Karlheinz Schaller (* 20. Oktober 1944 in Seubtendorf, heute zu Tanna; † 21. Juli 2024 in Chemnitz) war ein deutscher Sozialhistoriker, der zur Geschichte der Chemnitzer Arbeiterbewegung arbeitete.

Leben Schaller studierte Geschichtswissenschaft und wurde im Juli 1980 bei Walter Wimmer und Winfried Morgenstern an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED (AfG) promoviert. Thema seiner Dissertation war Die Aneignung des Ideengehaltes und die Propagierung des ersten sowjetischen Fünfjahrplanes durch die KPD (April 1929 bis Februar 1932). Anschließend war er wissenschaftlicher Oberassistent am Institut für Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung der AfG in Berlin sowie an der Sektion Marxismus-Leninismus der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt. Dort schloss er im April 1984 die Promotion B ab (Gutachter: Helmut Edelmann, Hans Münch, Fritz Kriegenherdt, Richter). Spätestens ab 1986 war er an der Technischen Universität Karl-Marx-Stadt als Hochschuldozent für Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung an der Sektion Marxismus-Leninismus tätig, 1990 an der Sektion Philosophie/Sozialwissenschaften. Zuletzt war er Dozent und Wissenschaftsbereichsleiter des Bereiches Geschichte der TU Chemnitz.

Im Rahmen eines Projekts der Verwaltungsstelle Chemnitz der IG Metall verfasste Schaller vier Monografien zur Geschichte der Chemnitzer Arbeiterbewegung vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1945, die im Verlag für Regionalgeschichte erschienen. Er war Mitbegründer des Chemnitzer Arbeitskreises der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen.

Karlheinz Schaller war seit 1969 mit der Archivarin Barbara Schaller, geb. Büttner (1947–2021), verheiratet, die von 1990 bis 2000 das Staatsarchiv Chemnitz leitete. Das Paar, dessen gemeinsamer Nachlass vom Sächsischen Staatsarchiv verwahrt wird, hatte zwei Töchter.

Schriften (Auswahl) Die Aneignung des Ideengehaltes und die Propagierung des ersten sowjetischen Fünfjahrplanes durch die KPD (April 1929 bis Februar 1932). Dissertation Α. Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED, Berlin 1980. Die Bezirksparteiorganisation Sachsen der KPD von ihrer Gründung im Dezember 1929 bis zum 2. Bezirksparteitag im März 1932. Dissertation B. Technische Hochschule, Karl-Marx-Stadt 1984. Arbeitslosigkeit und Arbeitsverwaltung in Chemnitz von 1890 bis 1933. Chemnitzer Arbeitslosenzentrum im Arbeitslosenverband Deutschland e. V., Chemnitz 1993.Rezension von Erhard Wörfel in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. Band 42, Nr. 2, 1994, S. 168–170. „Einmal kommt die Zeit“. Geschichte der Chemnitzer Arbeiterschaft vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2001, ISBN 3-89534-400-1.Rezension von Wolfgang Uhlmann in: Sächsische Heimatblätter. Band 47, Nr. 6, 2001, S. 386 f. „Radikalisierung aus Verzweiflung“. Geschichte der Chemnitzer Arbeiterschaft vom Ersten Weltkrieg bis zur Inflation (1914 bis 1923). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2003, ISBN 3-89534-480-X. Das Sechstagerennen. Aus dem Alltag Chemnitzer Fabrikarbeiter in der Weimarer Republik. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89534-683-5. Fabrikarbeit in der NS-Zeit. Arbeiter und Zwangsarbeiter in Chemnitz 1933–1945. Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2011, ISBN 978-3-89534-894-5.Rezension von Thomas Urban in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Band 99, Nr. 2, 2012, S. 230 f., doi:10.15463/rec.1189725936. Klassenkampf in Chemnitz – 1919 im August. VVN-BdA Chemnitz, Chemnitz 2019.

Literatur

Einzelnachweise

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