mini|Glattjöchli zwischen Krüzjoch (links) und Wilder Mann (rechts), Blick von Osten nahe der Geißspitze. Im Hintergrund die Schesaplana. mini|Teleaufnahme: Golmer Joch vom Kreuzjoch mini|Skigebiet Golm mini|Latschätzkopf mini|Gamperdelstal, Gauertal und Rellstal, zwischen Gauertal und Rellstal ist die Berggruppe Golmer und Zerneuer Grat mini|Geißspitze mit Oberer Latschätzalpe mini|Untergruppen des Rätikons mini|Links der Zerneuer Grat, in der Mitte der Öfapass, rechts die Drusenfluh und davor das Schweizertor Der Golmer und Zerneuer Grat ist nach der Gliederung der SOIUSA eine Untergruppe des Rätikons im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Der nördliche Teil des Gebiets ist touristisch stark erschlossen und wird kurz Golm genannt.
Beschreibung mini|Blick vom Golmer Joch auf den Golmer Grat, hinten die Drei Türme und die Drusenfluh Die Berggruppe ist vom Talboden des Montafons aus deutlich abgegrenzt durch das Rellstal und das Gauertal. Südlich der Berggruppe erhebt sich das markante Felsmassiv der Drusenfluh-Gruppe. Der Golmer und Zerneuer Grat ist im Gegensatz zur Drusenfluh deutlich sanfter und großteils grasbewachsen oder bewaldet. Es gibt allerdings auch steile und felsige Landschaftsteile.
Einordnung nach SOIUSA Nach der Einteilung der SOIUSA gehört der Rätikon zu den Zentralen Ostalpen. Der Golmer und Zerneuer Grat eine der 14 Untergruppen des Rätikons. Einordnung nach SOIUSATeilIIOstalpenSektorII/AZentrale OstalpenAbschnitt15Westliche Rätische AlpenUnterabschnitt15.VIIIRätikonGruppeA.2Sulzfluh-Drusenfluh-GruppeUntergruppeA.2.dGolmer und Zerneuer Grat
Lage und Umgrenzung Die Berggruppe liegt zur Gänze in der Region Montafon, in den Gemeinden Vandans und Tschagguns, beide gehören zum Bezirk Bludenz.
Die Umgrenzung verläuft von Norden im Uhrzeigersinn entlang der Linie Mündung des Rellsbachs – Ill – Rasafeibach – Sporabach – Sporatobelbach – Öfapass – Zaluandabach – Rellsbach.
Umliegende Berggruppen Ganz im Norden zwischen der Mündung des Rellsbachs und der Litz grenzt die Berggruppe an die Itonskopfgruppe des Verwalls. Der ebenfalls zum Verwall gehörende Hochjochstock liegt nordöstlich. Im Osten liegt der nördliche Ausläufer der Sulzfluh-Gruppe, im Süden die Drusenfluh-Gruppe, im Südwesten die Kirchlispitzengruppe und im Westen die Zimbagruppe mit der Vandanser Steinwand.
Berge und Sättel Mit der Bezeichnung Joch werden hier sowohl Berge als auch Sättel benannt, in der folgenden Tabelle sind die Sättel kursiv geschrieben. Die Berggruppe besteht aus zwei Bergketten und einem Verbindungsgrat mit folgenden Bergen und Sätteln: Gipfel/SattelHöhe m ü. A.AnmerkungGolmer GratKreuzjoch2261höchster Punkt des Golmer GratsLaschätzkopf2219Golmer Joch2124Bergstation AußergolmbahnVerbindung zwischen Golmer und Zerneuer GratKreuzjoch2261Hätaberger Joch2154Übergang zwischen Rellstal und GauertalWilder Mann2291Glattjöchlica. 2230Krüzjoch ca. 2349auf Karten meist nicht benanntZerneuer GratGroßer Zerneu2345auch Kessikopf genanntÖfakopf2374nur rund 125 m südlich befindet sich der Öfapass, der Übergang zur Drusenfluh-GruppeZerneuer Jöchle2191Kreuzspitze2353höchste Gipfel der gesamten BerggruppeKrüzjochca. 2349Geißspitze2334
Geologie Die Südgrenze der Berggruppe zur Drusenfluh ist eine scharfe gut sichtbare geologische Grenze. Die Drusenfluh besteht aus Sulzfluh-Kalk, heller Kalkstein, der ein mächtiges Felsmassiv aufbaut. Der Zerneuer Grat ist hingegen sehr vielfältig. An der Südgrenze am Öfapass liegt ein Streifen der Arosa-Zone, es folgt die Alpbach-Formation mit sandigem Schiefer und bunten Tuffitlagen, ein Streifen Granitgneis, Amphibolit am Gipfel der Kreuzspitze, ein Streifen Streifenschiefer und Hornsteinkalk, das Golmer Joch besteht aus Quarzsandstein. Diese bunte geologische Mischung bringt auch eine sehr vielfältige Vegetation hervor.
Landwirtschaft Hier wird noch Dreistufenlandwirtschaft betrieben. Die Maisäße verlieren allerdings an landwirtschaftlicher Bedeutung, sie werden immer mehr zu touristischen Zielen.
Maisäßsiedlungen (Auswahl):
Matschwitz: Mittelstation der Golmerbahn, heute stark touristisch geprägt Plazadels und Wachters Dieja im Gauertal Ganeu: Oberhalb des Rellstals
Almen (Auswahl):
Alpe Golm Platzisalpe: Zwischen Golmer Joch und Rellstal Untere und Obere Salonienalpe: im Zaluandatal Untere und Obere Sporaalpe: Im hinteren Gauertal Untere und Obere Laschätzalpe: im Gauertal bzw. zwischen Geißspitze und Golmer Joch
Tourismus
Ski- und Wandergebiet Golm Der nördliche Teil der Berggruppe ist touristisch stark frequentiert mit zahlreichen Freizeitmöglichkeiten im Sommer und im Winter. Neben schifahren und wandern kann man auch spezielle Angebote nutzen, es gibt einen Alpine-Coaster, einen Flying-Fox und einen Waldseilpark. Auch geführte Schneeschuhwanderungen und Winterwanderungen sind möglich.
Beliebte Wanderungen Der Golmer Höhenweg verläuft von der Golmerbahn Bergstation über das Golmer Joch zur Geißspitze. Von dort aus geht es zur Lindauer Hütte und weiter über das Gauertal nach Latschau. Der Weg gilt als schwer, es sind 13,5 km und 5 Stunden Gehzeit.
Wesentlich gemütlicher ist der Golmer Seenweg. Von der Bergstation Grüneck geht es über den Golmer Grat auf das Kreuzjoch. Von dort nach Norden vorbei an kleinen Bergseen zurück nach Grüneck, Schwierigkeit mittel, rund 7,5 km, 3,5 Stunden Gehzeit.
An der Südgrenze der Berggruppe zur Drusenfluh-Gruppe verläuft eine Etappe des Zentralalpenwegs 02 von der Lindauer Hütte über den Öfapass und das Verajoch zum Lünersee.
Almen mit Bewirtung und Hütten im südlichen Gebiet Der südliche Teil ist ruhiger, er ist vor allem ein Bergwandergebiet, auch Skitouren sind möglich. Der südwestliche Teil um den Großen Zerneu ist besonders ruhig, hier gibt es keine offiziellen Wanderwege.
Abseits des stark erschlossenen Golm-Gebiets mit zahlreichen Einkehrmöglichkeiten gibt es mehrere bewirtschaftete Almen und Schutzhütten:
Gauertalhaus im Zentrum des Gauertals Obere Laschätzalpe: Einkehrmöglichkeit im Sommer Untere Spora Alpe: Einkehrmöglichkeit im Sommer Obere Spora Alpe: Einkehrmöglichkeit im Sommer Lindauer Hütte am Ende des Gauertals, ein wichtiger Stützpunkt für Wanderer und Bergsteiger Alpengasthof Rellstal im Zentrum des Rellstals, bis hierher verkehrt in der Sommersaison ein Wanderbus Naturschutz Westlich der Linie Öfapass – Öfakopf – Krüzjoch – Wilder Mann – Hätaberger Joch – Kreuzjoch liegt der geschützte Landschaftsteil Rellstal und Lünerseegebiet. Die Platzis Alpe gehört bereits zum Schutzgebiet. Die Weißzonen Zaluanda und Hinteres Gauertal liegen teilweise in der Berggruppe. Weißzonen sind Zonen mit einer geringen Erschließung und relativ naturnaher Landschaft. Südöstlich des Golmer Jochs liegt die Wildruhezone Ronawald mit Betretungsverbot vom 15. November bis 30. April.
Der Zerneuer Grat ist ein Rückzugsort für Gämse (Rupicapra rupicapra), Murmeltiere (Marmota marmota), Füchse (Vulpes vulpes), Birkhühner (Lyrurus tetrix) und Schneehühner (Lagopus mutus). Es wurden auch 35 Schmetterlingsarten (beispielsweise Alpenapollo, Weißlinge, Mohrenfalter, Perlmutterfalter, Bläulinge) nachgewiesen.
Weblinks
Vorarlberg Atlas
Karten der Schweiz
Offizielle Website Golm Hütten im Rätikon
Einzelnachweise
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