Die Tickford Bridge überbrückt den River Ouzel in Newport Pagnell in der City of Milton Keynes in England.
Die 1810 gebaute gusseiserne Bogenbrücke führt die Straße B526 über den Fluss und ist damit (neben der Cound Arbour Bridge) in Großbritannien (und deshalb wohl weltweit) eine der beiden ältesten noch existierenden gusseisernen Brücken, die ohne Einschränkungen im modernen Straßenverkehr benutzt werden. Sie hat die üblichen zwei Fahrspuren und beidseitige Gehwege. Rund 7 m neben ihr steht eine moderne Fußgängerbrücke.Tickford Bridge (1810) auf ndtponton.wordpress.com
Einschließlich ihrer gemauerten Widerlager ist das Bauwerk etwa 40 m langGoogle Earth und 7,62 m breit (25 ft), die Stützweite ihres eisernen Bogens beträgt 17,68 m (58 ft).
Der Bogen besteht aus sechs Rippen mit Ober- und Untergurten, deren gleichmäßiger Abstand durch Stäbe und kreisrunde Ringe bewirkt wird. Die Bogenrippen sind jeweils aus 11 Bogenelementen zusammengesetzt und durch Bolzen verbunden. Auch die Zwickel sind durch eiserne Ringe mit abnehmender Größe ausgefüllt. Untereinander sind die Bogenrippen durch zahlreiche Querstäbe versteift. Die leicht gewölbte Fahrbahnplatte liegt auf schmalen Vollwandträgern.Tickford Bridge auf gracesguide.co.uk Das Geländer wie die beiden Straßenlaternen sind ebenfalls aus Gusseisen.
Geschichte Nachdem ein Gesetz von 1809 genehmigt hatte, die alte, baufällig gewordene Brücke durch einen Neubau zu ersetzen, wurde Thomas WilsonThomas Wilson (1751-1820) auf gracesguide.co.uk mit dem Entwurf beauftragt, der bereits den Bau der Wearmouth-Brücke geleitet hatte. Er übernahm dabei die Gestaltung des Tragwerks mit gusseisernen Ringen, die danach bei zahlreichen Brücken wiederholt wurde.Schon die erste gusseiserne Brücke, The Iron Bridge, hatte einen Ring in jedem Zwickel. Es folgten die Wearmouth-Brücke, die Gusseisenbrücke in Laasan, die Spanish Town Iron Bridge in Spanish Town (Jamaika), eine Brücke im Park von Stratfield Saye, die bald wieder eingestürzte Staines Bridge, die East Bridge (Dundee) und eine Brücke in den Sydney Gardens in Bath. In Paris wurde die Idee in der Pont du Carrousel (1834) aufgenommen, die wiederum das Vorbild weiterer Brücken in Frankreich und schließlich der Puente de Isabel II in Sevilla wurde. Die Eisenteile wurden in der renommierten Gießerei WalkerJoshua Walker and Co auf gracesguide.co.uk in Rotherham hergestellt, über einen Kanal und die Nordsee nach London verschifft und von dort mit Kanalschiffen und Fuhrwerken zur Baustelle transportiert. Mit der Bauleitung der steinernen Widerlager wurde Henry Provis, ein Mitarbeiter von Thomas Telford beauftragt. Die Arbeiten an der Baustelle begannen im Juni 1810 und endeten im September desselben Jahres.Von der Newport Pagnell Historical Society 1993 an der Brücke angebrachte Tafel.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Fahrbahn durch schmiedeeiserne Platten verstärkt. 1972 wurde das Mauerwerk der Widerlager saniert und 1976 wurde eine Fahrbahnplatte aus Stahlbeton eingebaut.
2000 wurde der Untergurt mit 14 Schichten CFK mit einer Dicke von zusammen 1 cm verstärkt, so dass die Brücke einen LKW mit 40 Tonnen tragen kann. 2022 wurde sie grundlegend saniert.Google Earth
Die Tickford Bridge steht seit 1971 unter Denkmalschutz (Grade I).Tickford Bridge, Newport Pagnell auf historicengland.org.uk
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Einzelnachweise
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