mini|Schillerstraße 13 mini|Schillerstraße 15

Das Doppelhaus Schillerstraße 13/15 ist ein vormaliges Wohn- und Kaufhaus in der Altstadt von Weimar aus zwei unterschiedlichen Entstehungszeiten, das heute als Hotel fungiert. Es ist gelegen zwischen Schillerstraße und Schützengasse und Hummelstraße.

Geschichte Das dreigeschossige Gebäude an der Ecke zur Hummelstraße wurde 1835 nach einem einheitlichen Plan von den Maurergesellen Johann Ernst Friedrich Vulpius und Karl Gottfried Wilhelm Walther als teilunterkellertes Doppelhaus errichtet und entsprach klassizistischen Gepflogenheiten. Es entsprach dem gegenüberliegenden Gebäude Schillerstraße 14/14a. Die Brandmauer zwischen beiden gleichgroßen separaten Hausteilen befindet sich zwischen der fünften und sechsten Achse von Osten. Dem Vorderhaus war an der Rückseite ein nach Westen weisender kurzer Seitenflügel angefügt. Im Jahr 1987 erteilten der Hoflieferant Paul Kästner (Nr. 13) und der Kaufmann Richard Rämmler (Nr. 15) den Auftrag eine Überarbeitung des Gebäudekomplexes in neobarocken Formen vorzunehmen, deren Entwurf von Rudolf Zapfe kam. Dessen Monogramm ist zu sehen auf einem der Schillerstraße zugewandtem Giebel. Zapfe übernahm den horizontalen Aufbau mit betonter Beletage, straffte jedoch die breitgefächerte Fassade von insgesamt dreizehn Achsen durch ein die Symmetrie betonendes Mittelfeld mit Lisenen, Ornamentfliesen, Blendbalustraden und einem Zwerchhaus mit einem geschwungenen Blendgiebel. Beide Hauseingänge bekamen Portalrahmen mit kräftig plastischen Giebelaufsätzen. In das Erdgeschoss wurden große Schaufenster eingebaut. Laut dem Kunsthistoriker Rainer Müller gehört das Gebäude zu den charakteristischen Beispielen späthistoristischer Fassadenarchitektur des 19. Jahrhunderts der Altstadt. Zur überlieferten Ausstattung gehören u. a. die doppelflügligen Kassettentüren, Stuckdecken und die Parkettfußböden der Wohnetagen und bei Nr. 15 das zweiläufige Treppenhaus mit Balustergeländer. Eine Neuverputzung von 1934 fügte der späthistoristischen Dekoration schweren Schaden zu. An der zur Hummelstraße weisenden Seite wurde diese einfach abgeschlagen. Im Jahr 1906 wurde ein Anbau eines Seitenflügel an der Hummelstraße angefügt, dessen Entwurf ebenfalls Rudolf Zapfe lieferte. Der reicht bis zur Schützengasse. Er schließ auf einer spitzwinkligen Parzelle mit einem kurzen Querarm ab. Der geschosshohe Aufsatz über dem Kopfbau und der halbrunde Erker an der Ecke zur Hummelstraße/Schützengasse geben der städtebaulichen Situation ein besonderes Gepräge. Im Unterschied zu dem älteren Vorderhaus ist hier das erste Obergeschoss von Anfang an als Geschäftsetage ausgelegt und über die vorhandenen breiten Fenster belichtet worden. Die bauzeitliche Ausstattung mit Fischgrätenparkett, schlichten Stuckdecken des Jugendstils, Wandpaneele usw. ist erhalten.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 477. Zumindest zu DDR-Zeiten wurde im Erdgeschoss in einem der Hummelstraße zugewandten Seite von Nr. 15 Softeis verkauft.

Die Schillerstraße 13/15 war jahrzehntelang ein Schandfleck der Weimarer Innenstadt. Nun ist sie förmlich als Hotel Schillerhof zu einem Juwel geworden. Es blieb nur die Fassade stehen. Bevor sie förmlich jahrzehntelangen Verfall preisgegeben war, war hier die Thüringische Buchhandlung.

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Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Weimar Kategorie:Kulturdenkmal in Weimar