mini|St.-Nikolaus-Kirche mini|Inneres in der Weihnachtszeit St. Nikolaus ist die katholische Kirche in Egenstedt, einem Ortsteil der Gemeinde Diekholzen im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen. Die nach dem heiligen Nikolaus von Myra benannte Kirche gehört als Filialkirche zur Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt mit Sitz im Diekholzener Ortsteil Söhre im Dekanat Alfeld-Detfurth des Bistums Hildesheim. Im Denkmalatlas Niedersachsen ist die Kirche unter der ID-Nr. 34493561 verzeichnet.

Geschichte Nachdem Egenstedt zur Parochie Detfurth im Archidiakonat Detfurth gehörte, wurde das Dorf 1766,Heinrich Siebern, D. Kayser (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. II. Regierungsbezirk Hildesheim. 3. Der Kreis Marienburg. Hannover 1910, S. 44. nach anderer Quelle erst 1771,Willi Stoffers: Handbuch des Bistums Hildesheim. Teil 1 – Region Hildesheim. Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.), Hildesheim 1992, S. 153. in die Amtspfarrei Marienburg eingepfarrt. In der Franzosenzeit erfolgte 1812 die Aufhebung der Amtspfarrei Marienburg und die Umpfarrung von Egenstedt nach Groß Düngen.

Durch die Verkoppelung der Äcker und den Anbau von Zuckerrüben vermehrten sich der Wohlstand und die Einwohnerzahl von Egenstedt. Daher wurde Egenstedt 1840 zur selbständigen Pfarrei erhoben und bekam am 23. Juli 1840 mit Kaplan Knust seinen ersten eigenen Pfarrer. Da die bisherige Kapelle nun für die Bevölkerung von Egenstedt zu klein und außerdem baufällig war, wurde sie abgerissen und 1841/42 die St.-Nikolaus-Kirche erbaut. Am 5. Juni 1842,Willi Stoffers: Handbuch des Bistums Hildesheim. Teil 1 – Region Hildesheim. Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.), Hildesheim 1992, S. 155. nach anderer Quelle am 5. Juni 1843,Jutta Finke: „Rhode Praedium, intra territorium Marienburg.“ Zur Geschichte von Röderhof. In: Die Diözese Hildesheim in Vergangenheit und Gegenwart. Jahrbuch des Vereins für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim, 70. Jahrgang, Hildesheim 2002, , S. 141. nahm Bischof Jakob Joseph Wandt die Kirchweihe vor. Anfangs trug die Kirche nur einen Dachreiter, erst 1878 erfolgte der Bau des Kirchturmes. 1893 bekam die Kirche ihre Orgel. 1911 folgte der Anbau einer kleinen Sakristei, die im Zuge der 1974/75 stattgefundenen Renovierung erneuert und vergrößert wurde. Am 5. Dezember 1975 konsekrierte Bischof Heinrich Maria Janssen einen neu errichteten Hauptaltar, auch ein neuer Tabernakel wurde damals aufgestellt. 1988 erhielt die Kirche neue Buntglasfenster.

Seit dem 1. Dezember 2002 gehört die Kirche zum damals neu gegründeten Dekanat Alfeld-Detfurth, zuvor gehörte sie zum Dekanat Bockenem-Detfurth. Seit dem 1. November 2006 gehört die St.-Nikolaus-Kirche zur Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, die neben der St.-Nikolaus-Kirche auch die Kirchen St. Jakobus der Ältere in Diekholzen und Mariä Himmelfahrt in Söhre umfasst. Die Pfarrgemeinde St. Nikolaus, Diekholzen-Egenstedt wurde in diesem Zusammenhang aufgehoben.Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden St. Jakobus der Ältere, Diekholzen, Mariä Himmelfahrt, Diekholzen-Söhre, St. Nikolaus, Diekholzen-Egenstedt und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, Diekholzen. In: Kirchlicher Anzeiger. Nr. 10/2006, Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.), Hildesheim 2006, S. 283–285.

Lage, Architektur und Ausstattung Die geostete Kirche steht im Ortskern von Egenstedt auf dem Grundstück Am Jesuiterhof 1.

Die St.-Nikolaus-Kirche ist ein schlichter, verputzter Bruchsteinbau. Das Kirchenschiff ist mit einem Satteldach, das über dem Chor abgewalmt ist, eingedeckt. Der Westturm verfügt über einen kreuzbekrönten Knickhelm, eine achteckige Helmpyramide auf dem viereckigen Turmschaft. Das Kirchenschiff und der Kirchturm werden durch Rundbogenfenster belichtet.

Der Zugang zur Kirche erfolgte über das Südportal im Turm, darüber befindet sich in einer Rundbogennische eine Skulptur des heiligen Nikolaus, des Schutzpatrons der Kirche. Eine weitere Nikolausstatue ist im Innenraum über der Sakristeitür angebracht. Die Flachdecke über dem Kirchenschiff ist mit Deckenmalerei versehen, in ihrem Zentrum ist Jesus Christus als Pantokrator dargestellt. Die Buntglasfenster zeigen unter anderem die Heiligen Bernward von Hildesheim mit dem Bernwardskreuz und Elisabeth von Thüringen, das Westwerk der Hildesheimer Michaeliskirche und die Wartburg. Die 1988 installierten Buntglasfenster sind Werke des Künstlers Albert Reinker (1926–2014) aus Everswinkel.

Der Tabernakel befindet sich an der Rückwand des Altarraumes, darüber stellt ein Gemälde die Auferstehung Jesu Christi dar. Vor einer Marienstatue können Opferkerzen aufgestellt werden. Das Kirchengestühl lässt einen Mittelgang frei. Die 14 Kreuzwegstationen hängen an den Seitenwänden.

Orgel Die Orgel wurde 1893 vom Orgelbauer P. Furtwängler & Hammer erbaut und 2001 von Martin ter Haseborg restauriert. Das Instrument hat 14 Register auf zwei Manualwerken und Pedal. Die Disposition lautet:Orgeln. Bistum Hildesheim, abgerufen am 23. Dezember 2025.

I. Manual 1. Bordun 16′ 2. Principal 8′ 3. Gamba 8′ 4. Hohlflöte 8′ 5. Octave 4′ 6. Gedecktflöte 4′ 7. Octave 2′ 8. Mixtur II–IV II. Manual 9. Salicional 8′ 10. Lieblich Gedeckt 8′ 11. Harmonieflöte 4′ Pedalwerk 12. Subbass 16′ 13. Principalbass 8′ 14. Cello 8′

Weitere katholische Einrichtungen im Einzugsgebiet der Kirche Katholischer Friedhof Egenstedt (1836 fand die erste Beerdigung statt) Heimstatt Röderhof mit Heilig-Geist-Kirche Konventsgebäude des Kamaldulenserordens mit St.-Antonius-Kapelle

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Egenstedt Liste der Kirchen im Bistum Hildesheim Liste von Nikolaikirchen

Literatur Festschrift zum 150. Kirchweihfest der St.-Nikolaus-Kirche. Pfarrkirche St. Nikolaus, Egenstedt. Bernward-Verlag, Hildesheim 1993, ISBN 3-87065-769-3. Willi Stoffers: Handbuch des Bistums Hildesheim. Teil 1 – Region Hildesheim. Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.), Hildesheim 1992, S. 153–155.

Weblinks

Kirche auf Internetpräsenz der Pfarrgemeinde Kirche im Denkmalatlas Niedersachsen Pfarrkirche St. Nikolaus auf kulturium (Kulturbüro Landkreis Hildesheim)

Einzelnachweise

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