Die Klasse 3031, auch Dean Single nach dem Namen des Konstrukteurs oder Achilles-Klasse nach dem Namen der ersten neu gebauten Lokomotive, war eine Baureihe von Dampflokomotiven für den hochwertigen Schnellzugdienst der Great Western Railway (GWR), die zwischen 1894 und 1899 in den Swindon Works gebaut wurden. Die von William Dean entworfenen Schlepptenderlokomotiven mit der Achsfolge 2’A1 gehörten zu den letzten britischen Single-Lokomotiven, die sich durch großen Treibräder auszeichneten. Insgesamt wurden 50 Lokomotiven neu gebaut und weitere 30 aus der älteren Lokomotiven der GWR-Klasse 3001 umgebaut. Die Ausmusterung erfolgte zwischen 1908 und 1916.
Geschichte
Bau mini|links|GWR-Klasse 3001 Nr. 3008 Emperor Die ersten 30 Lokomotiven der GWR‑Klasse 3031 wurden zwischen 1891 und 1892 als 1A1‑Maschinen der Klasse 3001 gebaut, darunter acht Exemplare für die von Brunel eingeführte 2140-mm-Breitspur, die 1892 auf Normalspur umgebaut wurden. Die Kombination aus sehr großen Treibrädern und langem, schmalem Kessel führte zu einer kopflastigen Lokomotive, die zu instabilem Lauf neigte. Dies führte 1893 zu einer Entgleisung im Box Tunnel nachdem die führende Achse der Nr. 3021 Wigmore Castle gebrochen war.
Als Reaktion auf den Unfall wurden 1894 alle dreißig vorhandenen Lokomotiven in die Achsfolge 2’A1 umgebaut. Dazu musste der Rahmen verlängert werden damit ein vorderes Laufdrehgestell eingebaut werden konnte. Gleichzeitig wurde der Zylinderdurchmesser von 20 Zoll (508 mm) auf 19 Zoll (483 mm) verringert um Einbauraum für das Drehgestell zu schaffen und die Federung der hinteren Achse angepasst.
Parallel dazu begann der Neubau von Lokomotiven in der gleichen Konfiguration. Im selben Jahr erschien die erste Neubaulokomotiven mit der Nr. 3031 Achilles, die der Klasse den Namen gab. Bis 1899 folgten die restlichen Maschinen der 50 Neubauten umfassenden Serie.
In den späten 1890er Jahren wurden verschiedene technische Änderungen erprobt, darunter neue Speiseventile und dickere Radreifen. Churchward versah 34 Lokomotiven mit einem Belpaire‑Stehkessel, während ein geplanter Umbau zur American‑Bauart aus konstruktiven Gründen verworfen wurde, da sich die der Anpassung des Rahmens zu kompliziert erwies. Betrieb Die Klasse 3031 wurde zunächst fast ausschließlich vor den hochwertigen Schnellzüge in den Südwesten Englands eingesetzt. Diese verkehrten von der Paddington Station in London über Bristol nach Newton Abbot.
Die Lokomotive Nr. 3065 Duke of Connaught war am 9. Mai 1904 an der Rekordfahrt des Ocean Mails von Plymouth nach Paddington beteiligt. In Bristol übernahm die Maschine den Zug von der Nr. 3440 City of Truro, die zuvor mit dem Zug bei Wellington im Somerset den inoffiziellen Geschwindigkeitsrekord von 164,6 km/h aufgestellt hatte. Die Duke of Connaught legte die 118 Meilen von Bristol nach Paddington in zurück, was einer Reisegeschwindigkeit von 114 km/h entsprach.
Nachdem genügend American-Lokomotiven der City-Klasse abgeliefert worden waren, die die zunehmend schwereren Züge besser bewältigen konnten, wurden die Dean-Singles nur noch gelegentlich in diesen Diensten eingesetzt. Nachdem in Wolverhampton eine ausreichend große Drehscheibe für die Dean-Singles eingebaut war, verkehrten die Dean-Singles von Paddington nach Wolverhampton und Birmingham. Weitere verkehrten die Lokomotiven auf den Strecken Worcester–Oxford und Bristol–Taunton.
Weil die Single-Lokomotiven mit nur einer Treibachse nicht mehr in der Lage waren, die geforderten Zugkräfte auf die Schienen zu übertragen, begann die Ausmusterung der Dean-Singles bereits 1908. Die letzten Lokomotiven wurden im Dezember 1915 außer Dienst gestellt.
Technik Die zweizylindrigen Nassdampf-Schnellzuglokomotiven der GWR-Klasse 3031 waren für hohe Geschwindigkeiten auf Hauptstrecken ausgelegt. Ihr Fahrwerk bestand aus einem Treibradsatz und einer Nachlaufachse, die fest im Rahmen gelagert waren, sowie einem vorderen Laufdrehgestell, das die Führung der Lokomotive in Bögen übernahm. Die großen Treibräder hatten einen Durchmesser von (2,35 m). Dies ermöglichte eine hohe Laufruhe bei schnellen Fahrten, da die Drehzahl im Vergleich zu kleineren Rädern geringer war und die hin- und hergehenden Massen des Triebwerks somit weniger störten. Im Vergleich zu Lokomotiven mit mehreren Kuppelachsen konnte jedoch nur eine geringe Anfahrzugkraft erzielt werden. Der langgestreckte Kessel mit einem Durchmesser von nur rund 1,30 m war konstruktiv notwendig, um trotz der großen Treibräder ausreichende Heizflächen zu erzielen. Die Heizrohrlänge betrug 3,60 m, der Kesseldruck 160 psi (11 bar).
Das Triebwerk mit der Steuerung war vollständig innenliegend angeordnet. Die beiden Zylinder maßen 19 × 24 Zoll (483 × 610 mm), die Steuerung mit Flachschieber war vom Typ Stephenson. Um einen guten Freilauf zu erreichen, waren die Schieberkästen unterhalb der Zylinder angeordnet. Dadurch fielen beim Schließen des Reglers die nach hängend angeordneten Flachschieber ohne Dampfdruckeinwirkung durch die Schwerkraft nach unten und hoben dadurch vom Schieberspiegel ab.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge 2A1 3031 Kategorie:Schienenfahrzeug (Swindon Railway Works)