Franz Friedrich Levin Christian von Schierstedt (geb. 8. November 1753 in Görzke; gest. 20. Dezember 1810 in Schöningen) war ein preußischer Landrat und neumärkischer Regierungspräsident.

Herkunft Franz Friedrich von Schierstedt war Angehöriger des Adelsgeschlechts Schierstedt. Er war ein Sohn von Walter Christoph von Schierstedt (1712–1785), Landrat des Luckenwaldeschen und Zaucheschen Kreises, Erbherr auf Görzke und Lobbese, und dessen Ehefrau Sophie Antoinette Eleonore († 1791), geb. von Hake. Sein Onkel war Dietrich von Schierstedt (1714–1789), Landrat im Distrikt I. des Jerichowscher Kreises.

Leben Von Schierstedt besuchte zunächst das Joachimsthalsche Gymnasium, bevor er sich am 23. Oktober 1770 an der Universität Halle für ein Studium der Rechte immatrikulierte. Nach Ende seines Studiums wurde er Kreisdeputierter im Zaucheschen Kreis. Im Februar 1784 wählten ihn die Stände zum Landrat des Zaucheschen Kreises, seinen Vater als bisherigen Amtsinhaber löste er damit ab.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1906. Jahrgang 7, Justus Perthes, Gotha 1905, S. 686–687.Gemäß dem aufgeführten Gotha 1906 war von Schierstedt Landrat des Kreises Zauche-Luckenwalde. In Anwesenheit des Ministers von Werder absolvierte er erfolgreich am 20. März 1783 sein Rigorosum. Die Bestallung zum Landrat im Kreis Zauche erfolgte am 29. März 1784. Im Januar 1797 wurde er zum Kammerpräsidenten in Küstrin ernannt, wo er die Nachfolge von Carl Christian Heinrich von Logau und Altendorff (1740–1800) antrat. Nachfolgender Landrat wurde Rochus von Rochow (1762–1828). Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85, K. G. Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 813. In der Mitte des Jahres 1800 wandte sich von Schierstedt mehrere Male vergeblich an den Kabinettsrat Carl Friedrich von Beyme (1765–1838),Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85; K. G. Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 50. mit der Bitte um Versetzung als Präsident nach Magdeburg. Im Jahr 1809 waren er und sein Kammerdirektor Friedrich Wilhelm (von) Lüdemann (1765–1813) Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85; K. G. Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 598–599. Gegenstand einer Untersuchung. Im Ergebnis wurden beide mit der Begründung, sie hätten einen entscheidenden Anteil bei der Übergabe der Festung Küstrin an die Franzosen gehabt, entlassen. Von Schierstedt ist 1810 an den Folgen einer Brustwassersucht gestorben.

Persönliches Franz Friedrich von Schierstedt saß auf Görzke und Hohenlobesse. Er war in erster Ehe seit dem 3. Juni 1784 mit Helene Ernestine von Haacke (1764–1785), geb. von Schenkenberg, verheiratet. Das einzige Kind aus dieser Ehe war: Ernst Heinrich Carl August Friedrich (1785–1849), Leutnant und Adjutant im Garde-Jäger-Bataillon

In zweiter Ehe vermählte er sich 1786 mit Sophie Dorothee Ernestine Charlotte (1764–1828), Tochter und erstes Kind des Ministers Dietrich von Werder (1740–1800) aus dessen erster Ehe (⚭ 1763) mit Sophie Charlotte von Werder (1743–1775).Der Deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. XI. Jahrgang, Nr. 3, Hrsg. Herold (Verein), Julius-Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin 1880, S. 33. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor: Hans Wilhelm Ludwig Friedrich (1787–1818), königlich preußischer Leutnant im Jäger-Baitallon Franz Dietrich Friedrich Ferdinand (1789–1813), Leutnant und Adjutant im Garde-Regiment zu Fuß Amalie Auguste Juliane Luise Friederike (* 26. Dezember 1794) Katharina Auguste Elisabeth Ernestine Luise (* 26. Dezember 1794; † 23. August 1876), Äbtissin im Kloster Stift zum Heiligengrabe Friedrich Heinrich Eugenius Benjamin (* 1. Mai 1796), königlich preußischer Leutnant in der Garde

Literatur Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85, K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 864–865. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1908. Jahrgang 9, Justus Perthes Gotha 1907, S. 662 f.

Einzelnachweise

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