mini|hochkant|Vinzenz Fischer Architekt und Maler, Radierung von Johann Jakob Laurenz Billwiller‚ nach dem Leben gezeichnet‘ von Jacob Merz mini|hochkant|Moses tritt die Krone Pharaos mit Füßen, Aufnahmebild in die Akademie 1760 Web Gallery of Art: Fischer, Josef Vinzenz. Vinzenz Fischer (* 3. April 1729 in Schmidham im Landkreis Passau, Bayern; † 26. Oktober 1810 in WienMatriken Ulrichskirche in Wien, Sterbebuch 1810, S. 294. „Herr Fischer Vinzenz, gewester Professor und Rath der bildenden Künste, Spittelberg 17“.) war ein deutsch-österreichischer Maler und Professor für Architektur

Er verband die Pracht des Spätbarocks mit Elementen des aufkommenden Klassizismus.

Leben Familie 1749 begann Vinzenz Fischer ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, in den Jahren 1753 bis 1755 unternahm er eine Reise nach Italien, vor allem nach Rom. wurde Student an der Accademia di San Luca, der dortigen Kunstakademie. Die Pracht römischer Architektur übte starken Einfluss auf Fischer aus. Fischer (vulgo Schächl) Vinzenz. In: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien. Band 2 De - Gy. S. 314. Vinzenz Fischer heiratete am 24. April 1762 Barbara Dorfmeister, aus der Familie des Bildhauers Johann Georg Dorfmeister.Matriken Ulrichskirche in Wien, Trauungsbuch 1762, S. 598. Nachkommen Das Paar hatte 5 Söhne, alle besuchten die Akademie, einer folgte der akademischen Laufbahn des Vater. Georg (auch Jiří) Fischer, geboren am 15. Dezember 1768 in Wien, studierte auch an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Zu seinen Lehrern zählte daher sein Vater Professor Vincenz Fischer. Er wurde ein böhmisch-österreichischer Architekt, der primär in Wien und Prag wirkte. Er starb am 9. Oktober 1828 in Prag. Akademie der bildenden Künste 1760 war er zum Mitglied, 1764 zum Professor der Ornamentik an der Architekturschule der Akademie, danach auch der Optik und Perspektive ernannt worden. Noch vor 1780 wurde ihm auch die akademische Ratswürde zugesprochen. Sein offizieller Titel Rat der k.k. Akademie der bildenden Künste, Professor der Ornamente, Optik und Perspektive an der Baukunstschule in Wien.Vinzenz Fischer, Rath an der k. k. Akademie der bildenden Künste, Professor der Ornamente, Optik und Perspective an der Baukunstschule in Wien, Sammlung Wien Museum.

Die Akademie war in die Abteilungen Malerei, Bildhauerei und Architektur unterteilt. Für die Architektur war es Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg, der zusammen mit Professor Vinzenz Fischer eine Reform der Lehre durchführte, um die neuen Anforderungen zu ermöglichen.Die Ausbildung von Architekten und Bauherren in Wien und ihr Vergleich mit Prag. In: Tomas Korbel, Der berufliche und gesellschaftliche Aufstieg tschechischer Architekten und Bauherren im 19. Jahrhundert, Dissertation Karls-Universität. 2020. S. 77 (in tschechischer Sprache). Studenten Friedrich Weinbrenner, ein deutscher Student, inskribierte 1790 an der Wiener Akademie, hörte Fischers Vorlesungen und beschloss ein Architekturstudium. Die nächste Station war Berlin. Er wurde ein Architekt und Stadtplaner.Marion Hilliges und Christian Scholl (Hg.), Gilly, Weinbrenner, Schinkel. Baukunst auf Papier zwischen Gotik und Klassizismus. Universitätsverlag Göttingen, 2016. S. 161. Studienbestätigung für Johann Georg Barca 1805, den künftigen Hofbaumeister

Er wohnte am Spittelberg 17, Zum blauen Haus, Breite Gasse 7.

Zwei Lehrbücher Lehrbuch der Optik und Perspektive für bildende Künste, mit vielen Musterzeichnungen von Säulenstellungen, Kapitellen von Ornamenten und Architekturzeichnungen. Lehrbuch der Bauverzierungen nach den Antiken. Hier zeigt sich, dass er sich mit Vitruv auseinandergesetzt hat.Die Manuskripte befinden sich heute im Wiener Stadt- und Landesarchiv Nach seinem Tod In der ‚Dr. Gall’s Schädelsammlung‘ des Rollettmuseums in Baden werden der Schädel und eine Büste von Vinzenz Fischer aufbewahrt. Im Katalog mit der Nr. 7.Dr. Gall’s Schädelsammlung. In: Katalogblätter des Rollettmuseums in Baden Nr. 4, 2008. ISBN 978-3-901951-04-6.

Werke (Auswahl) Stift Engelszell im Bezirk Schärding in Oberösterreich Im Zeitraum 1754–1764 wird Fischer die architektonische Ausstattung der ehemaligen Zisterzienser-Stiftskirche Mariä Himmelfahrt zugeschrieben.Werke und Werkteile von Vinzenz Fischer im Bildindex der Kunst und Kultur Pfarrkirche Mülln in Salzburg

1758/60 Hochaltar von Malerarchitekt FischerMonika Mund, Die Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt zu Salzburg - Mülln : Bedeutende Künstler, allen voran Vinzenz Fischer (1729-1810), trugen zum Entstehen dieses barocken Gesamtkunstwerkes bei. Diplomarbeit Universität Salzburg 2004.Dehio Salzburg – Stadt und Land. S. 645. Müllner Pfarrkirche. Schlossanlage Blauer Hof mit Speisesaaltrakt und Belvedere in Laxenburg Maria Theresia beauftragte ab 1761 den Zubau durch Nicolaus Pacassi. Ein großer ovaler Speisesaal mit Malereien in Kuppel, Gewölbe und dem Deckenfresko ‚Putti auf der Falkenjagd‘ von Vinzenz Fischer und Wandmalereien von Johann Bergl.Laxenburger Kultur-Parcours. S. 19. Belvedere. / S. 27. Speisesaaltrakt.Dehio Niederösterreich südlich der Donau 2003. S. 1155 ff. Blauer Hof.

Der Diana-Tempel (auch Grünes Haus), ein 8-eckiger Pavillon im Schlosspark, war ein angenehmer Ort für Maria Theresia. Sie ließ 1763 in der Kuppel ‚Jagd des Agamemnon‘ von Vinzenz Fischer malen.Dehio Niederösterreich südlich der Donau 2003. S. 1171 f. Diana-Tempel. Pfarrkirche Gerasdorf bei Wien Fischer malte die Bilder der beiden symmetrischen Seitenaltäre.Dehio Niederösterreich nördlich der Donau 1990. S. 263 Gerasdorf. mini|hochkant|Akademie der Wissenschaften Johannessaal Die Alte Universität in Wien, Johannessaal Theologie Das Deckenfresko von Franz Anton Maulbertsch, gemalt um 1766/67 stellt die Taufe Christi dar. Über dem Platz der Professoren im Saal befindet sich eine Scheinkuppel mit der Allegorie der Kirche. Der Maler der Scheinarchitektur kann mit Vinzenz Fischer, Professor der Architektur, angenommen werden.Hermann Fillitz, Das Gebäude der Akademie der Wissenschaften. Johannessaal. S. 14 f.Ulrike Knall-Brskowsky, Fresko im kleinen Sitzungssaal, ehemals Theologensaal. In: Das alte Universitätsviertel in Wien, 1385-1985. Schriften des Archivs der Universität Wien, . S. 301. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Fürstenzell) in Fürstenzell im Landkreis Passau. Kirchenbaumeister Johann Michael Fischer verließ 1744 Fürstenzell. 1769/70 folgte Vinzenz Fischer, ihm wird die Doppelturmfassade zugeschrieben. Die Türme wurden ab 1770 erbaut.Süddeutscher Barock

Pfarrhof der Mariahilfer Kirche Deckenfresko im Barnabitenkolleg, im heutigen Salvatorsaal ‚Die Verklärung des Apostels Paulus‘. Chiemseehof Salzburger Altstadt, Bibliothek In der ehemaligen Bibliothek des Chiemseehofs (Sitz des Salzburger Landtags und der Landesregierung) schuf er 1773 Grisaillemalerei auf der Decke.Dehio Salzburg – Stadt und Land. S. 588. Chiemseehof.

Hofburg Josefskapelle im Leopoldinischen Trakt 1772 wurde die Josefs- oder Kammerkapelle neu eingerichtet. Nach dem Entwurf von Nikolaus Pacassi malten Franz Anton Maulbertsch und Vinzenz Fischer Decken- und Wandbilder.Peter Swittalek, Die Wiederentdeckung der Maulbertsch Fresken in der Josefskapelle der Wiener Hofburg. In: Wiener Hofburg. Neue Forschungen. Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege LI 1997, Heft 3/4.

Kloster Fürstenzell 1773 erhielt Bartolomeo Altomonte den Auftrag, das Deckenfresko ‚Erdteilallegorien‘ zu malen, Scheinarchitekturen wurden Vinzenz Fischer übertragen.Erdteilallegorien Fürstenzell.

In der königlichen Burg in Budapest Die S/W Bilder sind historische Aufnahmen, die Innenräume der Burg wurden 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder errichtet. Vinzenz Fischer war an der Ausgestaltung der Burg in Budapest beteiligt. Er schuf mit Künstlern wie Franz Anton Maulbertsch Fresken in der Schlosskapelle, im Thronsaal (ursprünglicher Bibliothekssaal) vier monumentale Deckengemälde, welche die vier klassischen Fakultäten der Universität darstellten.

Kathedrale St. Stephan (Székesfehérvár) Fischer plante den Hochaltar, der in rotem Marmor ausgeführt wurde und malte 1775 das Altarbild ‚Der hl. Stefan bietet der Jungfrau Maria die Krone Ungarns an.‘ mini|hochkant=0.6|Allegorie auf die Übertragung der kaiserlichen Galerie in das Belvederekulturpool.

Die kaiserliche Galerie wird von der Stallburg in das Schloss Belvedere übertragen Im Oberen Belvedere befanden sich fünf Gemälde zur ersten Hochzeit Josephs (II.), und weitere fünf Gemälde zur Wahl und Krönung Josephs II. zum Römischen König in Frankfurt. Diese Gemälde habe Kaiserin Maria Theresia anfertigen und ins Belvedere überbringen lassen. Sie wurden von mehreren Malern (darunter Vinzenz Fischer, Architektur) unter der Aufsicht des Direktors der Maler- und Bildhauer-Akademie Martin van Meytens verfertigt. Heute im Schloss Schönbrunn) Österreichische Galerie Belvedere (Auswahl)

mini|hochkant=0.7|Oradea Hochaltar Pfarrkirche Karnabrunn Altarblatt des linken Seitenaltares 1787Dehio Niederösterreich nördlich der Donau 1990. S. 488 Karnabrunn. Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt in Oradea, Rumänien Nach Fischers Plan wurde 1777 der Hochaltar errichtet.Oradea, Kathedrale

Literatur

Hellmut Lorenz, Anna Mader-Kratky (Hrsg.): Die Wiener Hofburg 1705–1835, Die kaiserliche Residenz vom Barock bis zum Klassizismus. Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2016, ISBN 978-3-7001-7843-9. S. 447. Josephskapelle 1772. art in words. Alexandra Matzner, Maria Theresia und die Kunst. Die wichtigsten Künstler des 18. Jahrhunderts in Wien – Malerei, 2017. Ungarische katholische Enzyklopädie→ F→ Fischer. Dehio Wien Innere Stadt 2003, Hofburg, Josephs/Kammerkapelle. S. 425.

Bernd Euler, Ronald Gobiet, Horst Huber: Dehio Salzburg – Stadt und Land. Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1986, ISBN 3-7031-0599-2, S. 588, 645. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich nördlich der Donau 1990. Künstlerverzeichnis, S. 263, 488. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich südlich der Donau 2003. Künstlerverzeichnis, S. 1155 ff. Schlösser von Laxenburg, S. 1171. Der Kaiser und die schönen Künste. In: Helmut Reinalter, Am Hofe Josephs II. Edition Leipzig. ISBN 3-361-00339-3. S. 110. Felix Bornemann, Kunst und Kunsthandwerk in Südmähren. Fischer Vinzenz. S. 111, 1990. ISBN 3-927498-13-0.

Weblinks

Vinzenz Fischer – Allegorie auf die Übertragung der kaiserlichen Galerie in das Belvedere, Belvedere Museum auf YouTube Werke von Vinzenz Fischer bei Digitales Belvedere Vinzenz Fischer beim Getty-Museum artsdot.com. Vinzenz Fischer app.fta.art Vinzenz Fischer artvee.Vinzenz Fischer.

Einzelnachweise

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