Die Wohnhausgruppe Waldstraße 3 bis 11 in Bremerhaven-Geestemünde, Ortsteil Bürgerpark, wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Sie wird aktuell (2026) zum Wohnen genutzt.

Die Gebäude stehen seit 2024 unter bremischem Denkmalschutz.

Geschichte Die Gemeinde Geestemünde und Bremerhavener Bürger planten am Ende des 19. Jahrhunderts die Anlage eines Bürgerparks, der 1908 eröffnet wurde. Die Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven von 1862 erhielt 1914 die neue Streckenführung zum Bahnhof Geestemünde-Bremerhaven (heute Bremerhaven Hauptbahnhof), welche die Gemeinde städtebaulich teilte. Die Gründung des Waldvereins von 1900 und die Wahl eines Geländes jenseits (östlich) der geplanten Bahnlinie führte im Juli 1908 zu einer regen Bautätigkeit in unmittelbarer Nähe der neuen Parkanlage.

Die Waldstraße, die kurz vor dem Parktor in südlicher Richtung von der Bismarckstraße abzweigt, wurde ab 1911 bebaut. Hier entstanden die ersten Häuser eines später bis zur Schiffdorfer Chaussee ausgedehnten Villengebiets. In seltenen Fällen wurden hier Einzelvillen gebaut, sondern zumeist bürgerliche Wohnhäuser, die äußerlich den Eindruck eines Einfamilienhauses erwecken, tatsächlich aber für zwei Familien ausgelegt waren. So auch die fünf Wohnhäuser Waldstraße 3 bis 11, die 1912, 1914 und 1925 entstanden. Bauherren der Häuser Waldstraße 3/9 waren Seelotsen, die hier auch wohnten.

Das Ensemble besteht aus Zweifamilienhäusern mit zumeist Walmdächern: Nr. 3 und 5: zweigeschossiges, verputztes Doppelwohnhaus von 1912 nach Plänen des Baugeschäfts Wilhelm Krone für zwei Lotsen, mit straßenseitigen Erkern, Eckpilastern und fantasievollen, seemännischen Dekorationsformen des Jugendstils Nr. 7: eingeschossiges, verklinkertes Haus Wohlgemuth von 1914 (Garage 1934) nach Plänen des Architekten Eduard Ehbrecht für den Seelotsen Martin Wohlgemuth, mit Mansarddach und Erkern Nr. 9: eingeschossiges, verklinkertes Haus Harms von 1914 nach Plänen des Architekten Eduard Ehbrecht für den Lotsen H. Harms, mit Mansarddach, Gauben, Uhlenlochmotiv und Erker Nr. 11: zweigeschossiges, verklinkertes Haus Schau von 1925 nach Plänen des Baugeschäfts Hoffmeyer und Huss für den Schiffbauingenieur Franz Schau, im Backsteinexpressionismus, mit Walmdach, Dachhaus und Kraggesims, Erker mit Balkonen, Klappläden, Gitter mit Rautenmuster, seitlichem Eingangs-Risalit und Natursteinreliefs mit Schiffsmotiven.

Das Landesamt für Denkmalpflege Bremen befand: „… Dadurch, dass die Wohnhausgruppe geschlossen in ihrem historischen Kontext überliefert ist, lässt sich an ihr die Entwicklung des Villenviertels am Bürgerpark ablesen ….“

Literatur Architektenkammer Bremen (Hg.): Architektur in Bremen und Bremerhaven, Worpsweder Verlag 1988

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Einzelnachweise

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