Die Porzellanmanufaktur Vezzi war die erste Porzellanmanufaktur in Italien, die echte Hartporzellan-Ware produzierte. Sie zählte zu den ersten in Europa überhaupt nach Meissen (Sachsen) und Du Paquier (Wien).
Geschichte mini|Teekanne von Vezzi im Metropolitan Museum of Art Das Unternehmen wurde 1720 in Venedig von Giovanni Vezzi (* 1687), einem Goldschmied und Kaufmann, mit Unterstützung seines Vaters Francesco Vezzi (1651–1740)Seltene Teekanne im Imaristil. In: Koller Auktionen, abgerufen am 20. Januar 2026 gegründet. Der deutsche Porzellanmaler, Emailleur und Vergolder Christoph Conrad Hunger,Rainer Rückert: Biographische Daten der Meißener Manufakturisten des 18. Jahrhunderts. Bayerisches Nationalmuseum, München 1990. S. 162. (online) zuvor bei Meissen und dann bei der Wiener Du-Paquier-Manufaktur tätig, wurde als technischer Leiter gewonnen; er brachte das damals streng gehütete Wissen zur Porzellanherstellung nach Venedig. Der erste Sitz der Manufaktur befand sich auf der Giudecca, sie wurde später nach Cannaregio nahe der Kirche Madonna dell’Orto verlegt.Fiona Giusto: Giovanni Vezzi: Die dritte Porzellanmanufaktur Europas in Venedig im Ca‘ Rezzonico Palast. In: Best Venice Guides, Januar 2018, abgerufen am 13. Februar 2026.
Trotz der hohen Qualität bestand die Manufaktur nur etwa sieben Jahre, bis 1727 bzw. 1727–28. Wirtschaftliche Schwierigkeiten führten zur Schließung. Heute bewahren die Ca’ Rezzonico in Venedig und das Metropolitan Museum of Art eine Sammlung von Objekten aus der Porzellanmanufaktur auf.Porzellanmanufaktur Vezzi. In: Metropolitan Museum of Art, abgerufen am 19. Januar 2026
Produktion und Stil mini|Marke Manufaktur Vezzi Der überwiegende Teil der Produktion bestand aus Teegeschirr – Tassen, Untertassen, Teekannen, Zuckerdosen und ähnlichem. Es wurde echtes europäisches Hartporzellan hergestellt, was damals äußerst selten war und hohe technische Anforderungen stellte. Die Stücke weisen oft einen blauen oder mehrfarbigen Dekor auf, teils mit Chinoiserie-Motiven, Blumenornamentik oder in den Appliken Anleihen aus der silbernen Tafelware des 18. Jahrhunderts.
Markenstempel sind Venezia, Ven:a oder V:a, meist in blauer Farbe oder in Eisenrot unter der Glasur, manchmal auch von Ornamenten, Blüten etc. begleitet.William Chaffers: Marks and Monograms on Pottery & Porcelain of the Renaissance and Modern Periods. 4. ed. Bickers, London 1874. S. 422–424, 426–428. (online)
Literatur Luca Melegati: Giovanni Vezzi e le sue porcellane. Con una nota di F. Stazzi. In appendice Glossario e tavole delle marche. Prefazione di A. Gonzalez Palacios. Bocca, Mailand 1998. (Collana Arte viva.) Carlo Fulignati: Rari inediti della Fabbrica Vezzi, in: Faenza, Bollettino. Jg. 98, Nr. 2. 2012. S. 61–64. Francesco Stazzi: Porcellane della casa eccellentissima Vezzi. 1720–1727. Schweiller, 1967.
Weblinks
Luca Piatti: Le porzellane Vezzi prodotte in pasta dura nel Settecento librirarieantichi.it
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmen (Venedig) Kategorie:Unternehmensgründung 1720 Kategorie:Porzellanmanufaktur