mini|Filialkirche Allerheiligen

Fürnbach ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rauhenebrach im Landkreis Haßberge (Unterfranken, Bayern). Die Gemarkung Fürnbach hat eine Fläche von 7,571 km². Sie ist in 792 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9559,44 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Markertsgrün, Schindelsee und Spielhof.

Geografie Das Kirchdorf liegt am Heinzleinsbach, einem linken Zufluss der Rauhen Ebrach, und ist unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben. Daran schließen sich an allen Seiten außer dem Süden Waldgebiete an. Die Kreisstraße HAS 24 führt nach Prölsdorf zur Staatsstraße 2274 (1,1 km nordwestlich) bzw. nach Prölsdorf (2,2 km südlich) bzw. zur Kreisstraße HAS 26 (1,9 km nordöstlich). Die Kreisstraße HAS 32 führt nach Spielhof (0,6 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1278 als „Walsbrunnen“ bzw. als „Furhenbach“ erstmals schriftlich erwähnt; das Bestimmungswort des zugrundeliegenden Hydronyms ist die Föhre. Laut dieser Urkunde trat Ludwig von Windheim den Ort an das Hochstift Würzburg ab. 1303 wurde bereits zwischen „Tieffenfürenbach“ und Hohenfürnbach unterschieden (später Fürnbach a.Bach und Fürnbach a.Berg genannt). Bis ins 19. Jahrhundert hinein unterstanden die nur durch einen Bach getrennten Anwesen anderen Hochgerichten und auch anderen Grundherren.P. Schneider: Steigerwald, S. 150f. Ab dem 15. Jahrhundert war Fürnbach a.Bach bambergisch, während Fürnbach a.Berg würzburgisch blieb. Grundherren waren wechselnde adelige Geschlechter; Fürnbach a.Bach gehörte zuletzt den Herren von Münster. Im 16. Jahrhundert hatten sie einen Hof mit zwei Untertansfamilien und fünf Güter. Dem Kloster Michelsberg gehörte eine Sölde. Während des Dreißigjährigen Krieges verödete das Dorf. Die Herren von Münster verkauften ihre Ansprüche 1661 für 480 fl. an das Hochstift Bamberg. Seitdem gehörte Fürnbach a.Bach zum bambergischen Amt Schönbrunn. Fürnbach a.Berg lag im Fraischbezirk der würzburgischen Cent Donnersdorf und bestand im 16. Jahrhundert aus zwei Gütern; 1 gehörten den von Rotenhan, den von Münster.A. Tittmann: Haßfurt, S. 323–325. Der Boden galt als kalt und lettig, hauptsächlich wurde Hafer angebaut, der lediglich für die Eigenversorgung ausreichte.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 27.

Im Jahre 1802 kam Fürnbach an das Kurfürstentum Bayern, von 1806 bis 1814 gehörte es zum Großherzogtum Würzburg. 1814 wurde dieses in das Königreich Bayern einverleibt. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Fürnbach, zu der Schindelsee und Spielhof gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Prölsdorf zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Prölsdorf. 1819 erfolgte die Überweisung an das neu gebildete Landgericht Eltmann und dem Rentamt Zeil (1919 in Finanzamt Zeil umbenannt). 1830 kam Markertsgrün von der Gemeinde Theinheim zu Fürnbach. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Haßfurt (1939 in Landkreis Haßfurt umbenannt) für die Verwaltung zuständig. Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Eltmann (1880 in Amtsgericht Eltmann umbenannt, seit 1959 Amtsgericht Haßfurt).A. Tittmann: Haßfurt, S. 559f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,574 km².

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Fürnbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die neu gebildete Gemeinde Rauhenebrach eingegliedert.

Baudenkmäler In Fürnbach gibt es vier Baudenkmäler: Schulberg 6: Katholische Filialkirche Allerheiligen und Friedhofskreuz Wegkapelle Wegkreuz

Bodendenkmäler In der Gemarkung Fürnbach gibt es ein Bodendenkmal.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Fürnbach Jahr 1811 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 341 325 325 307 305 314 316 302 276 270 274 297 300 289 302 290 295 289 270 316 280 249 429 457HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 59 83 89 91 92 80 86 88 Quelle

Ort Fürnbach Jahr 1799 1811 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2024Einwohner 120 190 265 272 280 295 265 324 278 304 276 209Häuser 28 32 53 56 54 54 56 65 Quelle

Religion Fürnbach ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Sebastian (Prölsdorf) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Haßberge Kategorie:Geographie (Rauhenebrach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Haßberge) Kategorie:Ersterwähnung 1278 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Haßberge Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)