Heated Rivalry (in Québec ) ist eine kanadische romantische Sportserie von Autor, Regisseur und Produzent Jacob Tierney für das kanadische Medienunternehmen Bell Media (Streamingdienst Crave). Es handelt sich um eine Adaption der Game-Changers-Buchreihe der kanadischen Autorin Rachel Reid, in der Eishockey-Spieler abseits vom Eis gleichgeschlechtige Liebesbeziehungen führen.
Die erste Staffel wurde zwischen November und Dezember 2025 auf dem kanadischen Streamingdienst Crave sowie auf HBO Max in den USA veröffentlicht und erreichte eine ungewöhnlich große Reichweite über Kanada hinaus. Im deutschsprachigen Raum erschien die Serie am 6. Februar 2026 auf HBO Max.
Am 12. Dezember 2025 wurde bekanntgegeben, dass die Serie für eine zweite Staffel verlängert wurde.
Handlung Der Kanadier Shane Hollander und der Russe Ilja Rosanow sind zwei professionelle Eishockey-Spieler in der Major League Hockey (MLH; fiktionalisierte Version der National Hockey League) und Starathleten der rivalisierenden Teams Montreal Metros (Montreal Canadiens) und Boston Raiders (Boston Bruins). Abseits des Eises entwickelt sich zwischen den beiden eine leidenschaftliche, aber geheime Beziehung. Auch andere Eishockey-Spieler, wie der Kapitän der New York Admirals (New York Rangers) Scott Hunter, hadern damit, ihre schwulen Beziehungen geheim halten zu müssen.
Besetzung und Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach den Dialogbüchern von Werner Böhnke, Eduard Monostori Erreth, Falko Kretschmer und Kaze Uzumaki sowie unter der Dialogregie von Werner Böhnke durch die Synchronfirma Iyuno Germany in Berlin.
Hauptrollen Rolle Schauspieler Synchronsprecher Rollenbeschreibung Shane Hollander Hudson Williams Marco Eßer aus Ottawa stammender japanisch-kanadischer Eishockeyspieler und Kapitän der Montreal Metros Ilja Grigorjewitsch Rosanow (Илья Григорьевич Розанов, Ilya Grigoryevich Rozanov) Connor Storrie Oscar Räuker aus Moskau stammender russischer Eishockeyspieler und Kapitän der Boston Raiders Scott Hunter François Arnaud Florian Clyde amerikanischer Eishockeyspieler und Kapitän der New York Admirals Christopher „Kip“ Grady Robbie G.K. Kunstgeschichtestudent und Smoothie-Barista in New York City Hayden Pike Callan Potter Jonathan Elias Weiske Teamkamerad und bester Freund von Shane Swetlana Sergejewna Wetrowa (Светлана Сергеевна Ветрова, Svetlana Sergeevna Vetrova) Ksenia Daniela Kharlamova beste Freundin von Ilja Rose Landry Sophie Nélisse Vivien Gilbert bekannter Filmstar, die Shane eine Weile datet Yuna Hollander Christina Chang Katrin Zimmermann Mutter von Shane David Hollander Dylan Walsh Uwe Büschken Vater von Shane Elena Rygg Nadine Bhabha Samina König beste Freundin von Kip George Grady Matt Gordon Werner Böhnke Vater von Kip Alexei Grigorjewitsch Rosanow (Алексей Григорьевич Розанов, Alexei Grigoryevich Rozanov) Slavic Rogozine Bruder von Ilja Grigori Rosanow (Григорий Розанов, Grigori Rozanov) Yaroslav Poverlo Vater von Ilja
Nebenrollen Franco Lo Presti als Cliff Marleau, Teamkamerad von Ilja Kamilla Kowal als Jackie Pike, Ehefrau von Hayden Benjamin Roy als JJ Dagenais, Teamkamerad von Shane Kolton Stewart als Carter Vaughn, Teamkamerad und bester Freund von Scott Bianca Nugara als Maria Villanueva, Kollegin bei Straw+Berry und Freundin von Kip Brandon Ash-Mohammed als Shawn, Freund von Kip Matthew Finlan als Kyle Swift, Bartender in The Kingfisher Trevor Hayes als General Manager der Boston Raiders Kaden Connors als Sascha, Sohn des Hockeycoaches und ehemaliger Geliebter von Ilja Harrison Browne als Connors, Teamkamerad von Ilja Devante Senior als Miles, Filmstar und Freund von Rose Arthur Moukhortov als Sorren Miitka, Teamkamerad von Shane Vitali Makarov als Sergei Wetrow, russischer Innenminister, Vater von Swetlana und ehemaliger Hockeyspieler Foster Blake als Maxime, Bartender in Le Tambour Tyrone Edwards als er selbst Lainey Lui als sie selbst Dylan Moscovitch, als Joe, Freund von Shane und Eiskunstläufer bei den Olympischen Spielen in Sotschi
Produktion Entstehung Produzent Jacob Tierney trat erstmals 2023 an die Autorin der Buchreihe Game Changers, Rachel Reid (Pseudonym von Rachelle Goguen), heran, um eine mögliche Verfilmung von Heated Rivalry zu diskutieren, auch wenn Tierney wegen der sehr expliziten Sexszenen noch Zweifel hatte, wie sich die Buchreihe gut adaptieren ließe. Zwar seien Serien mit LGBT-Themen wie Heartstopper sehr erfolgreich, aber erste Anfragen an mögliche Studios oder Finanzierer hätten zum Teil Änderungen gefordert, die die Handlung oder Ton fundamental geändert hätten. Im Januar 2025 wurde bekannt, dass Crave (Bell Media) sowie Accent Aigu Entertainment die Serie produzieren und veröffentlichen würde. Die erste Staffel umfasst die Handlung der Bücher Game Changers (Scott Hunter – Kip Grady; veröffentlicht 2018) und Heated Rivalry (erster Band über Shane Hollander – Ilja Rosanow; veröffentlicht 2019).
Die Produktion der Serie wurde mit 3,13 Millionen kanadischen Dollar vom Canada Media Fund/Fonds des Médias de Canada der kanadischen Regierung gefördert und konnte darüber hinaus besondere Steuererleichterungen für heimische Videoproduktionen in Anspruch nehmen. Insgesamt lag das Budget bei knapp weniger als 5 Millionen kanadischen Dollar pro Episode.
Im Dezember 2025 folgte die Verlängerung der Serie um eine zweite Staffel sowie erweiterte Ausstrahlungsrechte in weiteren Ländern für HBO Max. Die zweite Staffel soll voraussichtlich die Handlung des Buchs The Long Game (2022) umfassen und wird frühestens 2027 veröffentlicht.
Dreharbeiten Die Serie wurde von April bis Juni 2025 in den kanadischen Provinzen Ontario und Québec gedreht, unter anderem in Toronto, Hamilton (Dundurn Castle, First Ontario Concert Hall), Guelph (Sleeman Centre), Vaughan und Lake Muskoka, sowie in Montreal (Olympiastadion, St.-Josephs-Oratorium, Centre Bell, Notre-Dame de Montréal). Weitere Szenen entstanden im Studio von Dark Slopes in Toronto.
Musik
Eigene Musik für die Serie wurde von Peter Peter komponiert, hinzu kommen in wichtigen Szenen einige gefeaturte Songs wie All the Things She Said von t.A.T.u., My Moon My Man von Feist und I'll Believe in Anything von Wolf Parade.
Veröffentlichung Der Trailer von Heated Rivalry wurde am 9. Oktober 2025 veröffentlicht, und unter anderem am 10. Dezember 2025 während des Pride Night-Spiel zwischen den Montreal Canadiens und den Tampa Bay Lightnings gezeigt.
Am 23. November 2025 prämierte die Serie beim Image+Nation-Festival in Montreal und wurde ab 28. November 2025 auf dem kanadischen Streamingdienst Crave ausgestrahlt. HBO Max sicherte sich die Ausstrahlungsrechte für die Vereinigten Staaten und Australien. Außerdem streamt die Serie auf Neon in Neuseeland, Movistar Plus+ in Spanien und seit dem 19. Dezember 2025 bei HBO Max auf den Philippinen. Für das Vereinigte Königreich und Irland wurde ein Streamingstart auf Sky am 10. Januar 2026 angekündigt.
Im deutschsprachigen Raum und in Frankreich wurde die Serie ab 6. Februar 2026 ebenfalls auf HBO Max veröffentlicht.
Episodenliste
Rezeption Schon vor Veröffentlichung der Serie sorgten Fans der Buchreihe außerhalb von Kanada mit Unterschriftensammlungen dafür, dass die Serie mit der Vergabe der Ausstrahlungsrechte an HBO Max auch international veröffentlicht wurde.
Rachel Kurzius lobte in der Washington Post das Schauspiel von Williams und Storrie: „Ihre Gesichter spiegeln einen Cocktail der Gefühle wider, ihre Chemie ist verrückt und Storrie, ein Texaner, schafft einen beeindruckenden russischen Akzent“. Erik Piepenburg in der New York Times analysiert, dass der Überraschungshit von Heated Rivalry nicht nur wegen der vielen intimen Szenen der Hauptcharaktere überzeugt, sondern auch „durch die Leidenschaft der Männer außerhalb des Schlafzimmers, geäußert mittels heißen SMS und gefühlvollen Blicken“.
Nach den ersten beiden veröffentlichten Folgen schrieb Anna-Lena Malter für Queer.de: „Die Serie zeigt, dass homosexuelle Liebe denselben Raum in Film und Fernsehen verdient wie heterosexuelle Beziehungen. Tierney versteht Reids Vorlage und deren Kern. Am Ende geht es um Beziehungen, Liebe und Intimität“, bemerkt allerdings auch, dass „[b]ei aller erotischen Intensität der Serie gelegentlich ein ruhigerer Moment gutgetan [hätte]. Die Buchvorlage lebt stark von inneren Monologen, die in der Serie kaum Platz finden. Zuschauende, die die Romane nicht kennen, könnten Schwierigkeiten haben, den emotionalen Entwicklungen zu folgen.“
Ebenfalls auf Queer.de wurde eine negative Kritik von Ralf Kaminski veröffentlicht. Er bemängelte, dass die Serie für die queere Community und insbesondere für Schwule „nicht Neues“ biete. Die Story, das Sport-Setting und die expliziten Sexszenen seien „nicht sonderlich außergewöhnlich“ und es fehle der Geschichte an Realismus und Komplexität.
Eher negative Kritiken erschienen auch in den britischen Zeitungen The Guardian und The Daily Telegraph. Für Letzteren vergab Anita Singh drei von fünf Sternen und bemängelte das Storytelling sowie das mitunter hölzerne Schauspiel. Lucy Mangan fällte in der Zeitung The Guardian ein ähnliches Urteil (drei von fünf Sternen) und kritisierte dabei insbesondere an den ersten Folgen den Fokus auf die „ermüdenden“ („tedious“) Sexszenen statt auf die Charakterentwicklung. Sie hob den Subplot zwischen Scott Hunter und Christopher „Kip“ Grady positiv hervor.
Auf den Bewertungs-Aggregator-Seiten wie Rotten Tomatoes wurde die erste Staffel außerordentlich gut bewertet mit 96 % im Tomatometer bei 31 professionellen Bewertungen. Auf IMDb erreichte die fünfte Folge nach der Ausstrahlung mit 10/10 Sternen zeitweise die zweithöchste Bewertung aller in der Datenbank erfassten Fernsehserienfolgen nach Ozymandias (Breaking Bad, 2013), bevor sich die Bewertung bei 9,8/10 einpendelte. Cosmopolitan, die Seattle Times und der Toronto Star nahmen Heated Rivalry in ihre Listen der besten Fernsehserien 2025 auf.
Ende November 2025 erreichte Heated Rivalry in den Vereinigten Staaten und Australien Platz 2 der in der Zeit meistgestreamten Serien auf HBO Max, während die kanadische Streamingplattform Crave zwischen Veröffentlichung der Serie Ende November und Mitte Dezember 2025 ein Zuwachs an Abonnenten um 400 % verzeichnete.
Mehrere Artikel analysierten den unerwarteten Erfolg der Serie und warum dieser vor allem von Frauen getragen wird. Dass dabei Frauen auf stereotype Vorstellungen reduziert werden, etwa indem behauptet wird, sie bevorzugten vermeintlich triviale Liebesgeschichten, kritisiert Zoe Williams im britischen The Guardian als frauenfeindlich – Heated Rivalry sei schlicht „gut“.
Julia Carrie Wong wies in The Guardian darauf hin, dass die Serie am Anfang etablierte Narrative heterosexueller Liebesromane wiederhole: Ilja Rosanow wird als sexuell erfahren und emotional distanziert dargestellt, Shane Hollander hingegen als jungfräulich und emotional bedürftig. Der Subplot um Scott Hunter und Christopher „Kip“ Grady sei eine klassische Aschenputtel-Geschichte („Cinderella tale“). Josephine Papke analysiert im Missy Magazin, dass die Darstellung des japanisch-kanadischen Shane Hollanders an die rassistische Tradition anknüpfe, asiatisch gelesene Männer als unterwürfig zu diskriminieren.
Serie und Buchvorlage wurden in das Boys-Love-Genre eingeordnet. Dieses hat seinen Ursprung in Japan und erzählt romantische Geschichten zwischen Männern „mit viel Drama, großen Gefühlen und reichlich nackter Haut.“ Die Bücher werden von Frauen für Frauen geschrieben. Heated Rivalry gilt einigen als erste Boys-Love-Serie, die vom „westlichen Mainstream-Publikum“ rezipiert werde.