mini|hochkant=1.4|Karte der Bundesstaaten zum Senat 2026:
Die Wahlen zum Senat der Vereinigten Staaten 2026 sind die Wahl von 35 Senatoren der Vereinigten Staaten am 3. November 2026. Die Senatssitze von 33 Senatoren der Vereinigten Staaten der Klasse II stehen dabei regulär zur Wahl und in den Bundesstaaten Florida und Ohio kommt es zu Nachwahlen, da Marco Rubio als Außenminister und J.D. Vance als Vizepräsident 2025 in die Regierung eingetreten und aus dem Senat ausgetreten waren. Die Wahl ist gemeinsam mit den gleichzeitigen Wahlen zum Repräsentantenhaus die Wahl zur Zusammensetzung des 120. Kongresses, der dann am 3. Januar 2027 zusammentritt.
Ausgangslage
Zur regulären Wahl stehen 20 Senatssitze, die von Republikanern eingenommen werden und 13 von Demokraten besetzte Sitze. Hinzu treten die beiden von Rubio und Vance aufgegebenen republikanischen Sitze in Florida und Ohio. Nach den Wahlen zum Senat der Vereinigten Staaten 2024 hatte die Republikanische Partei eine Mehrheit von 53 Sitzen im Senat. Damit die Demokraten eine Mehrheit erhalten können, müssen ihre Kandidaten netto mindestens vier Mandate gewinnen, die vorher von Republikanern eingenommen wurden.
Generell gilt diese Senatswahl von der Zusammenstellung der Bundesstaaten, in denen gewählt wird, als günstig für die Republikanische Partei. Andererseits fällt Donald Trump an der Spitze des Wahlzettels aus, was zu einem Motivationsproblem an der republikanischen Basis führen kann. Des Weiteren sinkt Trumps Popularität aufgrund von steigenden Lebenshaltungskosten und anderen wirtschaftlichen Problemen. Als besonders umstritten gelten vier Bundesstaaten. Die einzige republikanische Senatorin, die Amtsinhaberin in einem bei der Präsidentschaftswahl 2024 von der Demokratin Kamala Harris gewonnenen Bundesstaat ist, ist Susan Collins in Maine. Auf demokratischer Seite tritt Jon Ossoff in Georgia zur Wiederwahl an, nachdem der Republikaner Donald Trump dort in der Präsidentschaftswahl zwei Jahre zuvor mit 2 Prozent Vorsprung gewonnen hatte. Im ebenfalls von Trump gewonnenen Michigan tritt der Demokrat Gary Peters nicht erneut an. In dem von Trump 2024 mit 3 Prozent Vorsprung gewonnenen North Carolina trat der Republikaner Thom Tillis nicht wieder an und der ehemalige Parteivorsitzende Michael Whatley kandidierte bei den Republikanern, wenn auch mit einem Herausforderer von rechts. Allerdings trat bei den Demokraten der populäre Gouverneur Roy Cooper an. Es wird daher erwartet, dass es der am heftigsten umkämpfte Senatswahlkampf wird.Bridget Bowman: The 10 Senate races that will decide the balance of power in 2026, NBC News vom 28. Dezember 2025
Auswirkungen hatten Wahlempfehlungen von Donald Trump in den Vorwahlen. Die Senatoren John Cornyn in Texas oder Bill Cassidy in Louisiana unterlagen von Trump unterstützten Herausforderern. Thom Tillis aus North Carolina hatte auf eine Wiederwahl verzichtet, nachdem Trump angekündigt hatte auf der Suche nach einem Herausforderer in den Vorwahlen zu sein. Sie wurden danach dem sogenannten informellen YOLO Caucus (etwa: YOLO Fraktion) zugerechnet, wie auch die Kongressabgeordneten Thomas Massie aus Kentucky und Don Bacon aus Nebraska.Sarah Davis: Senate ‘YOLO’ caucus bucks Trump on Blanche: What to know, The Hill vom 30. Juli 2026 Das hatte politische Auswirkungen, etwa im Zusammenhang mit der Einstellung eines von Jeanine Pirro gegen Jerome Powell eröffneten StrafverfahrensMaria Aspen: Justice Department drops probe into Fed Chair Jerome Powell, National Public Radio vom 24. April 2026 oder der Bestätigung von Todd Blanche als Leiter des Justizministeriums (Attorney General).Sammy Westfall: Trump says he ended their careers. Now these GOP lame ducks are defying him, The Washington Post vom 30. Juli 2026
Am 30. Juni 2026 kündigte Donald Trump eine Republican National Convention in Dallas am 9. und 10. September an, der erste derartige Parteitag vor Zwischenwahlen.Rebecca Falconer: Trump says GOP will hold midterm convention in Dallas, Axios vom 30. Juni 2026 Der Veranstaltungsort dieser auch „Trumpapalooza“ genannten Veranstaltung war gewählt worden, um den republikanischen Kandidaten in Texas zu helfen, insbesondere Ken Paxton in seinem engen Wettbewerb gegen den demokratischen Senatskandidaten James Talarico.Julia Mueller/Helen Huiskes: Republicans ready for ‘very hasty’ ‘Trump-a-palooza’ convention in Texas, The Hill vom 30. August 2026 Terminlich überschnitt sich die Veranstaltung allerdings mit den Eröffnungsspielen der NFL-Saison 2026 der New England Patriots gegen die Seattle Seahawks am 9. September und der San Francisco 49ers gegen die Los Angeles Rams am 10. September.Alex Isenstadt: GOP convention will battle NFL openers for attention, Axios vom 28. August 2026
Nicht erneut antretende Senatoren Eine überdurchschnittliche Zahl von Senatoren trat nicht zur Wiederwahl an, bis September 2025 hatten bereits zehn Senatoren erklärt nicht erneut für den U.S. Senator kandidieren zu wollen, was bereits ein Rekordwert in der neueren Geschichte der Vereinigten Staaten darstellte.Stephen Fowler: With midterms more than a year away, a record number of lawmakers are eyeing the exits, National Public Radio vom 2. September 2025 Bis zum 20. Dezember war die Zahl auf elf Senatoren angestiegen, der höchsten Wert seit 2012. Mit drei Senatoren bewarb sich dabei eine ungewöhnliche Zahl um das Amt eines Gouverneurs. Dies schließt Senator Michael Bennet (D-Colorado), Senatorin Marsha Blackburn (R-Tennessee) und Amy Klobuchar (D-Minnesota) ein, die zwar nicht zur Wiederwahl anstehen, aber bei den Gouverneurswahlen 2026 antreten und im Falle eines Wahlsieges ihr Senatsmandat niederlegen.Stephen Fowler: More than 10% of Congress won't return to their seats after 2026, National Public Radio vom 20. Dezember 2025
Republikaner Alabama: Tommy Tuberville (seit 2021), kandidiert als Gouverneur Iowa: Joni Ernst (seit 2015), tritt in den Ruhestand Kentucky: Mitch McConnell (seit 1985), tritt in den Ruhestand Montana: Steve Daines (seit 2015), tritt in den Ruhestand Oklahoma: Markwayne Mullin (seit 2013) trat im März 2026 das Amt des Heimatschutzministers an North Carolina: Thom Tillis (seit 2015), tritt in den Ruhestand Wyoming: Cynthia Lummis (seit 2021), tritt in den Ruhestand
Demokraten Illinois: Dick Durbin (seit 1997), tritt in den Ruhestand Michigan: Gary Peters (seit 2015), tritt in den Ruhestand Minnesota: Tina Smith (seit 2018), tritt in den Ruhestand New Hampshire: Jeanne Shaheen (seit 2009), tritt in den Ruhestand
Verstorben South Carolina: Lindsey Graham (seit 2002), verstarb nach der Vorwahl in South CarolinaScott Wong/Frank Thorp V: Sen. Lindsey Graham dies at 71 after ‘brief and sudden illness’, NBC News vom 12. Juli 2026
Ausgeschieden in Vorwahlen Bill Cassidy (R) schied in der Vorwahl in Louisiana aus. John Cornyn (R) schied in der Vorwahl in Texas aus.
Nachwahlen Wegen des Eintritt in das Kabinett Trump II wurden zwei Senatssitze frei. Nach der Wahl von Senator J.D. Vance zum Vizepräsidenten ernannte Gouverneur Mike DeWine seinen Vizegouverneur Jon Husted zum Senator für Ohio. Hierdurch wurde der Weg frei für Trumps Verbündeten und Co-Leiter des Department of Government Efficiency Vivek Ramaswamy, bei der Gouverneurswahl 2026 ohne Konkurrenz von Husted in Ohio anzutreten. Gregory Krieg/Daniel Strauss/David Wright: DeWine names Ohio Lt. Gov. Jon Husted to fill Senate seat vacated by Vance, CNN vom 17. Januar 2025 Husted erhielt die ausdrückliche Unterstützung Trumps und war seit 2001 in verschiedenen Ämtern in Ohio tätig. Er muss bei der Nachwahl daher keine innerparteiliche Konkurrenz in der Vorwahl fürchten. Henry J. Gomez/Matt Dixon: Vance's and Marco Rubio's Senate successors avoid GOP primary drama, NBC News vom 21. Juli 2035
Nachdem Marco Rubio als Außenminister von Trump nominiert worden war, setzte Floridas Gouverneur Ron DeSantis die Republikanische Generalstaatsanwältin Ashley Moody als Senatorin bis zur Senatswahl 2026 ein.Kimberly Leonard: DeSantis picks Florida AG Ashley Moody to replace Rubio in the Senate, Politico vom 16. Januar 2025
Nach der Ernennung von Markwayne Mullin zum Heimatschutzminister schied er aus dem Senat aus. Gouverneur Kevin Stitt ernannte am 24. März 2026 als Nachfolger bis zur nächsten Legislaturperiode den Unternehmer Alan Armstrong als Nachfolger Mullins.Julia Mueller: Oklahoma governor makes pick to replace Mullin in Senate, The Hill vom 24. März 2026 Armstrong musste sich nach dem Recht Oklahomas verpflichten nicht zur Senatswahl 2026 anzutreten.Alex Gangitano/Adam Wren: Stitt and Trump patch things up, Politico vom 13. März 2026
Die Wahlen in den Bundesstaaten Alabama Der republikanische Amtsinhaber Tommy Tuberville trat nicht wieder an und kandidiert als Gouverneur von Alabama. Um seine Nachfolge bewarben sich in der republikanischen Vorwahl der Kongressabgeordnete Barry Moore, der Attorney General Steve Marshall und der Veteran Jared Hudson. Donald Trump hatte zur Wahl von Moore aufgerufen.Tim Balk: What to Know About the Republican Senate Primary in Alabama, The New York Times vom 19. Mai 2026 Auf demokratischer Seite bewarben sich vier Kandidaten um die Nominierung als Kandidat der Demokraten.Meet the candidates: Alabama’s Democratic candidates for U.S. Senate, WSFA.com vom 13. Mai 2026 Bei beiden Parteien konnte kein Kandidat die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen, so dass es bei beiden Parteien am 16. Juni zu Stichwahlen kam. Bei den Republikanern qualifizierten sich Barry Moore (39,2 %) und Jared Hudson (25,6 %) für diese Stichwahl; bei den Demokraten Everett Wess (39,6 %) und Dakarai Larriett (29,1 %).Alabama Senate Primary Results 2026, NBC News vom 19. Mai 2026 In der Stichwahl am 16. Juni 2026 setzte sich bei den Republikanern Barry Moore mit 55,8 % und bei den Demokraten Everett Wess mit 54,6 % durch.Alabama Primary Runoff Election Results, The New York Times 2026
Alaska In Alaska qualifizieren sich in der Vorwahl die vier Kandidaten mit den meisten Stimmen für die Hauptwahl im November.Chris Stein: Republican senator Dan Sullivan and Democrat Mary Peltola advance in Alaska Senate primary, The Guardian vom 19. August 2026
Im Vorfeld der Wahl disqualifizierte die Wahlbehörde am 15. Juni 2026 den Kandidaten Dan J. Sullivan, da seine Kandidatur irreführend wegen der Namensgleichheit mit Senator Dan Sullivan sein könnte. Am 26. Juni hob ein Gericht des Bundesstaates diese Entscheidung auf und erklärte Dan J. Sullivan für wählbar.Anthony Thompson: Judge allows second Dan Sullivan on Alaska Senate ballot, USA Today vom 27. Juni 2026 Dan J. Sullivan ist wie der Senator als Republikaner registriert.Alaska Sen. Dan Sullivan's primary challenger who has the same name is eligible for ballot, judge rules, CBS News vom 27. Juni 2026 Der Alaska Supreme Court bestätigte am 29. Juni die Entscheidung. Lisa Kashinsky: Alaska Sen. Dan Sullivan can face challenge from other Dan Sullivan, court says, Politico vom 29. Juni 2026
In der Vorwahl am 18. August qualifizierte sich die Demokratin Mary Peltola vor dem republikanischen Amtsinhaber Dan Sullivan. Als Drittplatzierter qualifizierte sich Dan J. Dullivan.Bridget Bowman/Scott Bland: The second Dan Sullivan makes the general election in Alaska’s Senate race, NBC News vom 25. August 2026 Peltola erhielt 49,5 %, der amtsinhabende Sullivan 41,4 % und der andere Sullivan 2,5 %. Der viertplatzierte Demokrat David Leslie lag mit 1,1 % nur etwa hundert Stimmen vor dem als fünftplatzierten nicht qualifizierten Republikaner Gerald Heikes (1,1 %).2026 Primaries and Caucuses – Alaska Results, National Public Radio