mini|Blick auf den Gurtenpark mit Gurtenbahn, Hotel und Aussichtsturm (2007) Der Gurten–Park im Grünen ist ein Naherholungsgebiet auf dem Berner Hausberg Gurten. Der Park im Grünen liegt auf dem Gemeindegebiet von Köniz und umfasst eine Fläche von rund 10 ha. Der höchste Punkt liegt auf 858 m. ü. M. Der Park bietet Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten und verzeichnet jährlich rund 1 Million Besucher.Geschäftsbericht der Gurtenbahn 2024. Der Gurten-Park im Grünen ist Teil des gesellschaftlichen Engagements des Kulturprozents der Migros Aare.
Der Gurten, der Berner Hausberg, wurde 1995 durch eine Volksabstimmung in die Verantwortung der Stiftung Gurten – Park im Grünen übergeben, bestehend aus der Stadt Bern, der Gemeinde Köniz und der Migros. Ziel der Stiftung ist die Erhaltung und Weiterentwicklung des Naherholungsgebiets sowie die Förderung kultureller Veranstaltungen.
Lage und Zugang Der Gurten liegt südlich von Bern und erreicht eine Höhe von 858 Metern über Meer. Der Park ist mit der Gurtenbahn erreichbar, die von Wabern aus startet. Alternativ kann der Gurten auch über verschiedene Wanderwege erklommen werden.
Geschichte 1898 erwarb der Winterthurer Unternehmer Fritz Marti die Gurtenanhöhe mit rund 15 Hektar Land. Im selben Jahr eröffnete er die Wirtschaft «Chutzengut», um Gäste zu bewirten. Der Gurten entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugsziel, was Marti dazu veranlasste, neben der Wirtschaft eine grosse Trink- und Festhalle mit Platz für etwa 400 Gäste zu errichten. Um den Zugang zum Berg zu erleichtern, gründete er die Elektrische Gurtenbahn AG, die kurze Zeit später eine der modernsten Standseilbahnen ihrer Zeit in Betrieb nahm. Zusätzlich wurde auf dem Gurten der damals grösste Kinderspielplatz von Bern eröffnet, um auch der jüngeren Generation Unterhaltung und Vergnügen zu bieten.
Der Berner Architekt Albert Gerster erhielt von Fritz Marti den Auftrag, ein Kurhotel auf dem Gurten zu errichten. Das «Kurhotel Gurten Kulm» mit 30 Zimmern wurde 1901 feierlich eröffnet. Gerster, dessen Werke wie das Hotel Bristol, das Warenhaus Loeb und zahlreiche Wohnhäuser sowie Villen in den Aussenquartieren das Stadtbild von Bern bis heute prägen, schuf mit dem Kurhotel ein weiteres bedeutendes Bauwerk. Die Hotelbroschüre aus jener Zeit warb mit modernen Annehmlichkeiten wie elektrischem Licht, Zentralheizung, kalten und warmen Bädern, Duschen, Schwitzbädern, hochwertigem Quellwasser und einer exquisiten Küche. Die bereits elektrisch betriebene Gurtenbahn machte den Gurten zu einem Symbol für die touristische Moderne.
Ab 1913 versuchte der Neffe von Fritz Marti, die gesamte Gurtenanlage zu verkaufen. Die Stadt Bern zeigte Interesse am Erwerb, doch eine Einigung konnte erst nach zwölf Jahren erzielt werden. 1925 stimmte die Mehrheit der Berner Bevölkerung dem Kauf der Gurtenwiese zu, um diesen beliebten Ausflugsort für die Stadtbewohner zu erhalten.
1983 wurde das sanierungsbedürftige Hotel in der Stadt Bern geschlossen. Ein provisorisches Selbstbedienungsrestaurant blieb vorübergehend für Besucher geöffnet. Der Betrieb erlebte einen kontinuierlichen Niedergang, der Ende der 1980er Jahre seinen Tiefpunkt erreichte, als Warnschilder mit der Aufschrift „Betreten verboten. Einsturzgefahr!“ angebracht wurden.
Die Migros bemühte sich bereits in den 1970er Jahren um die Übernahme des Gurtens, scheiterte jedoch an den Interessen der Stadtregierung, die allein keine nachhaltige Entwicklung des Areals erzielen konnte. Im Jahr 1992 wandte sich die Stadt Bern erneut an die Migros mit der Bitte, auf dem Gurten einen «Park im Grünen» zu realisieren. Ziel war es, den Gurten für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, einen attraktiven Gastronomiebetrieb zu etablieren und ein vielseitiges Freizeit-, Sport- und Kulturangebot zu schaffen.
Die Migros stellte dafür klare Bedingungen: Der Betrieb sollte von einer Stiftung geführt werden, bei der die Migros die Mehrheit innehatte. Zudem musste das Stadtland zinslos im Baurecht an die Stiftung abgetreten werden. Weitere Voraussetzungen waren die Sanierung der Gurtenbahn und der Ausbau des Parkhauses bei deren Talstation. Die Mehrheit des Stadtparlaments sowie die Zustimmung von 89,9 % der Stimmberechtigten bei der Volksabstimmung von 1995 ermöglichten die Gründung der Stiftung Gurten – Park im Grünen. Diese Stiftung, bestehend aus der Stadt Bern, der Gemeinde Köniz und der Migros, verfolgt bis heute das Ziel, das Naherholungsgebiet zu erhalten, auszubauen und kulturelle Veranstaltungen auf dem Gurten zu fördern.
1997 begannen die umfassenden Arbeiten auf dem Gurten, die von der Migros mit über 33 Millionen Franken vollständig finanziert wurden. Das historische Kurhaus wurde renoviert und wiederhergestellt.
Angebote und Attraktionen mini|Aussichtsturm Der Gurten – Park im Grünen bietet verschiedene Freizeitmöglichkeiten:
Grünflächen und Wanderwege Aussichtsturm Spielplatz und Kinderattraktionen Gurtenbahn Restaurant Gurtners Familienrestaurant Huusbüffe verschiedene Eventlocations
Naturschutz und Nachhaltigkeit Als „Park im Grünen“ legt der Gurten besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und den Schutz der Natur. Die Grünflächen werden gepflegt, und es wird darauf geachtet, die natürliche Umgebung zu bewahren.
Einzelnachweise
Kategorie:Parkanlage in der Schweiz Kategorie:Köniz Kategorie:Migros