Der Fagenbach (), im oberen Bereich auch Altenbach genannt, ist ein rechter Zufluss der TalferAlbrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-057891-1, S. 139, „Fagenbach“., der im Bozener Ortsteil Gries bei Scharfeck (Rastbichl) in den Stadtfluss einmündet.
Der Wasserlauf entspringt im Gemeindegebiet von Jenesien am nördlichen Gipfelbereich des Alten. Die sog. Leck, der oberste Teil des Fagenbachtals, ist mit gut sichtbaren Grödener Schichten ausgebaut.Klaus Fischer: Naturgegebenheiten im Gemeindegebiet von Jenesien. In: Jenesien am Tschögglberg: Landschaft – Geschichte – Kultur – Kunst. Gemeinde Jenesien: Jenesien 2012, S. 15–40, hier S. 21 (Online). Kurz vor der Vereinigung mit der Talfer bildet der Bach in einer schluchtartigen Enge einen als Naturdenkmal ausgewiesenen Wasserfall aus, der vom winterseitigen Teil der Guntschnapromenade gut eingesehen werden kann. Hier quert auch die 1981 eröffnete Landesstraße nach Jenesien in gerundeter Brückenbauweise als Viadukt den talartigen Einschnitt des Fagenbachs.
Der Bachname ist bereits 1276 als „Vach“ urkundlich bezeugt.Hermann Wiesflecker: Die Regesten der Grafen von Tirol und Görz, Herzöge von Kärnten. II. Band, 1. Lieferung: Die Regesten Meinhards II. (I.) 1271–1295. Innsbruck, Wagner 1952, S. 50, Nr. 179. Im 15. Jahrhundert wird der „Vagenpach“ genannt.Egon Kühebacher: Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte. Band 2: Die geschichtlich gewachsenen Namen der Täler, Flüsse, Bäche und Seen. Athesia, Bozen 1995, ISBN 88-7014-827-0, S. 70.
Vom Fagenbach geht bei Starkregenereignissen aufgrund seines großen Wassereinzugsgebiets erhebliche Überschwemmungsgefahr für Gries und Bozen aus. Dies führte bereits im 15. Jahrhundert zur Begründung einer sogenannten Wasserleege am Fagen („lege am Vagen“), wie aus einer von König Maximilian I. im Jahr 1497 erlassenen Verfügung hervorgeht. Sie war unter anderem für die Eindämmung der Wassergefahr durch Uferschutzmaßnahmen zuständig.Richard Staffler: Die Wasserleegen in der Bozner Gegend. Ein Beitrag zur Geschichte der etschländischen Wirtschaftsverfassung. In: Bozner Jahrbuch für Geschichte, Kultur und Kunst 5, 1931/1934, S. 136.
Für die Verbesserung des Hochwasserschutzes wurde am unteren Bachlauf im Jahr 2023 bei St. Georgen eine 8 m hohe Betonsperre errichtet.Neue Sperre im Fagenbach erhöht Hochwasserschutz von Bozen. Südtiroler Landesverwaltung, Bericht vom 26. Mai 2023 (mit Aufnahmen der Schutzbauten). Ein letztes großes Hochwasserereignis ereignete sich am 8. August 1957.Klaus Fischer: Naturgegebenheiten im Gemeindegebiet von Jenesien. In: Jenesien am Tschögglberg: Landschaft – Geschichte – Kultur – Kunst. Gemeinde Jenesien: Jenesien 2012, S. 15–40, hier S. 35 (Online).
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