mini|Zug der Zanzibar Railroad Company um 1905 Im Sultanat Sansibar bzw. auf dessen Hauptinsel Unguja (Sansibar) vor der ostafrikanischen Küste verkehrte eine der ersten Eisenbahnen Ostafrikas. Für einen afrikanischen Staat bestand die Besonderheit, dass die allererste Bahnstrecke der Insel weder von einer Kolonialmacht, noch von einem ausländischen Kapitalgeber initiiert und gebaut wurde.

Eisenbahn des Sultans Sultan Barghasch ibn Said ließ im Jahr 1879 eine etwa elf Kilometer (sieben Meilen) lange Eisenbahnstrecke von seinem Palast in Stone Town nach Chukwani errichten. Zunächst wurden zwei sogenannte Pullman-Wagen von Maultieren gezogen. Über einen später eingerichteten Lokomotivbetrieb existieren nur widersprüchliche Angaben.

Die Bahn war bis zum Tod des Sultans im Jahr 1888 in Betrieb. Danach wurde die Strecke wieder abgebaut.

Zanzibar Railroad Company (Bububu Railway) mini|Lokomotive von W.G. Bagnallmini|Wagen Nr. 18 der Zanzibar Railroad Company (1905)Im Jahr 1905 errichtete der auch im Bereich der Elektrifizierung der Insel tätige amerikanische Unternehmer Arnold Cheyney eine rund elf Kilometer lange Bahnlinie von Sansibar Town in das Dorf Bububu. Die Spurweite betrug drei Fuß (914 mm), eine Lokomotive wurde von W. G. Bagnall geliefert. Weitere Lokomotiven stammten von H. K. Porter. Während des Eisenbahnbaus installierten die amerikanischen Betreiber entlang der Strecke auch elektrische Leitungen. Metallmasten wurden neben den Gleisen aufgestellt, wodurch Sansibar bereits 1906 über elektrische Straßenbeleuchtung verfügte.

Das Street Railway Journal berichtete im Juni 1905, dass zehn Drehgestellwagen von J.G. Brill für den Dampfbetrieb beschafft worden sein, acht kleine Personenwagen aber für Pferdebetrieb.

Die Bahn war berüchtigt dafür, durch Funkenflug wiederholt Brände in der Umgebung auszulösen. Dennoch blieb sie 25 Jahre lang in Betrieb und wurde erst 1930 eingestellt.

Die Bububu Railway verkehrte täglich sechs- bis siebenmal zwischen Bububu und Sansibar Town. Sie wurde vor allem von der einheimischen Bevölkerung genutzt. Für Fahrgäste europäischer Herkunft, insbesondere für Ankommende von Dampfschiffen, existierte ein spezieller Erste-Klasse-Wagen.

Die Strecke führte durch einige der engsten Straßen der Stadt. Dies beschrieben zeitgenössische Beobachter wiederholt als erstaunlich, da es häufig beinahe zu Unfällen mit Fußgängern kam. Die europäische Bevölkerung von Sansibar betrachtete die Bahn mit einer Mischung aus Belustigung und Toleranz. mini|Pferdebahnwagen Nr. 8 der Zanzibar Railroad Company (1905) 1911 ging die Bahn in den Besitz der Regierung über. Der Personenverkehr wurde 1922 eingestellt. Mit dem Ausbau des Straßennetzes und der zunehmenden Verbreitung von Kraftfahrzeugen verlor die Bahn weiter an Bedeutung. Die endgültige Stilllegung erfolgte um das Jahr 1930.

Im Zuge der Hafenerweiterung wurde die Bahn zeitweise zum Transport von Steinen genutzt, die für Landgewinnung an der Uferzone dienten. Heute ist ein Großteil der ehemaligen Trasse überbaut.

Relikte Einzelne Brücken und Dämme sind entlang der Straße nach Bububu noch zu sehen. Zumindest eine Brücke blieb bis in die neuere Vergangenheit erhalten.

Literatur Kevin Patience: Zanzibar and the Bububu Railway. Rev. Auflage. K. Patience, Bahrain 1998, OCLC 71209216. Francis Barrow Pearce: Zanzibar: The Island Metropolis of Eastern Africa. T. Fisher Unwin, London 1920, S. 146, OCLC 5439463.

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Einzelnachweise

Zanzibar Railcoad Company Kategorie:Schienenverkehr (Tansania) Kategorie:Sansibar