Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke ist ein deutscher Kinofilm von Simon Verhoeven aus dem Jahr 2026. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff aus dem Jahr 2015 und kam am 29. Januar 2026 in die Kinos.

Handlung Nach dem Tod seines Bruders bewirbt sich der junge Joachim Meyerhoff an einer renommierten Schauspielschule in München. Er wird überraschend aufgenommen und zieht daraufhin in die Villa seiner exzentrischen Großeltern Inge und Hermann ein. Zwischen intensiver Schauspielausbildung und den skurrilen, oft alkoholgeprägten Alltagsritualen seiner Großeltern sucht Joachim seinen Platz im Leben und ringt mit den Erwartungen an seine künstlerische Identität und familiären Bindungen.

Hintergrund Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff, der im Jahr 2015 als dritter Teil einer autobiografischen Romanreihe im Kiepenheuer & Witsch-Verlag erschienen ist. Beim Titel handelt es sich um ein Zitat aus dem Briefroman Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang von Goethe.„Am 19. Oktober Ach diese Lücke! Diese entsetzliche Lücke, die ich hier in meinem Busen fühle! – Ich denke oft, wenn du sie nur einmal, nur einmal an dieses Herz drücken könntest, diese ganze Lücke würde ausgefüllt sein.“ aus Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werther. Band 2 im Projekt Gutenberg

Produktion Der Film wurde vom 24. April 2025 bis zum 27. Juni 2025 in München, Köln, Bochum und Berlin gedreht. Für die Produktion zeigten sich Komplizen Film und der Warner Bros. Film Productions Germany in Ko-Produktion mit der Hellinger/Doll Filmproduktion verantwortlich. Als Produzenten agierten Maren Ade, Jonas Dornbach und Janine Jackowski. Gefördert wurde die Produktion durch den FilmFernsehFonds Bayern (FFF), das Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB), die Filmförderungsanstalt (FFA) sowie die Film- und Medienstiftung NRW. Den Weltvertrieb übernahm Beta Cinema. Simon Verhoeven übernahm die Regie und adaptierte den Roman für das Drehbuch.

Veröffentlichung Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke feierte am 28. Januar 2026 im Mathäser-Filmpalast in München Premiere. Die Freigabe zur öffentlichen Vorführung erfolgte am Tag darauf. An den Kinokassen überzeugte der Film gleich ab Start. Das Medien-Onlinemagazin The Spot konstatiert: „...einen echten Dreikampf um die Spitze [Anm. d. Red.: Nebst The Housemaid und Extrawurst], extra aufgeladen durch die außerordentliche Performance von Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke, der schon unter der Woche mehrfach die Tagescharts angeführt hatte und an WE 2 deutlich zulegen dürfte. Simon Verhoevens Film ist jetzt schon, nach acht Tagen im Einsatz, ein Phänomen, ein Publikumsliebling, ein Must-See-Event.“ Der Film erreichte am Montag nach Start Platz 1 der Kinocharts sowie Platz eins der Arthouse Charts durch die fast 150.000 Zuschauer nach dem Startwochenende. Am 16. Tag nach Kinostart überschritt der Film die 500.000-Zuschauermarke. Am 15. März knackte der Film dann die 1-Million.

Rezeption

Die Filmkritikerin Antje Wessels schrieb, dass der Film „als ein ebenso sensibles wie selbstbewusstes Kino-Porträt über Verlust, Selbstzweifel und die fragile Suche nach Identität“ gelinge. Verhoeven finde für Joachim Meyerhoffs Text „einen Ton, der Tragik und Komik nicht gegeneinander ausspielt, sondern sich gegenseitig verstärken lässt – getragen von starken Darsteller:innen und einem spürbaren Respekt vor den Figuren“. So sei „ein persönlicher, berührender Film“ entstanden, „der lange nachhallt, gerade weil er die titelgebende Lücke nicht schließen will, sondern sie aushält“.

Bert Rebhandl schrieb in der FAZ: „Mit Simon Verhoeven hat die Regie bei der Verfilmung nun jemand übernommen, der mit Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke in seine eigene Familienaufstellung eintritt. Senta Berger ist seine Mutter, sein Vater Michael war auch Regisseur. So kann man nun an zwei Beispielen, an dem Erzähler und an dem Regisseur, darüber nachdenken, ob man sich als Kind eher stabile oder aufregende Eltern wünschen sollte – und in Reaktion darauf die entsprechenden Großeltern. Es ist vielleicht die fundamentale Ironie der menschlichen Existenz, dass sie über diesen Wunsch noch nachdenkt, wo seine Erfüllung oder Enttäuschung doch immer schon vorgestreckt war.“

Richard Kämmerlings, Korrespondent bei Die Welt, hob hauptsächlich die schauspielerischen Leistungen im Film hervor. Mit „den Virtuosen Senta Berger und Michael Wittenborn“ gelinge „Verhoeven die spezifisch Meyerhoff’sche Gratwanderung zwischen Karikatur und dem warmherzig-nostalgischen Blick des Enkels“. Beide Darsteller überzeugten in Paraderollen, […] die im Zusammenspiel „die perfekte Verkörperung eines alternden Paares zwischen äußerlicher Erstarrung und innigster Vertrautheit“ vermittelten. Auch Alexander spiele „gekonnt einen vermeintlich untalentierten Klotz“.

Auszeichnungen Bester Spielfilm - Filmpreis in Bronze, Deutscher Filmpreis 2026 Beste Hauptdarstellerin Senta Berger, Deutscher Filmpreis 2026 Bester Nebendarsteller Michael Wittenborn, Deutscher Filmpreis 2026 Nominierungen für Beste Regie (Simon Verhoeven), Bestes Drehbuch (Verhoeven), Beste männliche Hauptrolle (Bruno Alexander) und Beste Tongestaltung (Eckhard Kuchenbecker, Dominik Schleier, Nico Krebs, Christoph Merkele und Hanse Warns), Deutscher Filmpreis 2026

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Literaturverfilmung