mini|hochkant|Sepideh Gholian (2021) Sepideh Gholian () ist eine iranische Journalistin und Menschenrechtlerin mit Schwerpunkt auf Arbeitsrechten, die seit 2018 wegen ihrer Unterstützung und Berichterstattung über Arbeiterproteste mehrfach festgenommen wurde. Am 11. Juni 2025 wurde sie nach Verbüßung einer zweijährigen Haftstrafe wegen „Beleidigung des Obersten Führers“ aus dem Evin-Gefängnis entlassen. Im Dezember 2025 wurde sie bei einer Gedenkzeremonie in Maschhad, bei der auch die Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi verhaftet wurde, von Zivilkräften geschlagen und festgenommen.

Leben Ihre Menschenrechtsarbeit konzentriert sich auf Arbeitsrechte in der Provinz Chuzestan, insbesondere in Zusammenarbeit mit der unabhängigen Gewerkschaft der Zuckerrohrarbeiter von Haft Tappeh, wobei sie als freie Journalistin tätig war. Am 18. November 2018 wurde sie in Schusch festgenommen, als sie über die Streiks bei der Haft-Tappeh-Zuckerrohrfabrik berichtete. Während der Haft berichteten Angehörige und später Gholian selbst von Schlägen und Misshandlungen durch Sicherheitskräfte. Nachdem staatliches Fernsehen erzwungene „Geständnisse“ ausgestrahlt hatte, wurde sie am 20. Januar 2019 erneut verhaftet. Im September 2019 verhängte ein Revolutionsgericht langjährige Haftstrafen, welche das Berufungsgericht am 14. Dezember 2019 auf jeweils fünf Jahre verringerte. Am 21. Juni 2020 trat sie die Haft an und wurde im Verlauf zwischen mehreren Haftanstalten – darunter Qarchak – verlegt. Am 15. März 2023 wurde sie zunächst aus dem Evin-Gefängnis entlassen, jedoch noch am selben Tag nach einem regimekritischen Slogan erneut festgenommen. Im Mai 2023 verurteilte ein Revolutionsgericht sie wegen „Beleidigung des Obersten Führers“ zu zwei Jahren Haft; das Berufungsgericht bestätigte das Urteil im Juli 2023. Nach Verbüßung der Strafe kam sie am 11. Juni 2025 frei.

Wirken Gholian wurde durch ihre Berichte über Arbeitskämpfe und ihre öffentlichen Aussagen zu Folter und Zwangsgeständnissen zu einer der bekanntesten weiblichen politischen Gefangenen des Landes. Menschenrechtsorganisationen dokumentierten in mehreren Fällen körperliche Übergriffe, Isolationshaft, gerichtliche Schikanen und wiederholte Verlegungen, was internationale Solidaritätskampagnen auslöste. Nach ihrer Freilassung 2025 nahm sie weiter öffentlich an zivilgesellschaftlichen Veranstaltungen teil, was sich im Dezember 2025 in ihrer gewaltsamen Festnahme in Maschhad widerspiegelte.

Veröffentlichungen The Evin Prison Bakers' Club: Surviving Iran's Most Notorious Prisons in 16 Recipes. Oneworld, 2025, ISBN 9781836430308

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