Johann Georg Heribert Maria Joseph Benedikt Ignatius Christian Graf von Preysing-Lichtenegg-Moos (* 17. Dezember 1887 auf Schloss Moos; † 17. März 1924 in München) war ein deutscher Gutsbesitzer und Mitglied der Bayerischen Ständeversammlung.
Leben Georg entstammte der I. Linie Lichtenegg-Moos des bayerischen Adelsgeschlecht Preysing. Er war das fünfte Kind des Reichstagsabgeordneten Conrad von Preysing (1843–1903) und dessen Ehefrau Christiane, geborene von Arco-Zinneberg (1852–1923). mini|Schloss Moos, im Besitz der Grafen von Preysing (2008) Nach dem Abitur absolvierte Preysing ein Studium der Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Während des Ersten Weltkriegs meldete er sich am 11. April 1915 als Freiwilliger zum Ersatz-Bataillon im Infanterie-Leib-Regiment der Bayerischen Armee. Ab dem 20. November 1915 befand er sich beim III. Bataillon an der Westfront.
Als Vizefeldwebel der 11. Kompanie gelang es ihm gemeinsam mit dem Vizefeldwebel Laufer am 11. Juli 1916 bei Fleury in der Nähe von Verdun einen ca. 500 m entfernten französischen Graben unbemerkt zu erreichen. Dort wurden bei einem Feuerüberfall zwei Offiziere und neun Mann getötet. Auf Aufforderung von Preysing und Vortäuschung eines zahlenmäßig überlegenen Gegners ergaben sich weitere Personen und die beiden Vizefeldwebel konnten einen französischen Offizier, 69 Mann sowie zwei Maschinengewehre in die eigenen Linien zurückführen.Bayerisches Kriegsarchiv (Hrsg.): Bayerns Goldenes Ehrenbuch. Verlag Joseph Hyronimus, München 1928, S. 165–166. Für diese Tat verlieh ihm König Ludwig III. am 8. Januar 1917 die Goldene Tapferkeitsmedaille.Bayerisches Kriegsministerium (Hrsg.) Verordnungs-Blatt. Beilage zu Nr. 5 vom 20. Januar 1917, S. 263.
Nachdem sein Regiment Ende Juni 1916 auf den Rumänischen Kriegsschauplatz verlegt hatte, geriet er bei einer Erkundung am Roten-Turm-Pass am 19. Oktober 1916 in rumänische Kriegsgefangenschaft.Das Königlich Bayerische Infanterie-Leibregiment im Weltkrieg 1914/18. (= Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. Band 70), Verlag Max Schick, München 1931, S. 227, Anlage VII, S. 82. Mit einem Patent vom 9. August 1914 wurde Preysing am 9. Oktober 1917 zum Leutnant befördert.Bayerisches Kriegsministerium (Hrsg.) Verordnungs-Blatt. Beilage 2 zu Nr. 51 vom 13. Oktober 1917, S. 2594.
Nachdem sein Bruder Kaspar bei Kämpfen in Frankreich den Tod gefunden hatte, wurde Georg erblicher Reichsrat und hatte einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, deren Mitglieder neben den Mitgliedern der Kammer der Abgeordneten den Bayerischen Landtag bildeten. Er war zudem königlicher Kämmerer und Ritter des Hausritterordens vom Heiligen Georg sowie seit 1923 Ehrenbürger von Plattling.
Familie Preysing hatte sich am 18. September 1915 in München mit Anna Gräfin von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg (1885–1916) verheiratet. Nach ihrem Tod heiratete er am 23. Februar 1919 Gundelinde Prinzessin von Bayern (1891–1983), jüngste Tochter des ehemaligen bayerischen Königs Ludwig III. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Kaspar (1919–1940) und Maria-Theresia (* 1922) hervor.
Siehe auch Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)
Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922. Fünfundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 738–739.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied des Bayerischen Reichsrates Kategorie:Träger des Bayerischen Georgsordens Kategorie:Leutnant (Bayern) Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Infanterist (Bayern) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Ehrenbürger von Plattling Georg Georg Kategorie:Kammerherr (Bayern) Kategorie:Bayer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1887 Kategorie:Gestorben 1924 Kategorie:Mann