Krenakanthus ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Bromelioideae innerhalb der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die nur zwei Arten kommen nur im Campos Rupestres und damit zusammenhängenden Vegetationsformen im Tal des Rio Doce im östlichen Teil des brasilianischen Bundesstaates Minas Gerais vor.

Beschreibung Vegetative Merkmale Krenakanthus-Arten wachsen als immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen. Bei einer Art sind die Sprossachsen verlängert und bei der anderen gestaucht. Die vegetative Vermehrung erfolgt durch Kindel.

Die Laubblätter sind an einer gestauchten Hauptachse in einer grundständigen Rosette oder wechselständig an relativ langen Sprossachsen angeordnet und in Blattscheide sowie -spreite gegliedert. Die unbedeutende Blattscheide ist dicht bewehrt. Die einfachen, relativ dünnen – außer in einer etwas dickeren mittleren Zone zu ihrer Basis hin, ledrigen, parallelnervigen Blattspreiten sind schmal-lanzettlich mit zugespitztem und beschwänztem oberen Ende und sie verschmälert sich nicht zur Basis hin. Je nach Art sind die Blattflächen verkahlend bis kahl oder dicht mit haarähnlichen aus einer einzigen Reihe von Zellen bestehenden Trichomen bedeckt. Der gewellte Blattrand ist dicht bewehrt.

Generative Merkmale Bei der einen Art ist kein Blütenstandsschaft erkennbar, wie bei Cryptanthus und bei der anderen ist er sehr kurz und grünlich-weiß mit einfachen, haarähnlichen Trichomen. Die Hochblätter am Blütenstandsschaft und Tragblätter im Blütenstand sind laubblattähnlich und auch die Farbe ist den Laubblättern gleich. Der einfache oder nur im unteren Bereich wenig verzweigte, schirmrispige Blütenstand mit nur ein bis zwei Teilblütenständen, in denen jeweils zwei bis vier Blüten enthalten sind. Die häutigen, durchscheinenden, kahlen oder behaarten Deckblätter mit zugespitzt-geschwänztem oberen Ende und sind sie je nach Art kürzer als die Kelchblätter oder deutlich länger. Es sind keine Blütenstiele erkennbar.

Die mindestens bei der einen Art duftenden Blüten sind leicht zygomorph und dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Die drei ungleichen Kelchblätter sind von der Basis an bis zu 7 Millimeter verwachsen. Es ist kein Blütenbecher vorhanden. Die drei bis zu ihrer Basis freien Kronblätter sind von einer sehr schmalen Basis aus breit-spatelförmig. Bei der einen Art sind die Kronblätter von der Basis aus grünlich-weiß sowie zum oberen Ende hin rosa-lilafarben bis lila-purpurfarben und bei der anderen an der Basis weiß bis grün sowie am breiten Abschnitt lilafarben. Die Kronblätter sind bei der Anthese ausbreitet und danach schlaff. Jedes Kronblatt besitzt an seiner Basis bei der einen Art zwei Schüppchen (Ligulae) und bei der anderen Art zwei Schwielen. Es liegt Homogamie vor, die männlichen und weiblichen Blütenorgane sind also gleichzeitig reif. Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden; sie sind tief in der Blütenkrone verborgen. Von den deutlich verschieden langen Staubfäden sind die des inneren Staubblattkreises mit der Basis der Kronblättern verwachsen und die des äußeren Staubblattkreises sind frei. Nur bei der einen Art sind die Staubbeutel ab der Basis für etwa 1/3 dorsifix. Die Pollenkörner sind sulcat sowie oblat. Drei Fruchtblätter sind zu einem dreikantigen, unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Es sind viele stumpfe Samenanlagen in medianer bis apikaler Plazentation. Der weiße Griffel sind gleich lang oder höchsten etwas länger als die Staubblätter des inneren Staubblattkreises und kürzer als die des äußeren Staubblattkreises. Die dreilappige Narbe ist gefaltet sowie spiralig mit verlängerten sowie papillösen Narbenlappen.

Die Blütenformel lautet .

Die haltbaren Kelchblätter sind etwa dreimal solang wie die Frucht. Die fast kugeligen Beeren enthalten viele Samen. Die Samen der beiden Arten sind sehr unterschiedlich.

Systematik und Verbreitung Taxonomie Die Erstveröffentlichung des Namens Krenakanthus erfolgte 2017 als Untergattung Orthophytum subgen. Krenakanthus durch Elton M. C. Leme, S. Heller und Georg Zizka in Elton M. C. Leme, S. Heller, Georg Zizka und Heidemarie Halbritter: New circumscription of Cryptanthus and new Cryptanthoid genera and subgenera (Bromeliaceae: Bromelioideae) based on neglected morphological traits and molecular phylogeny. in Phytotaxa, Volume 318, Issue 1, S. 1–88 mit der Art Orthophytum roseolilacinum aufgestellt. Den Rang einer Gattung Krenakanthus hat sie 2022 durch Elton M. C. Leme, Georg Zizka und Juraj Paule in Elton M. C. Leme, Georg Zizka, E. H. De Souza, Juraj Paule, J. D. T. De Carvalho, J. E. A. Mariath, Heidemarie Halbritter, O. B. C. Ribeiro: New genera and a new species in the “Cryptanthoid complex” (Bromeliaceae: Bromelioideae) based on the morphology of recently discovered species, seed anatomy, and improvements in molecular phylogeny. In: Phytotaxa, Volume 544, S. 128–170 erhalten und damit ist der Name der Typusart Krenakanthus roseolilacinus . Der botanische Name Krenakanthus setzt sich zusammen aus Krenak, einem indigenen Volk aus diesem Gebiet und anthus für „Blüte“, bedeutet als Blüte der Krenak.

Äußere Systematik und Abgrenzungen zwischen den nah verwandten Gattungen Die Gattungen Krenakanthus, Lapanthus, Forzzaea, Orthophytum, Rokautskyia, Sincoraea und Cryptanthus gehören zum Cryptanthoid-Komplex in der Unterfamilie Bromelioideae innerhalb der Familie Bromeliaceae. Bei dieser Verwandtschaftsgruppe gibt es noch laufend Änderungen.

Arten und ihre Verbreitung In der Erstveröffentlichung 2017 war diese Gattung monotypisch; 2023 kam noch eine Art hinzu.

Beide Krenakanthus-Arten kommen nur im Campos Rupestres und damit zusammenhängenden Vegetationsformen im Tal des Rio Doce im östlichen Teil des brasilianischen Bundesstaates Minas Gerais vor. Es sind terrestrisch oder lithophytisch lebende Arten.

Es gibt nur zwei Krenakanthus-Arten (Stand 2025): Krenakanthus roseolilacinus (Syn.: Orthophytum roseolilacinum ): Sie wurde 2015 aus dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais erstbeschrieben und diese Neukombination erfolgte 2022. Krenakanthus ribeiranus : Sie wurde 2023 aus dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais erstbeschrieben. Sie wurde bisher nur auf einem Berg gefunden und dieser Fundort ist durch besonders durch Beweidung beeinträchtigt. Deshalb wird diese Art als CR = „Critically Endangered“ = „stark gefährdet“ bewertet.

Durch die behaarten Pflanzenteile unterscheidet sich Krenakanthus ribeiranus deutlich von allen anderen Arten der Familie Bromeliaceae.

Quellen Literatur Elton M. C. Leme, Sascha Heller, Georg Zizka, Heidemarie Halbritter: New circumscription of Cryptanthus and new Cryptanthoid genera and subgenera (Bromeliaceae: Bromelioideae) based on neglected morphological traits and molecular phylogeny. In: Phytotaxa, Volume 318, Issue 1, 2017 S. 1–88. Elton M. C. Leme, Georg Zizka, E. H. De Souza, Juraj Paule, J. D. T. De Carvalho, J. E. A. Mariath, Heidemarie Halbritter, O. B. C. Ribeiro: New genera and a new species in the “Cryptanthoid complex” (Bromeliaceae: Bromelioideae) based on the morphology of recently discovered species, seed anatomy, and improvements in molecular phylogeny. In: Phytotaxa, Volume 544, 2022, S. 128–170. doi:10.11646/phytotaxa.544.2.2 Elton M. C. Leme, Paulo M. Gonella, D. R. Couto, E. P. Fernandez, J. D. T. Carvalho, P. S. Almeida, J. E. A. Mariath: A “hairy situation” in Minas Gerais, Brazil: a striking new species of Krenakanthus (Bromeliaceae: Bromelioideae) covered with uniseriate trichomes. In: Phytotaxa, Volume 619, Issue 1, 2023, S. 39–62. doi:10.11646/phytotaxa.619.1.2

Einzelnachweise Eric J. Gouda, Derek Butcher, Kees Gouda: Encyclopaedia of Bromeliads, Version 5, 2023. In „Species Index“ oder „synonyms“ auf Krenakanthus klicken zuletzt eingesehen am 20. Januar 2026 Eric J. Gouda, Derek Butcher (fortlaufend updated): A List of Accepted Bromeliaceae Names. online, University Botanic Gardens, Utrecht. zuletzt eingesehen am 20. Januar 2026 Elton M. C. Leme, S. Heller, Georg Zizka, H. Halbritter: New circumscription of Cryptanthus and new Cryptanthoid genera and subgenera (Bromeliaceae: Bromelioideae) based on neglected morphological traits and molecular phylogeny. In: Phytotaxa, Volume 318, Issue 1, 2017, S. 1–88. Elton M. C. Leme, Georg Zizka, E. H. De Souza, Juraj Paule, J. D. T. De Carvalho, J. E. A. Mariath, Heidemarie Halbritter, O. B. C. Ribeiro: New genera and a new species in the “Cryptanthoid complex” (Bromeliaceae: Bromelioideae) based on the morphology of recently discovered species, seed anatomy, and improvements in molecular phylogeny. In: Phytotaxa, Volume 544, 2022, S. 128–170. doi:10.11646/phytotaxa.544.2.2 Elton M. C. Leme, Paulo M. Gonella, D. R. Couto, E. P. Fernandez, J. D. T. Carvalho, P. S. Almeida, J. E. A. Mariath: A “hairy situation” in Minas Gerais, Brazil: a striking new species of Krenakanthus (Bromeliaceae: Bromelioideae) covered with uniseriate trichomes. In: Phytotaxa, Volume 619, Issue 1, 2023, S. 39–62. doi:10.11646/phytotaxa.619.1.2

Weblinks

Bromélia-peluda: nova espécie é descoberta com apoio de cidadão cientista em Minas Gerais beim Instituto Nacional da Mata Atlântica = INMA – Gov.br. Datenblatt mit Foto. Datenblatt mit Foto.

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