Joachim Studtmann (geboren 1897; gestorben 1977Karljosef Kreter: 100 Jahre Hannoversche Geschichtsblätter, in: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge 52 (1998), S. 411ff., v.a.S. 413, 414 in Peine)Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete Bde. 43–44, Hefte 65–72 (1977), S. 232; Vorschau über Google-Bücher war ein deutscher Historiker und Archivar.Angaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Leben Nach seinen Studien, die er 1931 an der Georg-August-Universität Göttingen mit seiner Dissertation über die Pönformel der mittelalterlichen Urkunden schloss, wurde Joachim Studtmann Mitarbeiter im Stadtarchiv Hannover, wo er langjährig unter Karl Friedrich Leonhardt tätig war, später auch kurzzeitig unter dem Stadtarchivdirektor Karl August Thiel.

Zur Zeit des Nationalsozialismus hielt Studtmann – vier Wochen nach den Novemberpogromen 1938 – einen vom Historischen Verein für Niedersachsen organisierten „aktuellen Vortrag“ über Die Juden in der Altstadt Hannover. Dieser wurde unter anderem wie folgt vorgestellt: „Noch im November 1938 konnten mehr als achthundert dieser unerwünschten Eindringlinge abgeschoben werden, deren Stern nun für alle Zeit in Hannover untergegangen ist. – Die reich mit Zahlenangaben unterbauten Darlegungen von Dr. Studtmann gewährten einen aufschlußreichen Einblick in das Judentum der Altstadt und seine Gefahren, in deren Bekämpfung sich der gesunde Abwehrwille unserer Altvordern mit den Bestrebungen unserer Zeit begegnet.“

In der Nachkriegszeit und nach seinem Entnazifizierungsverfahren wurde Studtmann aufgrund seiner NS-Vergangenheit nicht wieder bei der Stadt Hannover beschäftigt.

Schriften (Auswahl) Die Pönformel der mittelalterlichen Urkunden.Ihre formale Entwicklung und tatsächliche Bedeutung, Philosophische Dissertation 1931 an der Universität Göttingen, in: Archiv f. Urkundenforschung, Bd. 12, Berlin 1932 Nikolaus Steno. Der größte Naturforscher seiner Zeit, ein Apostel der norddeutschen Diaspora, Hildesheim: Borgmeyer Verlag, 1934 Die Hauptstadt Hannover ( = Familiengeschichtlicher Wegweiser durch Stadt und Land, Heft 5), Leipzig: Degener, 1936 Die Neubürger und Brauer der Altstadt Hannover. 1549/50–1699 ( = Die Bürgerbücher der Altstadt Hannover, Bd. 2) ( = Veröffentlichungen der Hauptstadt Hannover, Reihe A, Teil I, Bd. 2), Hannover: Der Oberbürgermeister, 1941 ( = Quellen und Darstellungen zur Bevölkerungskunde der Stadt Hannover, Bd. 2 = Bibliothek familiengeschichtlicher Quellen, Bd. 10), Marktschellenberg-Berchtesgaden: Degener, 1941 Die Alt- und Neustadt Hannover 1689. Erläuterungen zum Stadtplan ( = Veröffentlichungen der Hauptstadt Hannover, Reihe A: Quellen, Bd. 3, Beilage), Hannover: Der Oberbürgermeister, 1941 ( = "Studien zur Volkskörperforschung Niedersachsens, Bd. 2, Teil 2), Hannover: Verlag M. & H. Schaper, Hannover) ( = Ostfälische Familienkundliche Kommission: Sonderveröffentlichung Nr. 18) Joachim Studtmann (Bearb.): Die Kopfsteuerbeschreibung der Alt- und Neustadt Hannover sowie der Fürstlichen Kanzlei von 1689, Teil 2 der von Dr. Max Burchard herausgegebenen Kopfsteuerbeschreibung der Fürstentümer Calenberg-Göttingen und Grubenhagen von 1689, Carl Hostmann und die Bergbau- und Hütten-Gesellschaft zu Peine ( = Schriften der wirtschaftswissenschaftlichen Gesellschaft zum Studium Niedersachsens e.V.), N.F. Bd. 35 Veröffentlichungen, Bd. 35, Hannover: Wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaft zum Studium Niedersachsens e.V., 1953; Inhaltsverzeichnis Wappen und Farben der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft ( = Calenberg-Grubenhagensche Studien, Heft 3), Göttingen: Reise 1968

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Einzelnachweise

Kategorie:Absolvent der Georg-August-Universität Göttingen Kategorie:Archivar (Hannover) Kategorie:Mittelalterhistoriker Kategorie:Diplomatiker Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1897 Kategorie:Gestorben 1977 Kategorie:Mann