Chiaroscuro ist ein Musikalbum von Ralph Towner und Paolo Fresu. Die im Oktober 2008 im Artesouono Recording Studio in Udine entstandenen Aufnahmen erschienen am 6. November 2009 auf ECM Records.
Hintergrund Die Zusammenarbeit mit dem Trompeter Paolo Fresu in einem intimen Rahmen war ein lang gehegter Wunsch des Gitarristen Ralph Towner. Die beiden Musiker kannten sich bereits seit etwa 15 Jahren, beschlossen aber erst 2008, gemeinsam aufzunehmen. Insgesamt kommen auf Chiaroscuro fünf Instrumente zum Einsatz: klassische Gitarre, Bariton- und zwölfsaitige Gitarre sowie Trompete und Flügelhorn. Das Album besteht bis auf ein Stück ausschließlich aus Eigenkompositionen der Beteiligten; „Blue in Green“ ist eine zurückhaltende, subtile Hommage an den Trompeter Miles Davis.
Titelliste Ralph Towner/Paolo Fresu: Chiaroscuro (ECM Records ECM 2085, ECM Records 179 7510) Wistful Thinking 4:19 Punto Giara 6:20 Chiaroscuro 6:30 Sacred Place 4:13 Blue In Green (Bill Evans, Miles Davis) 5:44 Doubled Up 4:55 Zephyr 7:28 The Sacred Place (Reprise) (Ralph Towner) 1:58 Two Miniatures (Paolo Fresu, Ralph Towner) 2:38 Postlude (Paolo Fresu, Ralph Towner) 2:31
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Ralph Towner.
Rezeption Nach Ansicht von David McLean, der das Album in All About Jazz rezensierte, habe Ralph Towner mit diesem Album seine langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Manfred Eichers Label ECM fortgesetzt – die eine Reihe erfolgreicher Soloalben und Konzerte, gefeierte Gruppenarbeit mit Oregon und Solstice (gleichnamiges Album mit Jan Garbarek) sowie Duo-Projekte mit John Abercrombie, Gary Peacock und Gary Burton hervorgebracht habe – und sei damit zu einer Ikone des deutschen Labels geworden. Chiaroscuro würde ein weiteres Kapitel in Towners langjährigem Interesse an Duo-Produktionen markieren; das überwiegend zurückhaltende und meditative Duo erkunde in zehn Stücken, darunter Miles Davis/Bill Evans’ „Blue in Green“, die Klangvariationen von Blech- und Streichinstrumenten, mit einem Hauch mediterraner Atmosphäre, die an die ECM-Aufnahmen des Bandoneonisten Dino Saluzzi erinnere. Chiaroscuro sei möglicherweise ein irreführender und unpassender Titel für ein Album, das sich vor allem durch seine Wärme auszeichne. Zwar würden die ersten acht Stücke zweifellos schön und beruhigend klingen, aber auch vorhersehbarer, weniger kantig und weniger anspruchsvoll.
Chiaroscuro sei ein treffender Titel für ein Album, das mit einer bemerkenswerten Vielfalt an Klangkontrasten aufwarte, meint Mike Joyce in JazzTimes. „Wistful Thinking“ beispielsweise sei von Towner neu arrangiert geworden, der sich auf arpeggierte Linien und resonante Akkorde konzentriert, während Fresu die eindringliche Melodie leise auf dem Flügelhorn trägt. Fresus charakteristische, gefühlvolle und klare Lyrik gehöre zu den reizvollsten Aspekten des Albums, und es sei zudem ein Genuss, ihn zum Ende des Albums hin mit Towner frei improvisieren zu hören. Natürlich dürfte diese CD für Hörer, die mit Towners Duettaufnahmen mit Gary Burton, John Abercrombie und Gary Peacock vertraut sind, keine große Herausforderung darstellen, doch „Chiaroscuro“ sei letztendlich ein bemerkenswertes Werk für sich.
Jeff Tamarkin verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, „Chiaroscuro“ vermittele gleichzeitig ein Gefühl von Unausweichlichkeit und Zufälligkeit, als wäre es vorherbestimmt gewesen, und doch erscheine es unwahrscheinlich, dass es jemals so gekommen sei. Towner und Fresu hätten eine mitreißende, berührende Aufnahme geschaffen, die von großer Sensibilität und lebendigen Klangfarben geprägt sei. Towners sparsamer, durchscheinender Klang auf der zwölfsaitigen Akustikgitarre und der Baritongitarre sowie Fresus kraftvolle, voluminöse Trompete und das Flügelhorn würden sich hervorragend ergänzen.
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2009 Kategorie:Ralph Towner