Die Klasse D5 der britischen Furness Railway war eine Baureihe von 19 Zweizylinder-Nassdampf-Güterzuglokomotiven mit innen liegenden Zylindern, die zwischen 1913 und 1920 von Kitson & Co. sowie der North British Locomotive Company (NBL) gebaut wurden. Der Entwurf stammte von W. F. Pettigrew.
Geschichte
Konzept Die Maschinen der Klasse D5 waren die letzte und leistungsstärkste Entwicklung der dreifach gekuppelten Lokomotiven für den schweren Erzverkehr auf der Furness-Halbinsel. Im Vergleich zur Vorgängerbaureihe FR-Klasse D4 wurde der Kesseldruck von 160 psi (11 bar) auf 170 psi (11,7 bar) erhöht. Der Rest der Konstruktion wurde weitgehend von den Vorgängerbaureihen übernommen. Die D-Baureihen der Furness Railway waren ähnlich der L&YR-Klasse 27, hatten aber kleinere Kuppelräder.
Bau Die ersten vier Lokomotiven der Baureihe wurden von NBL gebaut und 1913 in Dienst gestellt. Sie waren mit einer verlängerten Rauchkammer mit Phoenix-Rauchkammer-Überhitzer ausgestattet. Die Vorrichtung bewährte sich nicht und wurde bereits nach einem Jahr entfernt.
Im Ersten Weltkrieg wurde die Klasse deutlich erweitert, wobei gegenüber den vier Maschinen von 1913 der Kessel um sechs Zoll verlängert wurde, weshalb die Lokomotiven ein höheres Dienstgewicht aufwiesen. 1914 lieferte NBL zwei Lokomotiven, 1918 folgten vier weitere. Kitson fertigte 1918 ebenfalls vier Stück. Nach Kriegsende kamen 1920 nochmals fünf Stück von NBL hinzu.
Betrieb Als größte und leistungsstärkste der Güterzuglokomotiven leistete die Klasse D5 hervorragende Arbeit auf der Hauptstrecke der Furness Railway mit schweren Eisenerz- und Kokszügen. Die Lokomotiven wurden später auch häufig für Sonderfahrten eingesetzt, weil sie wie alle Güterzuglokomotiven der Furness Railway mit Vakuumbremsen und Dampfheizung für das Führen von Personenzügen ausgestattet waren. Trotz ihrer kleinen Räder konnten sie bei Bedarf eine gute Geschwindigkeit erreichen.
Mit dem Inkrafttreten des Railways Act 1921 am 1. Januar 1923 ging die Furness Railway in der London, Midland and Scottish Railway (LMS) auf. Die Lokomotiven erhielten die LMS-Nummern 12494 bis 12512 aufsteigend nach Ablieferdatum der Lokomotive und wurden der Leistungsklasse 3F zugeordnet. 1930 wurden die ersten vier Lokomotiven ausgemustert, obwohl sie erst zwölf Jahre alt waren. Bis 1935 folgten weitere neun Lokomotiven.
Sechs Lokomotiven wurden noch von den British Railways (BR) übernommen. Sie erhielten die Nummern 52494, 52499, 52501 und 52508–52510, indem die führende 12 der LMS-Nummer durch eine 52 ersetzt wurde. Sie wurden hauptsächlich in den Jahren 1956 und 1957 ausgemustert, wobei zwei Lokomotiven über 40 Dienstjahre erreichten. Die letzte ausgemusterte Lokomotive war die ehemalige FR-Nr. 33, die als BR-Nr. 12510 im August 1957 ausgemustert wurde.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Triebfahrzeug (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge C Kategorie:Schienenfahrzeug (North British Locomotive Company)