mini|Arthur in Schweden Arthur (* um 2007 in Ecuador; † 8. Dezember 2020 in Schweden) war ein männlicher Mischlingshund, der sich 2014 während der in Ecuador ausgetragenen Adventure Racing Weltmeisterschaft (ARWS) einem schwedischen Rennteam anschloss und sein weiteres Leben in Schweden verbrachte. Über ihn erschienen mehrere Bücher und ein Film.
Leben in Ecuador Arthur war ein großer, hellbeiger Rüde, der in einem Dorf der Parroquia urbana Rosa Zárate im Kanton Quinindé der ecuadorianischen Provinz Esmeraldas lebte. Von seinem mutmaßlichen damaligen Besitzer Vicente Quiñónez, der als Landarbeiter und im Biologischen Forschungszentrum Bilsa arbeitete, wurde er „Barbuncho“ genannt. Der Hund hielt sich abwechselnd an der biologischen Station, auf der Farm seines Besitzers oder an dessen kleinem Wohnhaus im Dorf auf. Wenn Quiñónez einen dieser Orte verließ und der Hund ihm nicht folgen wollte, kümmerten sich andere Familienmitglieder oder Freunde um ihn. Das Tier hatte die Angewohnheit, Gruppen, die das Gebiet durchquerten, wie etwa Tropenökologen auf ihren Dschungelexkursionen oder medizinische Freiwillige, die Gesundheitskampagnen durchführten, zu begleiten, kehrte aber immer in das Dorf zurück. Auch Quiñónez begleitete er auf dessen Jagd nach Pakas oder Agutis.
mini|Mikael Lindnord und Arthur während der Adventure Racing Weltmeisterschaft in Ecuador (2014) 2014 fiel der Hund dem schwedischen Rennteam „Peak Performance“ unter Leitung von Mikael Lindnord (* 24. September 1976) auf, das am Nationalpark Antisana an der Adventure Racing Weltmeisterschaft (ARWS) vom 9. bis 16. November 2014 teilnahm. Die ARWS sind Ausdauerrennen, in denen Adventure-Racing-Teams in verschiedenen Disziplinen wie Navigation, Trekking, Mountainbiken, Paddeln und Klettern gegeneinander antreten. Als das vierköpfige Team vor seinem vorletzten Streckenabschnitt eine der Wechselzonen an einer Hütte gegenüber dem Gesundheitszentrum der Gemeinde erreichte, wo die Mitglieder ihre Ausrüstung wechseln, essen und sich ausruhen konnten, fütterte Lindnord den Hund mit einigen Fleischbällchen. Das Tier folgte dem Team daraufhin auf der folgenden mehrtägigen Tour durch schwieriges Gelände. Das Team teilte sein Essen mit ihm und rief ihn wegen seiner Größe, Gelassenheit und Souveränität „Arthur“ nach dem König Artus. Als der Hund bei der folgenden 58 Kilometer langen Kajak-Strecke neben ihnen her schwamm, statt am Ufer zurückzubleiben, transportierte das Team den Hund mit im Kanu. Da der Hund das Team über mehrere Tage begleitete, und aufgrund seines Gesundheitszustands, hielt Lindnord ihn für einen herrenlosen Streuner. Der Rüde hatte auf dem Rücken infizierte Wunden oder Bissverletzungen von einem Kampf mit einem anderen Tier, schlechte Zähne und Parasiten.
Leben in Schweden Nach dem Rennen kontaktierte Lindnord die schwedischen Behörden, weil er den Rüden mit nach Schweden nehmen wollte. Der Hund wurde beim Tierarzt in Quito medizinisch versorgt, gechippt und gegen Tollwut geimpft, bevor er mit behördlichen Genehmigungen nach Schweden gebracht werden konnte.
Im November 2014 berichtete das schwedische Sveriges Radio, dass der Hund einen Besitzer in Ecuador habe. Vicente Quiñónez sagte, er habe das Tier im Alter von einem Jahr bekommen und sich acht Jahre lang um das Tier gekümmert und vermisse seinen Hund. Zudem forderte er eine Entschädigung. Aufgrund massiver Gegenreaktionen verzichtete er jedoch auf seine Ansprüche. Mikael Lindnord meinte gegenüber der Zeitung Expressen, er bereue es nicht, den Hund nach Schweden mitgenommen zu haben. Er habe ihn chippen lassen und sei „sein Herrchen“. Außerdem führte er den schlechten Gesundheitszustand des Hundes für seine Entscheidung an.
mini|Arthur mit der Familie Lindnord (2019) Am 20. November 2014 kam der Hund per Flug am schwedischen Flughafen Stockholm/Arlanda an und musste 120 Tage in Quarantäne verbringen, durfte aber regelmäßig von der Familie Lindnord besucht werden. Anschließend wurden in einer Tierklinik seine Zähne operativ behandelt. Danach lebte Arthur im nordschwedischen Örnsköldsvik bei den Lindnords als Familienhund.
Mikael Lindnord und sein Rennteam „Peak Performance“ starteten eine Kampagne für ein Gesetz zum Schutz von Streunern in Ecuador und gründeten die Hundehilfe-Stiftung Arthur Foundation, die einen Gesetzesentwurf zum Schutz von Straßenhunden unterstützt. Gelegentlich nahm Mikael Lindnord mit seinem Hund an Spendenläufen teil, wie etwa 2015 am Wohltätigkeitslauf „Wings for Life World Run“ in Kalmar in Südschweden und 2017 an dem von ihm organisierten Benefizlauf zu Gunsten der Arthur Foundation. Arthur erkrankte im Alter an Krebs und starb Ende 2020.
Medien Die Geschichte der Rettung des Hundes erlangte internationale Bekanntheit, zahlreiche Zeitungen und Radiosendungen, unter anderem The Washington Post, die BBC, CNN, The Guardian und The New York Times berichteten darüber und von ESPN erschien eine Filmdokumentation.
Im Jahr 2016 veröffentlichte Mikael Lindnord mit der Co-Autorin Valerie M. Hudson die Geschichte als Buch unter dem Titel The Dog Who Crossed The Jungle To Find A Home, das 2018 in deutscher Übersetzung als Arthur. Der Hund, der den Dschungel durchquerte, um ein Zuhause zu finden auf den Markt kam. Arthur and Friends (Arthur und seine Freunde) erschien 2017 und auf Deutsch im Jahr 2018, außerdem Rescue Dog Tales: The Story of Arthur and Sixteen Dogs Who Found Forever Homes 2020, gefolgt von Young Arthur – Inspired by the true story of Arthur, the rescue dog, das 2024 als Junger Arthur veröffentlicht wurde.
2024 erschien auf Grundlage des Buches der Kinofilm Arthur the king (auf Deutsch als: Arthur der Große). Die Geschichte wurde mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle sowie Simu Liu und Juliet Rylance verfilmt und die Handlung in die Dominikanische Republik verlegt. Der Film gewann unter anderem bei den Family Film Awards in der Sparte „Best Feature Film“.
Einzelnachweise Amanda Hällsten: Gatuhunden Arthurs liv gick inte att rädda. In: Aftonbladet vom 9. Dezember 2020. Abgerufen am 25. Dezember 2025
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Arthur: la historia del perro que participó del Mundial de Aventura Huairasinchi 2014. In: El Comercio (Ecuador) vom 17. November 2014. Abgerufen am 21. Dezember 2025
Arthur deberá adaptarse a la temporada invernal en Suecia. In: El Comercio (Ecuador) vom 20. November 2014. Abgerufen am 25. Dezember 2025
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Stray dog Arthur joins Swedish Adventure Racing team. In: Radio Sweden - News in English, Sveriges Radio vom 19. November 2014. Abgerufen am 20. Dezember 2025
Anna Quayle: Multisporthunden Arthur får eget lopp. In: Sveriges Television vom 21. April 2017. Abgerufen am 21. Dezember 2025
Terrence McCoy: The amazing story of a stray dog that followed an extreme adventure team through miles of Amazon jungle. In: The Washington Post vom 24. November 2014. Abgerufen am 21. Dezember 2025
Andrea Crossan: An Ecuadorian stray dog named Arthur finds his forever home in Sweden. In: The World vom 20. März 2015. Abgerufen am 21. Dezember 2025
Andrea Crossan: A stray dog adopts a team of Swedish trekkers on an endurance race in the Amazon. In: The World vom 24. November 2014. Abgerufen am 21. Dezember 2025
Kategorie:Individueller Haushund Kategorie:Hund im Film