv.

Geschichte Erste Bestrebungen zur Einrichtung eines Heimatmuseums in Haselünne reichen bis in das Jahr 1930 zurück, als der Heimat- und Verkehrsverein „Hasegau“ eine kleine Sammlung in der Stadtsparkasse präsentierte. Diese frühe Museumsinitiative zählt zu den ältesten im Emsland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Teile der Sammlung neu zusammengeführt. Eine nachhaltige Neugründung erfolgte ab den 1960er Jahren unter maßgeblicher Mitwirkung des langjährigen Vorsitzenden des Heimatvereins Haselünne, Friedrich Berentzen. Mit Unterstützung der Stadt Haselünne entstand ab 1964 auf einem am Stadtrand gelegenen Grundstück ein Freilichtmuseum.

Gebäude Das Museumsgelände umfasst acht historische Gebäude, darunter zwei unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhäuser: Haus Tiding (Eröffnung 1964), ein niederdeutsches Hallenhaus mit Bauhölzern aus dem 16. Jahrhundert Haus Klus (Eröffnung 1972), eines der ältesten erhaltenen Bauernhäuser Niedersachsens mit Hölzern aus dem frühen 16. Jahrhundert Kapelle (ehemaliges Backhaus) Schmiede Backhaus Zehntscheune, Rekonstruktion auf Grundlage eines Fundaments aus dem 17. Jahrhundert Haus Meyer zu Starten mit der sogenannten Schatzkammer Veranstaltungsgebäude Haus Büter

Die Gebäude wurden überwiegend aus dem Umland Haselünnes in das Museum transloziert und originalgetreu wiederaufgebaut.

Sammlung und Ausstellung Die Dauerausstellungen thematisieren die Alltags- und Arbeitswelt der Bürger Haselünnes (insbesondere als Ackerbürger), regionale Handwerke sowie die Stadtgeschichte Haselünnes. Gezeigt werden unter anderem Werkstätten (Schuster, Schmied, Böttcher), landwirtschaftliche Geräte, Wohn- und Küchenausstattungen sowie Objekte der Textilherstellung.

Ein bedeutender Bestandteil ist die archäologische Sammlung mit Funden aus der Stein- und Bronzezeit, darunter eine Kopie des sogenannten Haselünner Trichterbechers. Ergänzt wird das Angebot durch Sammlungen zur Postgeschichte, Numismatik sowie zur Geschichte der sudetendeutschen Heimatvertriebenen im Emsland.

Trägerschaft und Archiv Träger des Museums ist der Freilicht- und Heimatmuseum Haselünne e.V., der den Betrieb überwiegend ehrenamtlich organisiert, gemeinsam mit dem Heimatverein Haselünne e.V. Seit 2023 wird die Arbeit durch eine hauptamtliche Stelle unterstützt.

Zum Museum gehört ein umfangreiches Archiv zur Stadtgeschichte Haselünnes mit Urkunden, Fotografien, Zeitungen und weiteren historischen Quellen, das von einem ehrenamtlichen Team betreut wird.

Aktuelle Entwicklung Nach einer Phase des Rückgangs der Aktivitäten wurde ab 2023 eine strukturelle und inhaltliche Neuausrichtung des Museums eingeleitet. Dazu zählen der Ausbau regelmäßiger Öffnungszeiten und Führungen, neue Veranstaltungsformate sowie die Weiterentwicklung der museumspädagogischen Angebote.

Literatur Katja Kuhlmann: Erwacht aus dem Dornröschenschlaf: Freilicht- und Heimatmuseum Haselünne. In: Studiengesellschaft für emsländische Regionalgeschichte (Hrsg.): Emsländische Geschichte, Bd. 31.

Weblinks

Offizielle Website des Freilicht- und Heimatmuseums Haselünne Website des Heimatvereins Haselünne

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