mini|Heilige Dreifaltigkeit (2013) mini|hochkant|Innenansicht Die Kirche Heilige Dreifaltigkeit ist neben der jüngeren Kirche Wiederkunft Christi im Süden der Stadt eine der beiden Pfarrkirchen des römisch‑katholischen Stadtkirchenverbands Stadtkirche Kolbermoor im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Neben der Kirche hat das gleichnamige Pfarrbüro seinen Sitz, das gleichzeitig auch Sitz der Stadtkirche ist. Sie gehört zum Prodekanat Rosenheim‑Nord in der Seelsorgsregion Süd des Erzbistums München und Freising. Die Kirche ist der Heiligsten Dreifaltigkeit gewidmet und feiert daher ihr Titularfest, jedes Jahr am Sonntag nach Pfingsten, am sog. Dreifaltigkeitssonntag.

Lage Die Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit befindet sich im Zentrum Kolbermoors, umgeben vom alten Rathausplatz.

Neben der Kirche liegen im Uhrzeigersinn auch ein Pfarrhaus/Pfarrbüro, ein gleichnamiger Kindergarten und ein Pfarrheim mit Saal. Dieser ist der kirchlich-soziale Treffpunkt der Katholiken in Kolbermoor.

Geschichte Die Katholiken der Mangfall-Stadt Kolbermoor stellten bereits 1864 ein Bittgesuch an den bayerischen König Ludwig II. zur Errichtung einer eigenen Kirche und eines Pfarrhofs. Unterstützt wurden sie dabei vom Aiblinger Pfarrer Stephan Rainer, nach dem später auch die Straße an der Kirche benannt wurde. Am 5. Juli 1868 fand die feierliche Grundsteinlegung statt. Mit großer finanzieller Unterstützung der Katholiken wurde 1868/1869 die katholische Kirche errichtet. Am 19. Dezember 1869 war die Kirche soweit fertiggestellt, dass nach der Benediktion (Segnung) die ersten Gottesdienste darin gefeiert werden konnten. Die eigentliche Kirchweihe erfolgte erst 12 Jahre später, nach Fertigstellung des Hochaltars, am 7. August 1881 durch Erzbischof Antonius von Steichele. Es wurden Reliquien des Hl. Venustus und Hl. Maximus eingesetzt. Am 10. Juni 1887 wurde die Kirche zur Pfarrei erhoben. Im Seitenschiff links neben dem Hochaltar gab es bis 1965 außerdem einen Marienaltar. Die historische, handgearbeitete Marienfigur steht heute in der Apsis.

Der neue Altar (nach II. Vatikanum) wurde am 28. November 1965 durch Weihbischof Johannes Neuhäusler geweiht.

Josef Birnkammer, Ehrenbürger der Stadt Kolbermoor, war von 1935 bis 1962 Pfarrer. Von 1899 bis 1976 waren in Kolbermoor Schwestern vom Dritten Orden des Heiligsten Herzens Jesu tätig. Sie waren vor allem für die Hauskrankenpflege im städtischen Krankenhaus zuständig, das auch über eine eigene Kapelle verfügte. In der nordöstlichen Ecke im 1. Stock der Kirche ist noch heute eine eigens für die Schwestern angelegte Schwesternempore erhaltenIst von Innen sowie außen zu sehen; liegt über der Marienkapelle.

Architektur Die Kirche wurde dem zeitgemäßen Stilempfinden entsprechend im spätromanisch-byzantinischen Stil erbaut. Sie ist 45 Meter lang und 16,5 Meter breit. 1876 folgte der Pfarrhof und 1877 erhielt der 44 Meter hohe Turm seinen charakteristischen Spitzhelm und die Uhr. Die Kirche prägt seit Jahren maßgeblich das Stadtbild Kolbermoors.

Ausstattung mini|hochkant|Mariä Krönung Links neben dem Altar, über dem Tabernakel, hängt eine vergoldete, über 300 Jahre alte Figurengruppe mit dem Namen „Mariä Krönung“ des Künstlers Hamberger aus Rosenheim von der Decke. Die Seitenwände der Kirche werden durch Heiligenfiguren sowie mehrere volkstümliche Josef- & Mariengemälde von Alfred Reich, einem Münchner Künstler und Architekten ausgeschmückt. Zu besonderen Festen sind des Weiteren eine neben dem Altar platzierte Jesus- oder Marienstatue zu finden. Außerdem wurde während der Renovierungsarbeiten ein wertvolles, spätgotisches Kruzifix entdeckt, dessen Herkunft ungeklärt bleibt.

Im hinteren Teil der Kirche ist eine „Werktagskapelle“ mit Platz für ca. 25 Personen zu finden. An der Stirnseite der Kapelle hängt ein Südtiroler Holzkreuz, daneben eine Darstellung der Schmerzensmutter Maria. Links vor dem Altar steht eine Statue, die dem Hl. Christophorus gewidmet ist, gestiftet von einer Privatperson.

1893 wurde an der Nordostseite eine kleine, von außen zugängliche Marienkapelle samt Lourdesgrotte und Kriegerdenkmal errichtet. Diese ist nach mehrmaligem Vandalismus jedoch nicht mehr zugängig.

Orgeln Hauptorgel mini|Hauptorgel mini|hochkant|Spieltisch Die Orgel mit 31 klingenden Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 2018 von Johannes Führer erbaut. Sie ist das Größte Instrument der Firmengeschichte und wurde unter Verwendung von Pfeifen der Vorgängerorgel in einem Gehäuse erbaut, welches der ersten Orgel der Kirche von Jakob Müller aus dem Jahre 1863 nachempfunden ist. Die Disposition lautet:Die Hauptorgel auf www.organindex.de, abgerufen am 12. Dezember 2025.

I Hauptwerk C–g3 Bourdun 16′ Principal 8′ Konzertflöte 8′ Gedeckt 8′ Viola da Gamba 8′ Octave 4′ Hornflöte 4′ Quinte ′ Superoktave 2′ Mixtur IV 2′ Terzmixtur V 2′ Trompete 8′ II Schwellwerk C–g3 Quintatön 16′ Geigenprinzipal 8′ Rohrflöte 8′ Gedeckt 8′ Salicional 8′ Regina Dolce 8′ Vox coelestis 8′ Fugara 4′ Traversflöte 4′ Flautino 2′ Kornettmixtur ′ Harmonietrompete 8′ Oboe 8′ Pedal C–f1 Principalbass 16′ Subbass 16′ Octavbass 8′ Gedacktbass 8′ Cello 8′ Choralflöte 4′ Posaune 16′ Trompete 8′

Koppeln: II/I, I/P, II/P, Sub II/I, Sub II/II

Chororgel mini|hochkant|Chororgel Die Orgel mit acht Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 1967 von Josef Zeilhuber gebaut. Sie hat folgende Disposition:Die Chororgel auf www.organindex.de, abgerufen am 12. Dezember 2025.

I Hauptwerk C–g3 Gedeckt 8′ Praestant 4′ Mixtur ′ II Schwellwerk C–g3 Gemshorn 8′ Spitzflöte 4′ Siffflöte 2′ Pedal C–f1 Untersatz 16′ Gemshorn 8′

Koppeln: II/I, I/P, II/P

Literatur

Hildegard Muschik, Maurus Scheurenbrand: 150 Jahre Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit Kolbermoor. Chronik 2019. Kolbermoor, Oktober 2019. (Digitalisat auf erzbistum-muenchen.de, abgerufen am 29. August 2026) Georg Dobler, Blasius Wagner: Pfarrei und Kirche Heilig Dreifaltigkeit Kolbermoor. Kolbermoor, 2000.

Weblinks

Einzelnachweise

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