For All Mankind – Ein großer Schritt für die Menschheit ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilm von Al Reinert aus dem Filmjahr 1989. Der Film wurde unter anderem 1990 für den Oscar für Dokumentarfilme nominiert.

Inhalt Die Dokumentation stellt unter Verwendung von originalen Film- und Tonaufnahmen der NASA aus dem Apollo-Programm den Raumflug dar. Zu hören ist die Kommunikation von Astronauten wie Jim Lovell, Buzz Aldrin, Michael Collins, und Neil Armstrong während der Flüge, ergänzt durch Interviews, die Reinert mit Teilnehmern des Programms führte. Es wurden ausschließlich Originalaufnahmen der NASA von diesen Missionen verwendet.

Entstehung Der Film ist das Erstlingswerk des Journalisten Al Reinert, der ansonsten Redakteur des Texas Monthly war.Caryn James: Review/Film; 'For All Mankind,' or, the Joys of Space Travel, The New York Times vom 16. März 1990 Zur Erstellung des Films ging Reinert durch bis dahin noch nicht veröffentlichte Filmaufnahmen der NASA. Er setzte es dann von dem von der Weltraumbehörde genutzten 16-mm-Schmalfilmformat auf das 35-mm-Filmformat um. Da das Publikum an die niedrigere Qualität körnigerer Fernsehbilder bis dahin gewohnt war, wurden die Bilder im Normalfilmformat von For All Mankind als brillant wahrgenommen.Gregory Zinman: Remembering Al Reinert and “For All Mankind,” the Precursor to “Apollo 11”, The New Yorker vom 8. März 2019

Rezension

Der Filmdienst fasste For All Mankind wie folgt zusammen:

Für Caryn James in der New York Times belebte For All Mankind das Gefühl der Grenzenlosigkeit der Raumfahrt wieder: den großartigen Ehrgeiz, die Komplexheit der wissenschaftlichen Details, die Unermesslichkeit des Weltraums. Durch das zusammenkleben von Szenen verschiedener Missionen schaffe er eine zusammengesetzte Mission vom Testen der Raumanzüge bis zum Eintauchen der Raumkapsel im Ozean. Die Schilderung geschaffen durch die Aufzeichnung von Aussagen durch die NASA und Reinerts Interviews schaffe auch einen zusammengesetzten Astronauten. Während das Bildmaterial der NASA Reinerts größter Vorteil sei, so habe die Schilderung doch den unrealistischen Optimismus von Werbematerial. Obwohl der Film den im Weltraum gestorbenen sowjetischen und amerikanischen Astronauten (einschließlich der Besatzung der Challenger) gewidmet sei, sei er auffällig ignorant über die Gefahren des Raumes. Es sei auch naiv nachdem Tom Wolfe mit dem Buch Die Helden der Nation das klinisch saubere Image der Astronauten durchlöchert habe, ihren Konkurrenzgeist, ihre Egos, und einfach ihre Individualität zu ignorieren. Es sei laut Caryn James keine schlechte Idee die Schilderungen in For All Mankind zu ignorieren und die erstaunlichen Bilder zu genießen.

Dreißig Jahre nach der Veröffentlichung merkte Gregory Zinman im New Yorker an, dass Dokumentarfilmer über Raumfahrt bis zu diesem Film entweder auf Formen von künstlerischen Simulationen oder körniges Fernsehmaterial von den Raumflügen zurückgegriffen hatten, dies habe sich mit der schockierenden Schönheit der von Reinert gezeigten Aufnahmen geändert, er habe gezeigt, wie der Weltraum wirklich aussehe. Reinerts Enthusiasmus für die Bilder in For All Mankind im Film offensichtlich sei. Der Film verbinde die Bilder der verschiedenen Missionen zu einem einzigen zusammengesetzten Raumflug. Es entstünde ein fesselnder halb-erzählerischer Bogen durch die Bilder. Auf Kennzeichnungen, welche Aufnahmen zu welcher Mission gehöre werde verzichtet, die kommentierenden Astronauten würden nicht eindeutig identifiziert. Die vorherrschende Ästhetik des Films sei romantisch, mit großem „R“, wobei Brian Enos traumhafte Musik das verbindende Gewebe biete.

Wirkung

Der Film beeinflusste folgende Filmschaffende, die sich mit Mond- und Raumflügen befassten. Todd Douglas Miller widmete seine Dokumentation Apollo 11 „Al and Theo“, wobei mit „Al“ Al Reinert gemeint war. Im Spielfilmbereich bezeichnete der Regisseur von Interstellar (2014) Christopher Nolan den Dokumentarfilm als einen seiner Lieblingsfilme. Damien Chazelle zeigte For All Mankind allen an seinem Film Aufbruch zum Mond (2018) Beteiligten zur Einstimmung. James Gray nannte die Dokumentation als Offenbarung, während Brad Pitt, der Hauptdarsteller von Grays Films Ad Astra – Zu den Sternen (2019) meinte, dass bevor er For All Mankind gesehen habe die Mondlandung nur eine Geschichtslektion aus Geschichtsbüchern war.

Auszeichnungen 1990: Oscar für den Besten Dokumentarfilm (Nominierung) 1989: Sundance Film Festival Großer Preis der Jury – Bester Dokumentarfilm Publikumspreis – Bester Dokumentarfilm 1989: International Documentary Association IDA Award

Weblinks

For All Mankind bei Rotten Tomatoes

Einzelnachweise

Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmtitel 1989 Kategorie:Raumfahrt im Film Kategorie:Apollo-Programm