mini|hochkant|Carl Edvard Sonne,Foto von Budtz Müller, 1874 mini|hochkant|Ditlev Blunck: C.E. Sonne, ca. 1826, Statens Museum for Kunst

Carl Edvard Sonne auch C.E. Sonne (* 1. Dezember 1804 in Birkerød; † 3. Januar 1878 in Kopenhagen) war ein dänischer Kupferstecher und Schabkünstler. Er war der jüngere Bruder des Genremalers Jørgen Sonne.

Leben Sonnes Eltern waren der Graveur an der Königlichen Münze, Jeppe Jørgen Sonne (1771–1833) und dessen Frau Else Cathrine, geb. Zimmer (1771–1851). Seine erste künstlerische Ausbildung als Druckgrafiker erhielt er von seinem Vater und ab 1819 an der Königlich Dänischen Kunstakademie, die er bis 1828 besuchte. Neben dem Studium an der Kunstakademie, das er unter anderem bei Johann Friderich Clemens absolvierte, hatte er privaten Zeichenunterricht bei Johann Ludwig Lund. 1826 war er erstmals auf der Charlottenborg Frühjahrsausstellung (Forårsudstilling) vertreten mit Reproduktionen von Werken zeitgenössischer Künstler wie H. W. Bissen, Ditlev Blunck, Albert Küchler, Martinus Rørbye und anderen.

Er reiste 1828 nach Parma, um seine Ausbildung bei dem damals berühmten Graveur Paolo Toschi fortzusetzen. Er erhielt von seiner Heimat aus umfangreiche staatliche Reiseförderung, etwa durch Stipendien des „Fonden ad usus publicos“. Er verbrachte fast 20 Jahre in Italien, wo er in den großen Galerien in Parma und später in Turin arbeitete, u. a. in der La Reale Galleria di Torino des Massimo d’Azeglio. Da sein Auslandsaufenthalt mit öffentlichen Mitteln unterstützt wurde, hielt er das Interesse der Behörden aufrecht, indem er verschiedene Werke in die Heimat schickte. Hierzu gehörten etwa eine von der Kunstforeningen (Kunstvereinigung) erworbene Sepiazeichnung nach Ghilandajo (1834) sowie Kupferstiche nach einem Schlachtenbild von Philips Wouwerman und nach Raffaels Porträt von Papst Julius II. (1837). Nach seiner Rückkehr im Jahr 1847 wurde er zum assoziierten Mitglied der Kunstakademie ernannt, Mitglied wurde er jedoch erst 1868. Mehrere seiner Werke wurden von der Kopenhagener Kunstforeningen in Zeitschriften an ihre Mitglieder herausgegeben und fanden so eine große Verbreitung. 1858 befasste er sich während eines Aufenthalts in Paris mit der Schabkunsttechnik.

Sonnes grafische Arbeiten bestanden ausschließlich aus Reproduktionen der Werke anderer Künstler, hauptsächlich waren es populäre Genregemälde. In der Kupferstichsammlung des Statens Museum for Kunst in Kopenhagen befinden sich 39 Werke von C. E. Sonne.

Seine Originalzeichnungen sind selten. Aus dem Nachlass von H. W. Bissen kamen sechs signierte Porträtzeichnungen an Det danske Kunstindustrimuseum.

Carl Edvard Sonne blieb unverheiratet. Er verstarb einen Monat nach seinem 73. Geburtstag und wurde auf dem Kopenhagener Garnisonsfriedhof bestattet.

Werke (Auswahl) mini|Die Schlacht von Fredericianach Jørgen Sonne

Von der Kunstforeningen veröffentlicht, alle im Besitz des Statens Museum for Kunst (Inventar-Nr.): 1852: Jens Juel og hans hustru ved staffeliet / Jens Juel und seine Frau vor der Staffelei, nach Jens Juel, (KKSgb13001) 1856: En Osteriscene / Szene in einer Osteria, nach Vilhelm Marstrand, (KKS2885) 1861: Et Maaltid / Eine Mahlzeit, nach Carl Bloch, Mezzotinto, (KKS2512) 1862: Den gerrige / Ein Geizhals, nach Niels Simonsen, Mezzotinto, (KKSgb13002) 1871: Luther paa Rigsdagen i Worms, 1521 / Luther auf dem Reichstag in Worms, nach Adam Müller (1811–1844), (KKS2632) 1874: Et Besøg / Ein Besuch, nach Julius Exner, (KKS2510) weitere Werke: 1836: Ghirandolaspilleren / Ghirandola-Spieler, nach Frans Mieris, (KKSgb12997) 1836: Pave Julius II / Papst Julius II., nach Raffael, (KKSgb12995) 1852: Slaget ved Fredericia / Die Schlacht von Fredericia, nach dem Gemälde seines Bruders Jørgen, (KKSgb13238) 1859: Abbaten og den spindende pige / Der Abbate und das spinnende Mädchen, nach Ernst Meyer, Aquatinta, (KKS2514)

Literatur Deutsch Sonne, C. E. In: Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter, etc. Band 17, E. A. Fleischmann, München 1847, S. 70 (uni-weimar.de).

Dänisch/Schwedisch

Sonne, Carl Edvard. In: Merete Bodelsen, Povl Engelstoft (Hrsg.): Weilbachs Kunstnerleksikon, Dritte Ausgabe, 1947–1952 (dänisch, rosekamp.dk).

Weblinks

Werke von Carl Edvard Sonne im Statens Museum for Kunst, Kopenhagen

Einzelnachweise Sonne, Carl Edvard. In: Weilbachs Kunstnerleksikon. Siehe Literatur. Sonne, C. E. In: Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon … Siehe Literatur.

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