mini|hochkant|St. Marien in Wippra mini|Innenansicht mit dem Tetragramm an der Decke mini|Orgel mini|Pfarrhaus und Kirche Die evangelische Kirche St. Marien ist eine im Kern wohl gotische, barock umgebaute Saalkirche im Ortsteil Wippra von Sangerhausen im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Wippra im Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Geschichte und Architektur Die Kirche ist ein barocker Putzbau mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor, einem zweigeschossigen nördlichen Choranbau sowie einem quadratischen Westturm mit achteckigem Fachwerkaufbau, Haube und Laterne. Der Chor ist im Kern vermutlich gotisch, das Schiff und der Turm sind inschriftlich auf die Jahre 1780 beziehungsweise 1775–76 datiert. Eine Restaurierung wurde im Jahr 1903 durchgeführt, eine Instandsetzung erfolgte in den Jahren 1990–92; dabei wurde die Patronatsloge der Familie von Stammer an der Nordseite des Altarraumes vermauert. Die Längswände des Schiffs und des Chores sind mit flachbogigen Fenstern in gestuften Holzfaschen versehen. Portale sind im Süden unter offenen Holzvorbauten angeordnet.

Das Innere wird durch ein hölzernes Tonnengewölbe abgeschlossen, das mit drei gemalten Medaillons versehen ist; diese stellen Gethsemane, das Tetragramm und die Auferstehung Christi dar. Eine doppelte Hufeisenempore umgibt den Raum. An der Nordseite des Chores ist eine spätgotische Sakramentsnische vom Ende des 15. Jahrhunderts erhalten.

Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 65225 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.

Ausstattung Das Hauptstück der Ausstattung ist der spätgotische Schnitzaltar an der Chornordseite mit originaler Fassung aus der Zeit um 1500–1510, die in den Jahren 1934–36 restauriert wurde. Er zeigt im hochrechteckigen, durch Engelpfeiler abgetrennten Mittelteil die Mondsichelmadonna, flankiert von in zwei Reihen paarweise übereinander angeordneten Heiligenfiguren, links Dorothea und Margareta, Maria Magdalena und Veit, rechts Katharina und Barbara, Anna selbdritt und Elisabeth von Thüringen. In der veränderten Predella befindet sich das Relief der Grablegung Christi. Die geschnitzte Taufe und die Kanzel stammen beide aus dem 19. Jahrhundert.

Die Orgel ist ein Werk von Karl-August Witzmann aus dem Jahr 1856 mit 20 Registern auf zwei Manualen und Pedal.

Umgebung Das Pfarrhaus ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach und mittigem Zwerchhaus aus der Zeit um 1640–1649, das in den Jahren 1998/99 rekonstruiert wurde. Je zwei Fensterachsen sind neben dem symmetrisch angeordneten Mitteleingang angeordnet, dieser ist mit einem von vier Pfeilern getragenen Verandavorbau ausgestattet.

Literatur

Weblinks

Website der Kirchengemeinde

Einzelnachweise

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