Der Christliche Plakatdienst Hamburg e.V. ist eine 1945 in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs gegründete ökumenische Initiative, die biblische Botschaften im öffentlichen Raum verbreitete und damit zu den frühen christlichen Wiederaufbau­bewegungen der Nachkriegszeit zählt. Hervorgegangen aus der „Christlichen Plakatmission“ und 1949 als Verein konstituiert, entwickelte sich der Dienst zu einem Modellprojekt für ganz Deutschland und zu einem festen Bestandteil kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit.

Geschichte mini|Gründung der Hamburger Plakatmission Der „Christliche Plakatdienst Hamburg e.V.“, ursprünglich bezeichnet als „Christliche Plakatmission“, später ausgeweitet zum bundesweiten Plakatdienst, aber keinesfalls zu verwechseln mit dem 2003 gegründeten und "Christlichen Plakatdienst (Gummersbach) e.V.", wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in Hamburg durch den Straßenbahnschaffner und 1. Vorsitzenden Ernst Martins (✝ 1976) und den U-Bahn-Stationsvorsteher Heinrich Bosholm (✝ 1991) gemeinsam mit Karl, 1. Vorsitzender ab 1956 und Erna Schuchardt sowie weiteren Brüdern aus vier Kirchen – der Ev. methodistischen, Ev. lutherischen, Ev. freikirchlichen und römisch-katholischen Kirche – als Bürgerinitiative ins Leben gerufen, die sich inmitten der Trümmer der zerbombten Hansestadt als stärkende Ermutigung zum Wiederaufbau durch die ‚Frohe Botschaft‘ des Evangeliums verstand. Gemäß ihrer Devise, den Glauben ins Leben zu ziehen, war es ihre Intention, die sog. goldenen Worte der Bibel – z. B. „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ (Ps. 23) oder „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Joh. 16, 33) – zunächst in jeweils 55, später in allen 220 Straßenbahnen und U-Bahnwagen, sowie auf sämtlichen 750 Litfaßsäulen und allen 150 Hapag-Lloyd-Dampfern zu verbreiten. Es war die Geburtsstunde der schon damals ökumenischen Christlichen Plakatmission, die Ostern 1949 als e.V. konstituiert und im Volksmund zunächst „Kanzel-Straßenbahn“genannt wurde; 1950 wurde sie in „Christlicher Plakatdienst“ umbenannt. mini|Einladung zur Ausstellung christlicher Plakatdienst

Die Christliche Platkatmission (CP) war fortan vertreten auf den Kirchentagen (Liste): 1951 in Berlin, 1952 in Stuttgart, 1953 in Hamburg. Ihre Wirkung wurde 1955 durch Missionsreisen nach London und Paris vertieft, sie wurde 1955 in die „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg“ (ACKH) aufgenommen und 1962 in der gegründeten „Arbeitsgemeinschaft der Plakatmission“ (AG) verankert. Sie wurde 1999 im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg durch eine Jubiläums-Plakat-Ausstellung anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens gewürdigt.

Wesentliche Personen mini|Karl und Erna Schuchardt Karl Schuchardt (1894–1972 in Hamburg-Bergedorf) war Sohn eines Hamburger Kaufmanns. Er arbeitete zunächst als Prokurist in der Export-Firma Wilhelm Albers am Deichtormarkt. Als diese zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus aufgelöst wurde, hatte er als Regimegegner geringe Aufstiegschancen und war ab 1934 in der Senatskanzlei Hamburg tätig. dort erreichte ihn in der Nachkriegszeit der Ruf der Diakonie, als Verwaltungsleiter den Wiederaufbau der schwer zerstörten Diakonissenanstalt „Alten Eichen“ in Hamburg-Stellingen sowie der „Auguste-Viktoria-Stiftung“ an der Elbchaussee zu übernehmen. Neben dem Ausbau der Plakatmission engagierte er sich als Kirchenvorsteher, später Kirchenältester der Bergedorfer St. Petri-und-Pauli-Kirchengemeinde sowie im Martin-Luther-Bund, in der Männerarbeit und der Begleitung von Waisenkindern. Erna Schuchardt (geb. Aurisch, 1906–1988 in Hamburg) als langjährige Chefsekretärin der Vereinsbank Hamburg übernahm für die Plakatmission Finanzkontrolle und Schriftverkehr. Ehrenamtlich leitete sie den Frauen- und Mütterkreis der St. Petri-und-Pauli-Gemeinde und baute die Jugendarbeit und den Besucherdienst auf.

Literatur Olaf Matthes, Bardo Metzger (Hrsg.): „Bergedorfer Personenlexikon“. Hamburg 2003, 2. Auflage, ISBN 978-3-935987-03-5 Erika Schuchardt (Hrsg.): Jubiläums-Doppelbandstudie Band I: Hermann Schuchard und ‚Hephata‘– Vorreiter der Inklusion vor 130 Jahren. „Hessens Bodelschwingh“ im Licht der Gegenwart. 2024, ISBN 978-3-935972-68-0 (Digitalisat) Band II: Hermann Schuchard und ‚Hephata‘ – Schuchard/t Archiv Digital seit 1888. 2024, ISBN 978-3-935972-70-3 (Digitalisat), S. 880–881. ZDF Bildungsmagazin Simone Emmelius: „An-Stöße“ Schritte aufeinander zum 1. BMBW-Kongress Weiterbildung Soziale Integration. „Kann man soziales Lernen lernen? – Müssen nur Behinderte es lernen?“ (YouTube) ZDF 14. Januar 1987

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