mini|hochkant|Tommy Lee Jones (2017) Tommy Lee Jones (* 15. September 1946 in San Saba, Texas) ist ein US-amerikanischer Schauspieler sowie Golden-Globe- und Oscar-Preisträger.

Leben und Karriere Herkunft und Anfänge Tommy Lee Jones kam 1946 als Sohn des Ölarbeiters Clyde Jones und der Polizistin Lucille Marie (geborene Scott) im texanischen San Saba zur Welt. Laut Jones hatte eine seiner Großmütter Cherokee-Vorfahren, wobei all seine Großeltern und Urgroßeltern im US-Zensus als „weiß“ gelistet sind. Als Jugendlicher jobbte er mit seinem Vater in den Ölfeldern. Sein Vater verließ die Familie, um in den Ölfeldern Libyens zu arbeiten. Jones schaffte es über Football-Stipendien in die Eliteschule St. Mark’s School of Texas in Dallas, eine Jungenschule, die auf das Hochschulstudium vorbereitet, und ging dann an die Harvard University, wo er Anglistik studierte und 1969 cum laude abschloss. In Harvard hat er zudem erfolgreich American Football gespielt (1966–1968) und hatte die Option, als Profi-Spieler zu den Dallas Cowboys zu gehen. Mit seinem damaligen Zimmergenossen, dem Demokraten Al Gore, ist Jones seit seiner Studienzeit befreundet und unterstützte im August 2000 dessen Präsidentschaftskampagne.

Jones ist in verschiedenen karitativen Projekten aktiv und lebt fern von Hollywood in San Antonio, Texas. In der Umgebung bewirtschaftet er zwei Ranches, auf denen Rinder und Polo-Ponys gezüchtet werden.

Schauspielkarriere hochkant|mini|Tommy Lee Jones in Cannes 2005 Erste Erfahrungen mit der Schauspielerei machte Jones in der Schule. Während seines Studiums wirkte er unter anderem in Shakespeare-Aufführungen mit. Nach seinem Abschluss in Harvard ging er 1969 nach New York, wo er ein paar Jahre lang für Theater und Fernsehen spielte. Sein Debüt am Broadway gab er mit A Patriot For Me (1969) von John Osborne. Eine erste kleine Filmrolle hatte Jones in Love Story (1970), die sein Harvard-Mitbewohner Erich Segal verfasst hatte. Jones spielte den Mitbewohner des Hauptdarstellers Ryan O’Neal und kommentiert in zwei Szenen dessen Liebesleben. 1975 zog Jones nach Los Angeles und spielte eine Nebenrolle in der Pilotsendung der Serie Charlie’s Angels. Seine erste Hauptrolle war 1976 der flüchtende Gefängnisinsasse in Vergewaltigt hinter Gittern.

1983 bekam Jones einen Emmy für seine Darstellung eines Mörders in der Todeszelle The Executioner’s Song, womit sein Bekanntheitsgrad stieg und er sich als Hollywood-Schauspieler etablierte. Bekannt wurde Jones vor allem als Darsteller in Actionfilmen. Er ist einer der wenigen Schauspieler, die einen eigenständigen Fortsetzungsfilm erhielten, obwohl er im ersten Film lediglich eine Nebenrolle hatte: In Auf der Jagd nimmt er die Oscar-gekrönte Rolle des Deputy US Marshal Sam Gerard aus Auf der Flucht wieder auf. Seine Gage für Hollywood-Produktionen soll zu Spitzenzeiten bei 20 Millionen US-Dollar gelegen haben (Men in Black II).

Sein Regiedebüt gab Jones 1995 mit dem Fernsehfilm Einmal Cowboy, immer ein Cowboy (The Good Old Boys) nach einer Vorlage von Elmer Kelton, in dem er auch die Hauptrolle spielte. Die Produktion erhielt Nominierungen u. a. für den Cable Ace Award und den Preis der Actors Guild. 2005 führte er bei Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada (The Three Burials of Melquiades Estrada), einem zeitgenössischen Western, in dem er ebenfalls eine Hauptrolle spielte, zum zweiten Mal Regie. Diese Produktion war sein erster Kinofilm, bei dem er die Regie übernahm. Jones produzierte den Film zusammen mit Luc Besson, Michael Fitzgerald und Chris Menges und wurde für die Rolle des Pete Perkins bei den Filmfestspielen von Cannes mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet. 2011 folgte mit The Sunset Limited – Eine Frage des Glaubens ein weiterer Fernsehfilm, den Jones inszenierte. Seine vierte Regiearbeit The Homesman kam 2014 in die Kinos.

Ehe und Familie Jones’ war in erster Ehe sieben Jahre lang mit Katherine (Kate) Lardner, Enkelin von Ring Lardner, verheiratet.

1981 heiratete er in zweiter Ehe die Fotografin Kimberlea Gayle Cloughley, die Tochter von Phil Hardberger, von der er sich 1996 scheiden ließ. Aus dieser Verbindung entstanden zwei Kinder, darunter die Tochter Victoria (* 3. September 1991), die am 1. Januar 2026 tot in einem Hotelzimmer in San Francisco aufgefunden wurde. Im Februar 2026 teilte der Gerichtsmediziner mit, dass eine Überdosis Kokain als Todesursache festgestellt wurde.

Seit März 2001 ist er in dritter Ehe mit der Kameraassistentin Dawn Maria Laurel verheiratet, die er im Jahr 1995 am Set vom Film The Good Old Boys (dt.: Einmal Cowboy, immer ein Cowboy) kennenlernte.

Filmografie

Auszeichnungen mini|hochkant|Tommy Lee Jones beim Toronto International Film Festival 2007 mini|hochkant|Stern auf dem Hollywood Walk of Fame Oscar 1992: Nominierung als Bester Nebendarsteller in JFK – Tatort Dallas 1994: Auszeichnung als Bester Nebendarsteller in Auf der Flucht 2008: Nominierung als Bester Hauptdarsteller in Im Tal von Elah 2013: Nominierung als Bester Nebendarsteller in Lincoln

Golden Globe Award 1981: Nominierung als Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical in Nashville Lady 1994: Auszeichnung als Bester Nebendarsteller in Auf der Flucht 2013: Nominierung als Bester Nebendarsteller in Lincoln

British Academy Film Award 1992: Nominierung als Bester Nebendarsteller in JFK – Tatort Dallas 1994: Nominierung als Bester Nebendarsteller in Auf der Flucht 2008: Nominierung als Bester Nebendarsteller in No Country for Old Men 2013: Nominierung als Bester Nebendarsteller in Lincoln

Screen Actors Guild Award 2008: Nominierung als Bester Nebendarsteller in No Country for Old Men 2008: Auszeichnung als Bestes Schauspielensemble in No Country for Old Men 2013: Auszeichnung als Bester Nebendarsteller in Lincoln 2013: Nominierung als Bestes Schauspielensemble in Lincoln

Weitere 1983 Bester Hauptdarsteller in einer Fernsehserie für Das Lied des Henkers Emmy, 1989 nominiert als Bester Hauptdarsteller in einer Fernsehserie für Lonesome Dove Internationale Filmfestspiele von Cannes 2005, Bester Darsteller für The Three Burials of Meliquiades Estrada

Deutsche Synchronstimmen Tommy Lee Jones wird im deutschsprachigen Raum seit 1992 fast ausnahmslos von Ronald Nitschke gesprochen. Andere Sprecher, die Jones im Laufe seiner Karriere ebenfalls ihre Stimme liehen, waren Thomas Danneberg, Frank Glaubrecht, Manfred Lehmann, Jürgen Thormann, Jochen Striebeck, Christian Brückner, Joachim Kerzel, Hartmut Becker und Joachim Tennstedt.

Weblinks

David J. Wishart: Jones, Tommy Lee (b. 1946). Eintrag bei Encyclopedia of the Great Plains.

Einzelnachweise

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