Urs Otto Wiesli (* 2. Dezember 1925 in Olten; † 7. August 1995 in Savognin, heimatberechtigt in Winterhur) war ein Schweizer Geograph, Gymnasiallehrer und Regionalhistoriker mit Schwerpunkt auf der Kulturlandschaft des Kantons Solothurn.

Leben Urs Wiesli wurde am 2. Dezember 1925 als Sohn des in Winterthur heimatberechtigten reisenden Kaufmanns Albert Wiesli-ManzAlbert Wiesli war seit dem 2.11.1921, damals noch ledig und ohne Kinder, in der Stadt Olten an der Florastrasse 27 gemeldet. Im Einwohnerregister von Olten findet sich unter dem Eintrag von Albert Wiesli mit Ehefrau und Kinder, dass die Familie an folgenden Adressen gemeldet war: Klarastrasse 18 ab dem 15.09.1923, Florastrasse 11 ab dem 25.3.1927, Bleichmattstrasse 34 ab dem 23.7.1929.Geneanet: Albert Josef Wiesli, Verheiratet 4. Mai 1923, Olten, mit Anna Elisabetha Manz 1894-. Quelle: CH-Bürgergeschlechter Wil.ged - Importdatum: 28 Mai 2007.Geneanet: Anna Elsabetha Manz, * 22. Mai 1894, Verheiratet: 4. Mai 1923 in Olten mit Albert Josef Wiesli, Quelle: CH-Bürgergeschlechter Wil.ged - Importdatum: 28 Mai 2007. und Anna Elisabetha Wiesli, geborene ManzEinwohnerregister GA-04-01-22-02: Albert Josef Wiesli, geb. 17.03.1896, gest. 17.12.1959, und Anna Elisabetha Wiesli, geb. Manz, 22.05.1894, gest. 05.01.1980, verheiratet am 04.05.1923 hatten zwei Söhne: Urs Otto, geb. 02.12.1925 und Rudolf Albert, geb. 01.06.1929. Urs Otto, heiratete am 10.04.1959 Hildegard Gisiger. Rudolf Albert meldete sich am 23. April 1945 nach Montreux ab. in Olten geboren. Die Familie bewohnte ab 1929 das 1923 erbaute Einfamilienhaus Bleichmattstrasse 34.Adressbuch der Stadt Olten, 1936. S. 157: Wiesli-Manz Albert, Kaufmann, Bleichmattstr. 34. T. 3152. Er besuchte die Primarschule und das Progymnasium in Olten sowie ab 1942 die Kantonsschule Solothurn, wo er im Herbst 1944 die Maturität Typus B ablegte. Er studierte Geographie als Hauptfach sowie Allgemeine und Schweizerische Geschichte und Deutsch an der Universität BaselEinträge in den Studentenverzeichnissen von Wintersemester 1944/45 bis Sommer 1947: 6 Semester.Erschienen auch als Balsthal und seine Täler. In: Beiträge zur Heimatkunde des Kantons Solothurn. 2, 1953, S. 1–224 sowie als Separatausgabe.. Nach einem Studienunterbruch durch Artillerieoffiziersschule und praktischen OffiziersdienstOffiziers-Etat 1948, S. 167: 25., 26.10.46. Wiesli Urs, Olten. Sch.Mw.Bttr. 5. S. 662: Alphabetisches Verzeichnis der Offiziere: Wiesli Urs, Lt. Ab 1948 wird Urs Wiesli im Offiziers-Etat als Leutnant der Schweren Minenwerfer-Batterie 5 genannt.

Offizers-Etat 1949. S. 165 und S. 674. wechselte er im Herbst 1947 an die Universität Bern. Im November 1948 bestand Wiesli das Gymnasiallehrervorexamen in Deutsch, musste das Studium jedoch erneut für ein Jahr unterbrechen, da er sich in einem Wiederholungskurs eine schwere Krankheit zuzog. Im Wintersemester 1949/50 nahm er das Studium an der Universität Bern wieder auf, zunächst eingeschränkt, und schloss es am 10. Mai 1951 mit dem Doktor-Der Bund, Band 102, Nummer 276, 17. Juni 1951: Urs Wiesli von Winterthur hat an der philosophisch-historischen Fakultät die Doktorprüfung bestanden in den Fächern Geographie, Allgemeine Geschichte und Schweizergeschichte. Dissertation: Balsthal und seine Täler. Eine Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte. sowie im Mai 1952 mit dem Gymnasiallehrerexamen ab. Die Veröffentlichung der Dissertation Balsthal und seine Täler erfolgte 1953. Nach weiteren Studien in LausanneListe des étudiants de l’Université de Lausanne, No. 130,

Semestre été 1955, Faculté des Lettes, S. 42. Auditeurs: Wiesli Urs, Zürich [?], passage Montriond 2. erwarb er aufgrund einer Ergänzungsprüfung auch das solothurnische Bezirklehrerpatent humanistischer Richtung.Das Wahlfähigkeitszeugnis umfasste die Lehrberechtigung in den Fächern Deutsche Sprache, Geschichte und Geographie sowie Lateinunterricht.RRB 1955/4468, 11.10.1955: Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Solothurn vom 11. Oktober 1955. Nr. 4468. Solothurnisches Bezirkslehrerpatent nach humanistischer Richtung. Nach HilfslehrerstellenOltner Tagblatt. Nr. 25. 31.1.1991: Prof. Dr. Urs Wiesli tritt zurück. war er von 1956 bis 1962 als Hauptlehrer an der Oltner Bezirksschule tätig. 1962 wurde er als Professor für Geographie an die Kantonale Handels- und Verkehrsschule Olten (später Wirtschaftsgymnasium) gewählt, wo er bis zur Pensionierung 1991 lehrte. Wiesli unterrichtete vorerst neben Geographie auch Geschichte und Deutsch, konnte sich später aber ganz auf sein eigentliches Fachgebiet konzentrieren. Wiesli vermittelte als Lehrer nicht nur Fachwissen, sondern weckte Verständnis für Erdkunde durch persönliche Landschaftserfahrungen, Auslandsreisen und aktuelle Methoden.

Von 1979 bis 1985 hatte er einen Lehrauftrag für eine jährlich gemeinsam an der Universität Zürich und der ETH durchgeführte Vorlesung zur Schweizer Geographie,In den Vorlesungsverzeichnissen ist Urs Wiesli zwischen WS 1979/80 sowie SS 1985 alle zwei Semester ausgewiesen als Dozent für den Kurs Geographie der Schweiz. Der Kurs fand teilweise in Räumlichkeiten der ETH, teilweise an der Universität Zürich statt.aus deren Grundlagen 1986 die Länderkunde Schweiz hervorging. Wiesli engagierte sich als Referent, Exkursionsleiter sowie Mitarbeiter an Lehrbüchern.

Mitgliedschaften Wiesli war Mitglied des Historischen Vereins des Kantons Solothurn. Bis 1963 war er Obmann der Sektion Solothurn und damit Mitglied des Zentralvorstands des Schweizer Heimatschutzes.Neue Zürcher Nachrichten, Nummer 275, 26. November 1962 Ausgabe 02 Der Heimatschutz des Kantons Solothurn hielt seine diesjährige Generalversammlung in Schönenwerd ab. [...] Obmann Dr. Urs Wiesli, Olten, der für eine weitere zweijährige Amtsdauer bestätigt wurde, [...].Schweizer Heimatschutz. 57, 1962: Obmänner der Sektionen: Solothurn: Dr. Urs Wiesli, Bleichmattstr. 34, Olten.Heimatschutz, 57, 1962, S. 79: Als neue Sektionsobmänner traten nach den Satzungen in den Zentralvorstand ein die Herren Dr. Urs Wiesli, Professor an der Handelsschule in Olten, und Architekt Peter Arbenz aus Muri bei Bern.Heimatschutz, 60, 1965, S. 100: Bericht über den Stand und die Tätigkeit des Schweizer Heimatschutzes: [...] Drei bewährte Sektionsobmänner haben ihre Ämter niedergelegt und sind damit auch aus dem Landesvorstand ausgeschieden. Es sind die Herren [...] und Dr. U. Wiesli, Olten. Er war vorerst Mitglied, dann Vorstandsmitglied des Vereins Schweizerischer Geographielehrer (VSGg)Gymnasium Helveticum, Organ des Vereins Schweizerischer Gymnasiallehrer und gehörte, als dieser den Vorort der Schweizerischen Geographischen GesellschaftListe geographischer Gesellschaften#Schweiz bildete, dem Zentralvorstand der Schweizerischen Geographischen Gesellschaft an.

Wiesli engagierte sich besonders in der 1975 gegründeten Spezialkommission des VSGg zur Reform der eidgenössischen Maturitätsprüfungen in Geographie (Verordnung SR 413.12)[ SR 413.12 ] Verordnung vom 17. Dezember 1973 über die eidgenössischen Maturitätsprüfungen. Dabei half er, wissenschaftlich fundierte Lernziele für Geographieprüfungen zu formulieren und den Übergang zu modernem, raumbezogenem Unterricht voranzutreiben.

Von 1979 bis 1988 wirkte er als Redaktor der Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Solothurn.Hans E. Gerber: Zum Geleit: Unter seiner Leitung erscheinen die Nummern 29 bis 33 [der Mitteilungen]. Seit 1993 war er Ehrenmitglied des Historischen Vereins des Kantons Solothurn.

Seit 1981 setzte er sich in der Prüfungskommission für Bezirkslehrer für einen hohen Ausbildungsstand der Lehramtskandidaten ein. Als langjähriger Präsident der Museumsgesellschaft Olten bereicherte er das kulturelle Leben vielen Jahre mit interessanten Vortrags- und Exkursionsprogrammen. Wiesli war einer der Autoren der 1991 erschienenen Geschichte der Stadt Olten.

Ehrung Urs Wiesli wurde für sein unermüdliches Wirken 1993 zum Ehrenmitglied des Historischen Vereins des Kanton Solothurn ernannt. Diese Würdigung spiegelte seine bedeutenden Verdienste wider.Jahrbuch für Solothurnische Geschichte. Herausgeber: Historischer Verein des Kantons Solothurn, Bd 22, 1949. S. XXXI: Mitgliederverzeichnis : abgeschlossen auf 1. Juni 1949: Wiesli, Urs, stud, phil., Olten, Bleichmattstrasse 34.

Familie und Lebensende Er war mit Hildegard Wiesli-Gisiger verheiratet. Das Ehepaar hatte zwei Kinder. Seine Frau starb am 26. Juni 1985.Oltner Neujahrsblätter, 44, 1986. S. 93: Todesfälle der Stadt Olten. [...] Wiesli-Gisiger Hildegard, 1928. Trotz gesundheitlicher Probleme (Rückenleiden) blieb er weiterhin aktiv. Wiesli starb am 7. August 1995 in Savognin. Im Nachlass befanden sich unter anderem alte Pläne aus dem 18. und 19. Jahrhundert von Tannmatt/Mieschegg (Herbetswil), die Sohn MarkusOltner Adressbuch 1980, S. 169: Wiesli, Markus Rudolf, Bleichmattstrasse 034 2011 der Gemeinde übergab.Aargauer Zeitung, 7. April 2011: Alte Karten der Berghöfe kommen zurück nach Herbetswil: Im Nachlass des Solothurner Geografen Urs Wiesli befanden sich mehrere alte Pläne des Gebietes Tannmatt/Mieschegg. Sein Sohn, Markus Wiesli, hat die Pläne nun wieder ihrem Ursprungsort zugeführt.

Werke (Auswahl) Siehe Bibliographie der solothurnischen Geschichtsliteratur ab 1950, Helveticall sowe Solothurner Autorinnen und Autoren. Schriften von Wiesli erschienen insbesondere im Jahrbuch für solothurnische Geschichte, in Geographica Helvetica, im Historischen Lexikon der Schweiz., in Jurablätter, Oltner Neujahrsblätter und Regio Basiliensis. Nach Hans E. Gerber gilt als eigentliches Hauptwerk die im Auftrag des Regierungsrates verfasste, 1969 erschienene Geographie des Kantons Solothurn. Die Bedeutung der solothurnischen Juraübergange. In: Jahresbericht der Geographischen Gesellschaft von Bern. 41 (1951–1952), 1952. S. 42–45. Balsthal und seine Täler. In: Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Solothurn. 17, 1953, S. 1–224. [Dissertation] Der Kanton Solothurn des 18. Jahrhunderts im Urteil ausländischer Reisender. In: Jahrbuch für solothurnische Geschichte, 27, 1954. S. 5–45.

100 Jahre Eisenbahnstadt Olten (1956). Olten (ca. 1961). Geographie des Kantons Solothurn (1969, 656 S., Regierungsrat-Auftrag). Die verkehrsbedingte Entwicklung der Stadt Olten. In: Geographica Helvetica, 25, 1970. S. 15. Mitteleuropa. In: Kurt Bösiger, Urs Wiesli, Hans Windler. (Hrsg.): Geographisches Unterrichtswerk für Mittelschulen. Basel, Helbing und Lichtenhahn, Bd. 1, 1971. S. 14–60. Hans-Rudolf Egli und Urs Wiesli, Urs: Jurasüdfuss: Olten – Solothurn – Biel/Seeland. In: Exkursionsführer 18. Deutscher Schulgeographentag. Basel, 1982, S. 157–169. Die Schweiz. (= Wissenschaftliche Länderkunden, 26), Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1986. Inhaltsverzeichnis, Literaturbesprechung. Mitwirkung: Olten. Stadt und Land am Jura (1983), Olten 1798–1991. 75 Jahre Handels- und Verkehrsschule Olten : 25 Jahre Wirtschaftsgymnasium Olten. In: Oltner Neujahrsblätter. Bd. 45, 1987. S. 75–79. Der Kanton Solothurn in der Topographie der Eydgenossenschaft von David Herrliberger / Einleitung und Kommentare: Urs Wiesli. Olten, Historisches Museum. 1993. Olten : 1798–1991 ; vom Untertanenstädtchen zum Wirtschaftspol / hrsg. von der Einwohnergemeinde Olten. [Red. Martin E. Fischer ...]. 1991. Inhaltsverzeichnis

Literatur Hermann Frei und Klaus Aerni: Eidgenössische Maturität – Lernzielkatalog Geographie. In: Geographica Helvetica 32, 1977, 1. S. 1–10. Geoscope. Zeitschrift für Geographiestudierende der Universität Zürich. te: Prof. Dr. Urs Wiesli tritt zurück. In: Oltner Tagblatt. Nr. 25. 31.1.1991. Karin Hetzar: Solothurner Autorinnen und Autoren. Solothurn, 1992. S. 223. Erich Meyer: Urs Wiesli 1925–1995. Zum Gedenken, In: Jahrbuch für solothurnische Geschichte 68 (1995), S. 330–332. M.B.: Dr. Urs Wiesli (1925–1995). In: Jurablätter. Bd. 57, 1995, S. 196.