That’s Why The Lady Is A Champ (Originaltitel Christy) ist ein US-amerikanischer Boxfilm des Regisseurs David Michôd aus dem Jahr 2025 mit Sydney Sweeney in der Hauptrolle. Der Film erzählt die Biografie der US-amerikanischen Profiboxerin Christy Martin (* 1968).
Handlung Christy Salters wächst in den 1970er und 80er Jahren mit ihrem Bruder in einer Kleinstadt in West Virginia als Tochter eines Kohlebergmanns und einer manipulativen Mutter auf, die Christys lesbische Beziehung zu einer Freundin bekämpft.
Zunächst scheint für Christy ein eher konventionelles Leben vorgesehen. Dann entdeckt sie ihre außergewöhnliche Begabung fürs Boxen. Sie beginnt unter Jim Martin (Ben Foster) zu trainieren, der zunächst ihr Trainer und Manager und später trotz des erheblichen Altersunterschiedes ihr Ehemann wird. Christy entwickelt sich rasch zu einer außergewöhnlich erfolgreichen Boxerin. In einer Zeit, in der Frauenboxen in den USA noch kaum etabliert ist, wird sie zu einer der bekanntesten Boxerinnen des Landes. Jim trägt entscheidend zu ihrem sportlichen Aufstieg bei und baut sie zu einer öffentlichen Figur auf. Zugleich sorgt er aber dafür, dass sie von ihm abhängig bleibt. Christy wird schließlich unter anderem von Don King vermarktet und zur großen Attraktion des amerikanischen Boxsports.
Parallel dazu wird ihr Privatleben immer problematischer. Christy muss ihre sexuelle Identität in einer Zeit verbergen, in der sie als öffentliche Sportlerin stark unter gesellschaftlichem Druck steht. Ihre Liebesbeziehung zu einer Frau wird von der Mutter bekämpft, die sich deswegen im Konflikt zwischen Christy und Jim auf dessen Seite stellt. Christys Beziehung zu Jim entwickelt sich zunehmend von einer beruflichen Partnerschaft zu einem System aus Kontrolle, Manipulation und Gewalt. Während Christy nach außen die selbstbewusste, aggressive Boxerin verkörpert, ist sie zu Hause zunehmend gefangen. Jim zwingt sie zu Kokainkonsum und fertigt kompromittierende Filme an, mit denen er sie sogar öffentlich zu vernichten versucht. Der Film stellt einen Kontrast her: Im Boxring kann Christy ihre Gegnerinnen besiegen, außerhalb des Rings verliert sie zunehmend die Kontrolle über ihr eigenes Leben. Der entscheidende Wendepunkt kommt schließlich 2010. Jim greift Christy in ihrem eigenen Haus an und versucht, sie zu töten. Er schießt auf sie und sticht mehrfach mit einem Messer auf sie ein. Christy überlebt den Angriff schwer verletzt. Damit wird der „Kampf“ außerhalb des Boxrings buchstäblich zu einem Kampf um ihr Leben. Das Ende des Films ist deshalb weniger ein klassisches Sportfilm-Finale als die Geschichte einer Befreiung: Christy überlebt, entkommt der Beziehung und beginnt, ihr Leben und ihre Identität selbst zu bestimmen. Jim wird zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Film stellt ihren größten Sieg letztlich nicht als einen gewonnenen Boxkampf dar, sondern als den Moment, in dem sie die Kontrolle über ihr eigenes Leben zurückerlangt. Die Schlussszene zeigt nicht mehr das Ergebnis eines Kampfes, sondern nur die Momente davor: Christy stolz und vom Publikum gefeiert.
Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation übernahm die EVA Studios Germany GmbH. Das Dialogbuch schrieb Heike Kospach, die auch Dialogregie führte.
Rolle Darsteller Synchronsprecher Christy Salters-Martin Sydney Sweeney Olivia Büschken James V. 'Jim' Martin Ben Foster Martin Kautz Donald 'Don' King Chad L. Coleman Oliver Stritzel Big Jeff Bryan Hibbard Gerrit Schmidt-Foß Coach James Self Vlad Chiriac Coach Miguel Diaz Gilbert Cruz Hans Bayer Jessie Robinson Marvin Laviolette Florian Hoffmann Jimmy 'Shortdog' Maloney Tony Cavalero Thaddäus Meilinger Johnny Salters Ethan Embry Gerrit Hamann Journalistin Courtney Grace Johanna von Gutzeit Joyce Salters Merritt Wever Marie Bierstedt Larry Carrier Bill Kelly Uwe Büschken Lisa Holewyne Katy O'Brian Nurcan Özdemir MGM Ringansager Braden Bunch Stefan Müller-Doriat Nancy Stephanie Benkovich Anna Dramski Randy Salters Coleman Pedigo Finn Posthumus Richard Christmas Miles Mussenden Christoph Banken Richterin Carrie Stauber Magdalena Helmig Ringrichter Fred Steinweinder III Hank Quillen Alexander Hauff Rosie Jess Gabor Daniela Molina Sportjournalist Carter Shaw Martin Schubach Walt Walter 'Buddy' Carter Sascha Werginz
Veröffentlichung mini|Sydney Sweeney bei der Premiere von Christy beim Toronto International Film Festival 2025 Der Film feierte seine Weltpremiere beim Toronto International Film Festival 2025 am 5. September 2025 und kam am 7. November 2025 in die US-amerikanischen Kinos. Am ersten Wochenende verzeichnete er Einnahmen in Höhe von 1,3 Millionen US-Dollar in den USA, und wurde damit von Box Office Mojo als einer der zwölf erfolglosesten Filme, die auf über 2000 Leinwänden veröffentlicht wurden, eingestuft. In den deutschen Kinos soll der Film am 10. September 2026 anlaufen.https://www.filmstarts.de/nachrichten/1000198921.html Produktion Im Mai 2024 wurde öffentlich, dass Regisseur David Michôd ein Drehbuch vom ihm und Mirrah Foulkes über die ehemalige Profiboxerin Christy Martin verfilmen wird.
Die Dreharbeiten begannen im September 2024.https://www.filmstarts.de/nachrichten/1000198921.html Produziert wurde der Film von Kerry Kohansky-Roberts, David Michôd, Justin Lothrop, Brent Stiefel, Sydney Sweeney und Teddy Schwarzman, und von Michael Heimler, John Friedberg, Mirrah Foulkes, Brad Zimmerman, David Levine, Ryan Schwartz und Nick Shumaker als Executive Producer. Beteiligte Produktionsfirmen sind Anonymous Content, Yoki, Inc., Votiv, Fifty-Fifty Films und Black Bear Pictures.
Der Film wurde beim Marché du Film bei den Filmfestspielen von Cannes 2024 internationalen Käufern vorgestellt.
Rezeption
Nach der Festivalpremiere fasste Glenn Garner für Deadline Hollywood die Kritikerreaktionen zusammen. Manche Kritiker lobten Sweeneys Verwandlung in die Rolle der Profiboxerin, so Garner. Andere sagten, das sei die einzige Stärke des Films.
Sonia Rao kritisierte in der Washington Post das Drehbuch. In ihrer Zwei-von-vier-Sterne-Kritik nannte sie Christy einen gewöhnlichen Biopic, der nicht zeige, was Christys Geschichte wirklich besonders mache.
Marshall Shaffer schrieb im Slant Magazine eine gemischte Kritik. Der Film wiege das Publikum in Sicherheit, weil er kaum vom klassischen Muster inspirierender Sportfilme abweiche. Doch schon in den frühen Szenen von Christys Aufstieg lägen die Keime jenes Kampfes, der im wirkungsvolleren zweiten Teil aufblühe, wenn ihre Karriere zu stagnieren beginne.
Robert Abele von der Los Angeles Times lobte Sweeneys Leistung. Der Film brauche aber eine härtere Gangart als das glatte Melodram, das er biete. Er bestehe nur aus Höhen und Tiefen und interessiere sich selten für die Zwischentöne, die einen Boxkampf über alle Runden hinweg nachvollziehbar machten.
Barry Hertz von The Globe and Mail lobte die Hauptdarsteller Sweeney und Foster. Er räumte aber ein, dass Regisseur David Michôds Film nicht annähernd so viel Blut, Schweiß und Tränen liefere wie Sweeney selbst. Die vertrauten Muster eines Sport-Biopics zwängen seinen Star immer wieder in die Konventionen zurück.
Dan Jolin von Time Out vergab vier von fünf Sternen. Er lobte sowohl die Haupt- als auch die Nebendarsteller.
Lisa Kennedy von der The New York Times lobte Sweeneys Hauptrolle. Sweeney finde sich in Christys Wucht zurecht, ohne ihre Figur zu verkopfen. Deren Talent sei ihrem Selbstbewusstsein um Jahrzehnte voraus.
Jocelyn Noveck schrieb in der The Seattle Times, die Mischung der Genres wirke stellenweise etwas ungleichmäßig, funktioniere aber letztlich, nicht zuletzt dank Sweeney. Sie verleihe ihrer schonungslosen Darstellung von Martin sowohl Zärtlichkeit als auch Wut, mit Schwung und echter Verletzlichkeit.
Oliver Kube von Filmstarts gibt dem Film eine gemischte Kritik. Sweeneys Einsatz und ihr Mut seien beeindruckend, das Wechselspiel zwischen Sportfilm und Beziehungsdrama wirke aber oft holprig. Besonders in der ersten Hälfte gebe es zu viele ähnliche Boxszenen, während das private Drama zunächst zu kurz komme. Erst in der zweiten Hälfte finde der Film an Fahrt und emotionaler Tiefe.
Weblinks
Christy im Programm des Toronto International Film Festival 2025
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2025 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Boxerfilm Kategorie:Filmbiografie über Sportler