mini|Verbreitungsgebiet des Weißstirnvireos

Der Weißstirnvireo (Vireo plumbeus) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).Weißstirnvireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 15. Januar 2026.P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF

Der Vogel kommt in den USA von Montana und South Dakota südlich bis Honduras vor.

Die Art wurde früher als konspezifisch mit dem Graukopfvireo (Blaukopfvireo) (Vireo solitarius) und dem Cassinvireo (Vireo cassinii) angesehen und als „Solitary Vireo“ (Vireo solitarius sensu latu) bezeichnetAmerican Ornithologists' Union: Check-list of North American Birds. 5. Auflage, 1957, Biodiversity Library, dann aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen aufgespalten in drei separate Arten.N. K. Johnson: Speciation in Vireos: 1. Macrogeographic Patterns of Allozymic Variation in the Vireo solitarius Complex in the Contiguous United States. In: The Condor, Band 97, S. 903-919, 1995, doi:10.2307/1369530American Ornithologists’ Union: Forty-first Supplement to the American Ornithologists’ Union Check-list of North American Birds. In: The Auk, Band 114, Heft 3, S. 542–552, 1997, doi:10.2307/4089270

Der Lebensraum umfasst im Brutgebiet bevorzugt Bergwald mit Koniferen von 1150 bis 2500 m, auch in trockenem Galeriewald oberhalb von 920 m. Typischerweise ist die Art in Wäldern mit Gelb-Kiefern (Pinus ponderosa) anzutreffen. Während des Vogelzuges werden als Rastgebiete ähnliche Habitate genutzt, aber vermehrt auch Bewuchs in Gewässernähe. Die Überwinterung erfolgt auch in tiefer gelegenen Gegenden bis Meereshöhe wie Auwälder in Tieflandgebieten, Pappeln und Weiden, sowie dichte Prosopis-Bäume und kommt auch in Städten vor.B. Goguen, und D. R. Curson: Plumbeous Vireo (Vireo plumbeus), version 1.0. In: A. F. Poole (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Vireo plumbeus

Der Artzusatz kommt von .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.

Merkmale Die Art ist 12–14 cm groß und wiegt zwischen 12 und 20 g. Die Oberseite ist gleichmäßig grau, der Bürzel etwas olivgrün überhaucht. Am Kopf findet sich ein breiter weißer Streifen oberhalb der Zügel und ein weißer, durch den grauen Zügelstreif unterbrochener Augenring. Flügel und Schwanz sind schwärzlich grau, hinzu kommen zwei breite Flügelbinden, die äußeren Steuerfedern tragen breite weiße Ränder. Die Unterseite ist cremeweiß, die Brustseiten etwas grauoliv, die Flanken sehr blass schwefelgelb oder matt weiß. Während der Brutzeit ist das Weibchen an einem gefäßversorgten Brutfleck zu unterscheiden, Jungvögel sehen wie Altvögel im Schlichtkleid aus. Der Schnabel ist überwiegend schwarz, die Basis des Unterschnabels blass bläulich grau, bei Nestlingen zunächst gelb dann bräunlich mit etwas Gelb. Die Iris ist braun, die Beine und Füße sind graublau.

Nicht immer ist die Art vom Cassinvireo (Vireo cassinii) und dem Graukopfvireo (Vireo solitarius) zu unterscheiden. Der Cassinvireo sieht am ähnlichsten aus und kommt außerhalb des Brutgebietes zusammen mit dem Weißstirnvireo vor, er ist etwas kleiner, am Rücken grüner, am Kopf etwas brauner grau mit gelblich weißen Flügelbinden und Unterschwanzdecken und ist an den Flanken heller und deutlicher gelb, auch ist der Schnabel etwas kleiner, die Flügel und der Schwanz sind tendenziell kürzer. Der Kontrast zwischen dunklem Kopf und weißer Kehle ist weniger ausgeprägt. Der Graukopfvireo ist etwas kleiner und ein wenig farbenfroher: hell olivgrün am Rücken mit schwefelgelben Flanken und gelblichen Unterschwanzdecken. Der Grauvireo (Vireo vicinior), der im Südwesten der USA im gleichen Lebensraum vorkommt, ist kleiner, hat keinen weißen Streifen oberhalb des Zügels, auch keine Flügelbinden, aber eine rein weiße Unterseite. Der Augenring ist nicht unterbrochen, die Flügel sind kürzer, der Schwanz deutlich länger. Der Huttonvireo (Vireo huttoni) kommt in Mexiko, Texas und Südostarizona im gleichen Gebiet vor, ist deutlich kleiner, an der Oberseite grüner, unten gelber ohne weißen Streifen oberhalb der Zügel.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblersAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 V. p. plumbeus , 1866, Nominatform – Westküste der USA (Idaho, Wyoming, Montana und South Dakota südlich bis Kalifornien, Arizona und Texas) südlich bis Mexiko (Guerrero und Oaxaca); überwintert von Südarizona bis Westmexiko. Mit eingeschlossen werden V. p. pinicolus , 1934A. J. Von Rossem: Vireo solitarius pinicolus. In: Bulletin of the Museum of Comparative Zoology, Band 77, S. 467, 1934, Biodiversity Library, V. p. repetens , 1939A. J. Von Rossem: Vireo solitarius repetens. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 52, S. 11, 1939, Biodiversity Library und V. p. jacksoni (, 1974)H. C. Oberholser: Solivireo solitarius jacksoni. In: Bird Life Texas, Band 2, S. 709, Biodiversity Library V. p. gravis , 1991A. R. Phillips: Vireo (solitarius ?) gravis. In: The known birds of North and Middle America, Band 2, S. 193, 1991 – Mexiko in Hidalgo, Veracruz und Puebla, wie Nominatform, aber Scheitel dunkler, Armschwingen eher olivfarben berandet, insgesamt größer, Flügelspannweite > 83 mm V. p. notius , 1933J. Van Tyne:  Vireo solitarius notius. In: Occasional Papers of the Museum of Zoology, University of Michigan, Heft 256, S. 2, 1933, Deepblue – Belize, Größe und Spannweite wie V. p. montanus, aber Färbung meist wie V. p. plumbeus, vereinzelt grünerer Mantel und gelbere Flanken V. p. montanus , 1933A. J. Von Rossem: Vireo solitarius montanus. In: Transactions of the San Diego Society of Natural History, Band 7, Heft 24, S. 285, 1933, Biodiversity Library – vom Südosten Oaxacas und Chiapas südlich über Guatemala und Honduras bis Nordnicaragua, Färbung eher wie die Nominatform des Cassinvireos als wie der V. p. plumbeus mit grünem Mantel, blaugrau abgesetztem Scheitel und grünlich gelben Flanken, Flügelspannweite unter 75 mm

Es wurden Hybride zwischen dem Gelbkehlvireo (Vireo flavifrons) und dem Weißstirnvireo Vireo flavifrons x plumbeus sowie zwischen dem Graukopfvireo (Vireo solitarius) und dem Weißstirnvireo Vireo solitarius x plumbeus nachgewiesen.

Stimme Bei den Lautäußerungen des Männchen kann neben dem Standardgesang ein komplexes Repertoire unterschieden werden. Zusätzlich können beide Geschlechter Schwatzrufe, Warnrufe und Kontaktrufe von sich geben wie „wurp“ und „oodle“. Der Standardgesang des Männchens besteht aus einer Folge hastiger Phrasen mit Pausen von mehr als 1 s getrennt. Diese Phrasen bestehen aus 2 bis 4 Lauten und wechseln gern zwischen ansteigend und absteigend ab: „ch'reeh ch'roo ch'reeh ch'roo“ oder „ch'ree chi-ri'eet ch'ree ch'ree-oo“. Ergänzt werden kann der Gesang durch eine Vielfalt aus schwatzhaften Lauten, Trillern und Singen in schnellen und scheinbar zufälligen Kombinationen, das Ganze ohne Pause, laut und kräftig, oft über mehr als 15 s.

Der Gesang des Graukopfvireo (Vireo solitarius) ist langsamer, weniger melodiös. Die Lautäußerungen des Cassinvireos (Vireo cassinii) sind großteils nicht zu unterscheiden.

Lebensweise Die Art ist insgesamt ein Teil- und Mittelstreckenzieher, die nördliche Unterart V. p. plumbeus verlässt das Brutgebiet vollständig über den Winter, die Unterart V. p. repetens ist wahrscheinlich und V. p. notius sowie V. p. montanus sind sicher Standvögel. Die Rückkehr im Frühling erfolgt überwiegend im Mai, bei den westlichen Vogelgruppen früher, die Winterwanderung findet im September statt.

Die Nahrung besteht nahezu ausschließlich aus Gliederfüßern, im Winter können Früchte und Pflanzen hinzu kommen. Die Art ist für eine Brutsaison monogam. Zur Balz stellt sich das Männchen dem Weibchen gegenüber, schwankt rhythmisch von einer Seite zur anderen, plustert seine gelblichen Flankenfedern auf, breitet die Flügel leicht aus und fächert den Schwanz auf und drückt ihn nach unten drückt. Dabei gibt er leise Kontaktrufe von sich.

Die Brutzeit beginnt ab Mai und endet Ende Juni. Das Nest ist eine offene Schale aus Gras, Rinde und Fasern, Haaren in eine Astgabel mit Spinnenweben gehängt, außen oft mit Moos und Flechten getarnt. Das Gelege besteht aus 3–5, meist 4 cremeweißen Eiern mit einzelnen braunen oder schwarzen Flecken. Beide Elternvögel brüten etwa 14 Tage.

Nesträuber ist häufig der Braunkopf-Kuhstärling (Molothrus ater), oder auch der Rotaugenkuhstärling (Molothrus aeneus) ebenso wie der Diademhäher (Cyanocitta stelleri).

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur E. Coues: Vireo plumbeus. In: Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia, Band 18, S. 74, 1866, Biodiversity Library T. E. DeMarco, C. B. Goguen, D. R. Curson und N. E. Mathews: Breeding behavior of the Plumbeous Vireo in New Mexico. In: Western North American Naturalist, Band 60, Heft 4, S. 394-402,2000, online

Weblinks

Macaulay Library

Einzelnachweise

Kategorie:Vireos