mini|Die Rückseite De Otter, 2005 De Otter ist eine Sägemühle in Amsterdam-West an der Kostverlorenvaart. Diese Mühle ist die letzte verbliebene Sägemühle einer Gruppe ähnlicher Mühlen, die zwischen dem 17. Jahrhundert und Ende des 19. Jahrhunderts westlich der Singelgracht standen. Um 1900 entstand hier der Stadtteil Frederik Hendrikbuurt.

Die Otter ist eine Windmühle vom Typ Paltrockwindmühle, von denen es in den Niederlanden noch fünf Exemplare gibt (Amsterdam, Haarlem, Zaanse Schans und Nederlands Openluchtmuseum in Arnheim). De Otter, wie in den Niederlanden üblich werden viele Mühlen nach Tieren benannt, ist hierbei die älteste noch existierende Mühle dieses Typs.

Geschichte Die Mühle De Otter war Teil einer Reihe von dreizehn Holzsägemühlen, die ab 1630 im Auftrag der Amsterdamer Houtzaagmolencompagnie gebaut wurden. Die 1631 errichtete Windmühle ist 10,70 Meter hoch; der Rumpf ist aus Eichen- und Kiefernholz zusammengesetzt, wobei auch hölzerne Krummholz-Elemente (Krommer) aus Eiche verwendet wurden und wird auf 46 hölzernen Rollen händisch gedreht. Auf der linken Seite (bei Paltrockwindmühlen üblicherweise rechts) befindet sich ein Kran für die zu hebenden Baumstämme. Die Flügel haben einen Durchmesser von 19,5 Metern und drehen entgegen des Uhrzeigersinns. 1638 wurde die Mühle an einen Privatmann verkauft. Bewusst am westlichen Rand der Stadt gelegen, hatten alle Windmühlen sehr lange Zeit ausreichend Wind. An ihrem Standort entlang des Kostverlorenvaart (früherer Name De Schinkel) gab es zudem eine gute Möglichkeit für den Transport des Holzes. Diese Mühlen waren essentiell für den Schiffbau des aufstrebenden Kolonialreichs (siehe auch Niederländische Ostindien-Kompanie).

Das Gelände, auf dem die Mühle steht, ist seit 1816 im Besitz des Holzhandelsunternehmens G.T. van der Bijl (Beyl). Mit dem Wachstum der Stadt wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts die meisten umliegenden Häfen zugeschüttet und ein Stadtviertel gebaut, die Frederik Hendrikbuurt. Der Holzhandel blieb bestehen, stellte jedoch 1921 auf eine elektrische Sägeanlage um, auch weil die hölzerne Achse der Mühle gebrochen war. Sie blieb jedoch – ohne Flügel – weiter stehen. Nach dem Abriss der nahe gelegenen Mühle Het Luipaard (Leopard) im Jahr 1931 blieb die Otter als einzige der dutzend Mühlen, die hier einst standen, und auch als letzte der vielen Dutzenden Holzsägemühlen, die Amsterdam einst zählte, einsam zurück. Auf der anderen Seite der Kostverlorenvaart entstanden 1934 die Centrale Markthallen, heute Food Center Amsterdam.

Neuere Geschichte

Am 16. September 1980 wurde das Bauwerk als Nummer 1198 in die Liste der Rijksmonumenten aufgenommen.https://monumentenregister.cultureelerfgoed.nl/monumenten/1198 Rijksmonument 1198 Im Jahr 1996 wurde De Otter unter anderem auf Kosten des damaligen Standbezirks Westerpark restauriert und mit einer stählernen Flügelkonstruktion wieder in einen betriebsfähigen Zustand versetzt. Die Mühle war daraufhin eine kurze Zeit in Betrieb, doch der damalige Müller machte geltend, dass die Mühle in ihrem Fortbestand durch die vorrückende Neubebauung mit hohen Gebäuden bedroht sei, welche der Mühle buchstäblich den Wind aus den Segeln nehmen würden.Is er nog toekomst voor molen 'De Otter'? in Geheugen van West, einer Historikerseite (verbunden mit dem Amsterdam Museum), vom 28. September 2008 Er legte einen Plan vor, die Mühle nach Uitgeest zu verlegen, womit der Stadtbezirk Westerpark jedoch nicht einverstanden war. Am 4. August 2017 wurde gerichtlich bestimmt, dass De Otter weiter an seinem heutigen Standort verbleibt. Damit endete ein seit 2004 schwelender Konflikt. Der Holzhandel bei der Mühle wurde 2008 geschlossen.

Die Kappe der Mühle wurde 2015 instand gesetzt. Die umliegenden Lagerhäuser für die Holztrocknung an der Kostverlorenvaart wurden abgerissen, aber nach der Erneuerung der Kaimauer im Jahr 2022 mit vielen der alten Balken und Dachschindeln sowie mit zusätzlicher modern isolierter Fensterfront wieder neu errichtet. Hier soll ein Museum eingerichtet werden. Es existiert eine Gruppe von Freiwilligen, um die Mühle in Betrieb zu halten. Durch die Jahre der Vernachlässigung durch den schwebenden Rechtsstreit musste sich die die Mühle 2019 einer erneuten Instandsetzung unterziehen. Allerdings werden jetzt wieder, genau wie früher, Baumstämme gesägt. Das Sägemehl wird Seifen beigemengt und diese von der Mühle verkauft.Website der Mühle mit Seifenverkauf Seit 2019 ist die Mühle bei ausreichendem Wind jeden Dienstagnachmittag in Betrieb zu sehen und zu besichtigen. Allerdings ist der Betrieb der Mühle durch den geplanten Bau zweier Wohntürme auf dem Gelände des Food Center Amsterdam und dem von diesen mutmaßlich entstehenden Windschatten bedroht.Plan voor museum bij molen De Otter, maar na 400 jaar dreigt gebrek aan wind in der Stadtteilzeitung Westerkrant vom 29. Mai 2025 (Stand Mai 2025)

Weblinks

De Otter, Amsterdams laatste houtzaagmolen (Amsterdams letzte Sägemühlen) De Otter in der niederländischen Mühlendatenbank Facebookseite De kleine Otter mit vielen Bildern und Aktualitäten

Einzelnachweise

Kategorie:Windmühle in den Niederlanden Kategorie:Rijksmonument in Amsterdam Kategorie:Erbaut in den 1630er Jahren Kategorie:Sägewerk