Ksenija Alehauna Luzkina (, wiss. Transliteration ; * 14. Februar 1984) ist eine belarussische Journalistin und ehemalige Korrespondentin des staatlichen Senders Belarus 2 der Belteleradyjokampanija, die durch ihre politisch motivierte Verfolgung nach den Protesten von 2020 bekannt wurde. Im September 2022 wurde sie vom Minsker Stadtgericht wegen „Verschwörung zur Erringung der Staatsmacht“ zu acht Jahren Haft verurteilt. Im August 2024 kam sie nach einem von Präsident Aljaksandr Lukaschenka unterzeichneten Gnadenerlass frei. Seit 2025 lebt sie mit ihrem Sohn in Berlin.
Leben Luzkina arbeitete bis August 2020 als Korrespondentin beim staatlichen Rundfunkunternehmen Belteleradyjokampanija (Kanal Belarus 2), schloss sich nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom 9. August 2020 den Streiks an, kündigte und trat dem Koordinationsrat bei. Gemeinsam mit einem Teil des ausgeschiedenen Kollegenteams plante sie die Gründung eines unabhängigen „alternativen Fernsehens“ auf YouTube, das von der Akademie des Presseklubs Belarus begleitet wurde. Am 22. Dezember 2020 wurde sie in Minsk beim Einkaufen festgenommen; ihre Wohnung wurde durchsucht, und zunächst wurde ein Verfahren wegen angeblicher Steuerhinterziehung nach Art. 243 eröffnet. Später werteten die Behörden den Fall als „Verschwörung zur Ergreifung der Staatsmacht“ um. Wjasna und andere Menschenrechtsorganisationen in Belarus haben Ksenija Luzkina als politische Gefangene anerkannt.
Am 28. September 2022 verhängte das Minsker Stadtgericht eine achtjährige Freiheitsstrafe. Während der Haft verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand erheblich; sie litt an einem Gehirntumor und Asthma, und Organisationen warnten vor unzureichender medizinischer Versorgung. Am 16. August 2024 erließ Lukaschenka einen Gnadenerlass für mehrere politisch Inhaftierte, zu denen auch Luzkina gehörte, der wenige Tage später zu ihrer Freilassung führte. Am 3. März 2025 verließ sie mit Unterstützung des Evakuierungsteams der Stiftung BYSOL das Land. Seither lebt sie in Berlin.
Wirken Bei der Belteleradyjokampanija berichtete Luzkina als Fernsehkorrespondentin über gesellschaftliche Themen; nach den Massenprotesten 2020 verließ sie den Staatssender aus Protest und setzte sich im Koordinierungsrat ein. Mit dem geplanten unabhängigen Sender zielte sie darauf, faktenbasierte Berichterstattung außerhalb staatlicher Kontrolle zu ermöglichen. Nach ihrer Freilassung berichtet sie ausführlich über Haftbedingungen und setzt sich öffentlich für politische Gefangene und Medienfreiheit in Belarus ein. Sie gilt als eine der bekanntesten wegen ihrer Arbeit verfolgten Journalistinnen.
Einzelnachweise
Kategorie:Journalist (Belarus) Kategorie:Geboren 1984 Kategorie:Opfer der Diktatur in Belarus Kategorie:Belarusse Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Frau Kategorie:Von Wjasna als politischer Gefangener eingestufte Person (Belarus)