Erna von Pustau, auch Erna Sternberg (geboren 9. Oktober 1903 in Mönchengladbach; gestorben 1969 in Penzberg), war eine deutsch-amerikanische Schriftstellerin.
Leben Erna Katharina Marie Pustau studierte Germanistik und wurde 1928 an der Universität Frankfurt am Main promoviert. Sie lernte 1928 den marxistischen Ökonomen Fritz Sternberg kennen und lebte fortan mit ihm zusammen. Sie trat 1931 der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) bei. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 folgte sie im Mai/Juni des Jahres Sternberg in die Schweiz, der bereits im März vor der Verfolgung geflohen war.
In der Schweiz schrieb sie mit Sternberg Zeitungsartikel für das St. Galler Tagblatt und die Basler Arbeiter-Zeitung. 1936 zogen sie nach Frankreich. Nach der deutschen Besetzung von Paris 1940 half sie Walter Benjamin, zwei Koffer mit Manuskripten in die unbesetzte Zone Frankreichs zu schaffen. 1941 gelang ihr mit Hilfe Sternbergs die Flucht in die USA, wo sie in den nächsten Jahren für die Hilfsorganisation Unitarian Service Committee arbeitete. Im Deutschen Reich wurde ihr im Oktober 1942 die Staatsbürgerschaft entzogen.Michael Hepp (Hrsg.): Die Ausbürgerung deutscher Staatsangehöriger 1933–45 nach den im Reichsanzeiger veröffentlichten Listen. Band 1: Listen in chronologischer Reihenfolge. München: Saur, 1985, S. 604 Pustau und Sternberg heirateten um 1947 in den USA, ließen sich aber bald danach scheiden.
Mit der US-amerikanischen Literaturnobelpreisträgerin Pearl S. Buck führte sie Gespräche über die Genese des Nationalsozialismus in Deutschland, die von Buck unter dem Titel How it happens 1947 veröffentlicht wurden. Im Jahr 1948 erschien eine deutsche Übersetzung in Wien. Pustau schrieb 1958 noch ein Kinderbuch.
Schriften (Auswahl) Die Stellung der Frau im Leben und im Roman der Jungdeutschen. Frankfurt, Univ., Diss., 1928 Pearl S. Buck mit Erna von Pustau: How it happens : talk about the German people, 1914–1933. New York: John Day, 1947 So kommt's dazu : Gespräche über das deutsche Volk 1914–1933 mit Erna von Pustau. Übersetzung Herbert Muehlbauer. Wien: Humboldt-Verlag, 1948 Aus der Geschichte des jüdischen Sozialismus, in: Geist und Tat : Monatsschrift für Recht, Freiheit und Kultur, 1955, H. 7, S. 207–214 Wenn der Bär zum Mond will. München: Lentz, 1958 The Moonstruck Bear. Übersetzung Marion Koenig. Buchausstattung Lilo Fromm. London: Nelson, 1964
Literatur
Helga Grebing und Klaus-Jürgen Scherer (Hrsg.): Streiten für eine Welt jenseits des Kapitalismus. Fritz Sternberg – Wissenschaftler, Vordenker, Sozialist. Paderborn 2017 Fritz Sternberg, in: Georg Wiesing-Brandes: Walter Benjamin. Das Pariser Adressbuch. Eine Biographie des Exils im Spiegel. Wädenswil: Nimus, 2025, S. 493–498. Außerdem S. 764–767
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Einzelnachweise
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