mini|Verbreitungsgebiet des Kubavireos
Der Kubavireo, auch Gundlachvireo, (Vireo gundlachii) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).Kubavireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 5. Oktober 2025.P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel ist endemisch in Kuba einschließlich der Isla de la Juventud und angrenzender Inseln.
Mitunter wurde die Art als konspezifisch mit dem Weißaugenvireo (Vireo griseus) angesehen.D. Brewer: Cuban Vireo (Vireo gundlachii), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Vireo gundlachii
Der Lebensraum umfasst Wälder, Waldränder, Dickicht und Gebüsch im Tiefland, aber auch auf Hügeln und Bergausläufern.
Der Artzusatz bezieht sich auf Juan Gundlach.J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Die Art ist 13 cm groß und wiegt zwischen 11 und 15 g. Kopfkappe, Ohrdecken und Rücken sind matt olivgrau, ein gelber oder cremeweißer Fleck zieht von den Zügel hinter das Auge, zwischen Basis des Unterschnabels und den Ohrdecken findet sich ein gräulich gelbes Areal. Die Flügel sind kurz und gerundet. Die Hand- und Armschwingen sind bräunlich grau mit blass gelblichen Rändern an den Außenfahnen. Die Flügeldecken sind bräunlich grau mit weißlichen oder hellgrauen Spitzen, die zwei schmale Flügelbinden bilden. Die Steuerfedern sind matt bräunlich grau. Kehle und Brust sind matt gelblich, am Bauch blasser und an den Flanken grauer werdend. Die Unterschwanzdecken sind gelbgrau bis gelblich. Die Iris ist braun oder rötlich braun, der hornfarbene Schnabel an der Oberseite graubraun, am Unterschnabel heller, die Beine sind bleigrau. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sind matter gefärbt.C. B. Cory: The Birds of the West Indies, including the Bahama Islands, the Greater and the Lesser Antilles, excepting the Islands of Tobago and Trinidad. In: The Auk, Band 3, Nummer 2, A886, S. 189,
Der als Sommerbesucher auf der Insel auftauchende Bartvireo (Vireo altiloquus) kann leicht durch die Lautäußerungen und das Gefieder unterschieden werden. Der Kubavireo zeigt ein großes Auge, keinen Augenstrich, hat aber angedeutete Flügelbinden, cremefarbene Zügel und einen halbmondartigen Fleck hinter dem Auge.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblersAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 Vireo gundlachii magnus , 1971O. H. Garrido: Vireo gundlachii magnus. In: Una nueva subespecie del Vireo gundlachii (Aves: Vireonidae), para Cuba. In: Poeyana, Band 81, S. 2, 1971, – Insel Cayo Cantiles (östlich der Isla de la Juventud), größer, längere Flügel und längerer Schwanz, weniger olivfarbener Rücken, blasser gelbe Unterseite Vireo gundlachii sanfelipensis , 1973O. H. Garrido: Vireo gundlachii sanfelipensis. In: Anfibios, reptiles y aves de Cayo Real (Cayos de San Felipe), Cuba. In: Poeyana, Band 119, S. 31, 1973, – Insel Cayo Real (westlich der Isla de la Juventud), blasser als Nominatform, besonders an Kinn und Kehle, die weißlich, nicht gelb ist Vireo gundlachii gundlachii , 1850, Nominatform, – Kuba (außer des Südostens) und Isla de la Juventud Vireo gundlachii orientalis , 1916W. E. C. Todd: Vireo gundlachii orientalis. In: Annals of the Carnegie Museum, Band 10, S. 256, Biodiversity Library, – Südosten Kubas (östlich der Provinz Camagüey), deutlich grauer, blass gelbe Unterseite
Von Avibase und der Clements Checklist of Birds of the WorldClements, J. F., P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, T. A. Fredericks, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer,S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith, and C. L. Wood. 2024. The eBird/Clements checklist of Birds of the World: v2024. , abgerufen am 15. Oktober 2025 wird die Art als monotypisch angesehen, da die Unterschiede nicht sehr ausgeprägt sind.
Stimme Die Lautäußerungen werden als lautes, sehr variables Pfeifen „chuee-chuee“ oder „see-ree-ri-do“ beschrieben, hinzu kann eine schnelle abfallende Folge von „chi“-Lauten kommen, während der Balz auch ein schnelles wiederholtes „wheet“.
Lebensweise Die Art ist ein Standvogel. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und Früchten, die vorwiegend in geringer Vegetationshöhe gesucht werden, meist paarweise, oft auch in gemischten Jagdgemeinschaften besonders zusammen mit Gelbkopf-Kubasänger (Teretistris fernandinae) oder Gelbbrust-Kubasänger (Teretistris fornsi). Die Art bewegt sich eher träge, fliegt keine längeren Strecken. Die Brutzeit liegt zwischen März und August, hauptsächlich zwischen April und Juni. Das gut versteckte Nest ist ein Hängebecher aus Fasern, Gras, Moosen, Pferdehaaren und kleinen Feder in eine kleine Astgabel gehängt. Das Gelege besteht aus 3 weißen Eiern mit kleinen braunen oder purpurfarbenen Flecken am stumpfen Ende.
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur J. Lembeye: Vireo gundlachii. In: Aves de la Isla de Cuba, S. 29, 1850, Biodiversity Library C. B. Cory: In Cuba with Dr. Gundlach. In: The Auk, Band 9, Nummer 3, 1892, S. 271–273, , abgerufen am 15. Oktober 2025
Weblinks
Macaulay Library
Kubavireo auf Briefmarken
Einzelnachweise
Kategorie:Vireos Kategorie:Endemischer Vogel Kubas