Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (2004)Der Golf V im Crash-Test (abgerufen am 4. September 2014, englisch) 105px

Golf V ist die Bezeichnung für die fünfte Baureihe des VW Golf. Er löste im Oktober 2003 den erfolgreichen Golf IV ab.

Im Oktober 2008 wurde der Golf V in Deutschland durch den Golf VI ersetzt.

Erstmals erhielt der Golf V statt der seit dem Golf I verwendeten einfachen Verbundlenkerachse eine Vierlenker-Hinterachse. Sie verbessert die Fahreigenschaften insbesondere in Kurven. Volkswagen zog auf diese Weise mit Ford gleich, die seit Herbst 1998 im Focus eine ähnlich aufwendige Hinterachskonstruktion einsetzten.Focus: Fahrbericht VW Golf V In: Auto Zeitung (Hinweis: In der Überschrift dort ist zwar vom Golf IV die Rede, es wurde aber ein Golf V bewertet) Auf Basis der neuentwickelten Hinterachse konnte Volkswagen die Plattform des Golf V auch für deutlich schwerere Modelle wie beispielsweise den VW Touran verwenden.

Der Golf V konnte in Deutschland nicht an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen, was sich unter anderem daran zeigt, dass am 31. Dezember 2008 – also am Ende des letzten Produktionsjahres – in Deutschland nur 786.554 Golf V zugelassen waren. Zur gleichen Zeit wies die Zulassungsstatistik für das Vorgängermodell, das bereits fünf Jahre aus der Produktion war, mit 1.558.955 fast doppelt so viele Fahrzeuge aus, für das bereits elf Jahre eingestellte Vor-Vorgängermodell (Golf III) immerhin noch 1.137.614. Die Konsequenz des vergleichsweise geringen Absatzes war eine verkürzte Bauzeit des Golf V. Der in technischen Details und äußerlich veränderte Nachfolger Golf VI kam 2008 eher als erwartet heraus. Die Plattform und viele äußerlich nicht sichtbare Bauteile waren die gleichen wie im Golf V.

Modellgeschichte Allgemeines mini|VW Golf V Heckansicht 2003: Vorstellung des Golf V mit den Ottomotoren 1,4 55 kW (75 PS), 1,4 FSI 66 kW (90 PS) und 1,6 FSI 85 kW (116 PS) sowie den Dieselmotoren 1,9 TDI 77 kW (105 PS) und 2,0 TDI 103 kW (140 PS); neue Vierlenker-Hinterachse. Serienmäßig (auf dem deutschen Markt) waren: Vier Scheibenbremsen, elektromechanische Servolenkung, Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP), Antriebsschlupfregelung (ASR), Bremsassistent, elektronische Differentialsperre (EDS), Antiblockiersystem (ABS), sechs Airbags, elektrische Außenspiegel und Fensterheber und Funk-Zentralverriegelung. Sowohl die Kombiversion Golf IV Variant als auch der mit Stufenheck und ebenfalls als Kombi angebotene Bora wurden weitergebaut. Im Golf V wurde – wie bereits seit 2001 im Golf IV – der CAN-Bus von Bosch eingesetzt. 2004: Weitere Motoren: Ottomotoren 1,6 75 kW (102 PS) und 2,0 FSI 110 kW (150 PS) sowie Dieselmotoren 2,0 SDI 55 kW (75 PS) und 1,9 TDI 66 kW (90 PS); „30 Jahre Golf“: kostenlose Klimaanlage (Verkaufsförderungsmaßnahme befristet bis September 2004), 6-Gang-Direktschaltgetriebe (DSG) als Sonderausstattung gegen Aufpreis für die Dieselmotoren 1,9 TDI 77 kW (105 PS) und 2,0 TDI 103 kW (140 PS), 6-Gang-Automatikgetriebe mit Tiptronic-Schaltung als Sonderausstattung gegen Aufpreis für die Motoren 1,6 75 kW (102 PS), 1,6 FSI 85 kW (115 PS) und 2,0 FSI 110 kW (150 PS), Golf 4motion mit Allradantrieb als Sonderausstattung für den Motoren 2,0 FSI 110 kW (150 PS), 1,9 TDI 77 kW (105 PS) und 2,0 TDI 103 kW (140 PS) verfügbar. 2005: Produktionsbeginn des Golf GTI mit neu entwickeltem turbogeladenem FSI-Motor mit 147 kW (200 PS). Mitte 2005 (Modelljahr 2006) wurden einige Sparmaßnahmen umgesetzt, wie zum Beispiel eine Stabantenne (wie beim IV) sowie dunklere, sich angenehmer anfühlende Materialien am Armaturenbrett, nur noch acht statt zehn Lautsprecher, eine kleinere Batterie beim 1,4- und 1,6-Ottomotor. Die Veränderungen konnten je nach Ausstattungsvariante unterschiedlich sein. Die Stufenheckversion Jetta kam als Nachfolger des Bora auf den Markt. September 2005: Das Sondermodell Golf speed wurde eingeführt. Diese Sonderedition war ein Projekt von Auszubildenden von VW und war auf 200 Exemplare limitiert. Jeweils 100 Fahrzeuge wurden in den Farben Gelb und Orange (Original-Farben von Lamborghini) hergestellt. Dezember 2005: Golf GT mit neuem TSI-Twin-Charger als TSI (Kompressor und Turbolader) sowie als 2,0 TDI mit 125 kW (170 PS). Januar 2006: Einführung des Golf GTI in den USA Februar 2006: Golf Goal als Sondermodell zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Der Goal erhielt eine umfangreiche Serienausstattung mit Klimaanlage, CD-Radio, Sitzheizung, Einparkhilfe, Geschwindigkeitsregelanlage, Multifunktionsanzeige, Lederlenkrad, Fußmatten, Räder/Reifen in 16 Zoll, Nebelscheinwerfer, Beifahrerspiegelabsenkung, beheizten Scheibenwaschdüsen und einer Scheinwerfer-Reinigungsanlage. Gegenüber dem Standardmodell Trendline ergab sich dadurch ein Preisvorteil von 1236 Euro. Als Sonderfarbe bot VW das Copper Orange an. Produktion bis August 2006. Sommer 2006: Einführung des Golf V in Nordamerika unter der Bezeichnung Rabbit; Start des Golf TSI mit 103 kW (140 PS). Oktober 2006: Sondermodell Golf Tour in Kooperation mit TUI als Nachfolger des Golf Goal; leicht veränderte Ausstattung (Gutschein für einen Reisetag bei Buchung über TUI, Entfall des Winterpakets und der Fußmatten). 2007: Sondermodell Golf V Fahrenheit – eine Edition des GTI mit DSG, die es nur in den USA (1200 Stück) und Kanada (150 Stück) gab. März 2007: Vorstellung des Golf V Variant auf dem Genfer Auto-Salon. Markteinführung im Sommer 2007. Juli 2007: 1,4 TSI mit 90 kW (122 PS) ersetzte 1,6 FSI. Oktober 2007: Sondermodell Golf United als Nachfolger für den Golf Tour in leicht veränderter Ausstattung (Serie Leichtmetallräder Mugello, Sporttasche mit Handtuch und Ball von Nike, Entfall Climatronic und anderes). Erstmals TSI (90 kW/122 PS) mit 7-Gang-Direktschaltgetriebe bestellbar. Februar 2008: Sondermodell Golf Edition parallel zum Golf United mit geringerer Ausstattung (Serie Leichtmetallräder Atlanta, Climatic, Chrom-Paket, aber Entfall Sporttasche-Handtuch-Ball von Nike, Licht-und-Sicht-Paket, Winter-Paket, getönte Scheiben und anderes). Sommer 2008: Ende der individualisierten Bestellbarkeit des Golf V ab Werk aufgrund des im Oktober bevorstehenden Modellwechsels. Logos der Golf-V-Sondermodelle

Golf GTI

Der Golf V GTI kam im Herbst 2004 auf den Markt. Er zeichnete sich durch optische Features aus, wie zum Beispiel einen anderen Kühlergrill, einen sogenannten, Plakettengrill (eine Sonderform des bei Audi verwendeten Singleframe) mit rotem Rand, schwarze Seitenschweller, BBS-Hohlkammerrädern in 17 oder 18 Zoll, karierte Sitzbezügen, Aluminiumeinlagen und anderen Tacho. Technische Anpassungen waren beispielsweise das GTI-Sportfahrwerk oder der 2,0-TFSI-Vierzylinder-Ottomotor mit 147 kW (200 PS) Leistung.

Golf GTI Edition 30 mini|VW Golf GTI „Edition 30“ Zum 30-jährigen Jubiläum des Golf GTI stellte Volkswagen im Herbst 2006 das frontgetriebene GTI-Sondermodell Edition 30 vor. Das Sondermodell unterschied sich äußerlich durch in Wagenfarbe lackierte und gegenüber dem normalen GTI leicht modifizierte Anbauteile, dunkle Rückleuchten, schwarze Aluminiumräder Detroit und Edition-30-Schriftzug am Heck, durch einen modifizierten Innenraum: rote Ziernähte an Handbremshebel, Lenkrad, Fußmatten und Golfball-Schaltknauf sowie Sportsitze mit karierten Bezügen, eingefasst in lederbezogene Seitenwangen.

In Anspielung auf den 30. Geburtstag des Golf GTI wurde bei diesem Sondermodell ein um 30 PS gesteigerter Motor mit 169 kW (230 PS) und 300 Nm eingebaut. Das Fahrzeug kann eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h (Werksangabe) erreichen. Der Golf GTI beschleunigt von null auf 100 km/h in 6,8 Sekunden (Handschaltung) oder 6,4 Sekunden (Direktschaltgetriebe). Turbolader und Rumpfmotor wurden auch im Audi S3 (195 kW/265 PS) eingesetzt.

Golf GTI Pirelli mini|VW Golf GTI Pirelli (2007) Im September 2007 gab Volkswagen ein neues GTI-Modell zum Verkauf frei: den Golf GTI Pirelli.

Ausgestattet mit dem Motor des Golf GTI Edition 30 und vielen Extras, wie zum Beispiel speziellen Pirelli-Rädern, abgedunkelten Heckleuchten, in Wagenfarbe lackierten Stoßfängern, Seitenschwellern sowie Teilleder-Sportsitzanlage mit eingeprägtem Reifenprofil und gelben Ziernähten, erinnerte der Pirelli-GTI an den 1983 eingeführten Golf I GTI Pirelli. Den speziellen gelben Farbton „Sunflower“ gab es nur für die Pirelli-Edition.

Golf GTI Limited Edition 240 Volkswagen stellte 2008 mit der GTI Limited Edition 240 ein Sondermodell des Golf GTI vor, das auf der GTI Edition 30 basierte. Es war mit einem 2,0-Liter-TFSI-Motor ausgestattet, welcher eine Leistung von 176 kW (240 PS) aufwies, also rund 10 PS mehr als der Edition-30-GTI. Dieses Modell war zusätzlich mit Bi-Xenon-Scheinwerfern, Pioneer-Touchscreen-Navigationssystem, neuem Soundsystem sowie dem Emblem "Limited Edition 240" an Frontgrill und Heck ausgestattet. Das Sondermodell, von dem nur 300 Stück gebaut wurden, kam ausschließlich in den Niederlanden auf den Markt.

Golf SDI Die Bezeichnung SDI (Saugdiesel mit Direkteinspritzung) steht für einen Dieselmotor, der mit dem TDI weitgehend baugleich ist, bis auf den fehlenden Turbolader samt Ladeluftkühlung und einer entsprechend vereinfachten Motorsteuerung. Die Leistung betrug 50 kW (68 PS) bei einem Hubraum von 1,9 Litern. Seit Februar 2004 war im Golf V ein SDI mit zwei Litern Hubraum, einer maximalen Leistung von 55 kW (75 PS) und 140 Newtonmetern maximalem Drehmoment erhältlich. Bei diesem Motor wurde erstmals die aus dem TDI bekannte Pumpe-Düse-Direkteinspritzung eingesetzt. Der Golf 2,0 SDI erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 163 km/h.

Golf BlueMotion Nach den BlueMotion-Modellen von Polo und Passat stellte Volkswagen auf der IAA 2007 eine verbrauchsreduzierte Variante des Golf V vor. Mit seinem TDI-Motor mit 77 kW (105 PS) erreichte er nach Werksangaben einen Durchschnittsverbrauch von 4,5 l/100 km (Variant 4,6 l/100 km). Die Ersparnis gegenüber dem Seriengolf mit dem gleichen Motor beträgt demnach 0,6 l/100 km, etwa zwölf Prozent. Der ADAC ermittelte auf dem Prüfstand einen Durchschnittsverbrauch von 4,9 l/100 km beim Golf BlueMotion und 5,3 l/100 km beim mit dem gleichen Motor ausgestatteten Serien-Golf. Der Aufpreis für das BlueMotion-Paket betrug 325 Euro und enthielt eine Tieferlegung um 10 mm, aerodynamische Verbesserungen (Verkleidung des Unterbodens), ein geändertes Motormanagement, eine von 830/min. auf 730/min. abgesenkte Leerlaufdrehzahl, Leichtlaufreifen, die gegenüber Standardreifen mit 0,3 bar mehr Druck aufgepumpt werden, und einen Bordcomputer mit Gangwahlempfehlung. Der Golf V BlueMotion erhielt ein Schaltgetriebe, bei dem die Gänge 3 bis 5 länger als beim serienmäßigen Fünfgang-Golf übersetzt sind. Bei 180 km/h dreht der Motor bei der BlueMotion-Ausführung mit etwa 3100/min. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt infolge des verbesserten cw-Werts 190 km/h gegenüber den 187 km/h des Serien-Golfs.ADAC-Autotest VW Golf BlueMotion Trendline (DPF)

Golf R32 mini|links|VW Golf R32 mini|Heckansicht Der Golf R32 auf Basis des Golf V war ab September 2005 erhältlich.

Der R32 war das letzte Modell der Baureihe mit einem Sechszylinder. Die 184 kW (250 PS) und 320 Nm Drehmoment des neueren VR6-Motors wurden – wie bereits beim Golf IV R32 – durch den Allradantrieb 4MOTION auf die Straße übertragen. Ein manuell geschaltetes Sechsganggetriebe war serienmäßig, optional wurde das Direktschaltgetriebe DSG angeboten. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 250 km/h. Aus dem Stand benötigte der R32 6,5 Sekunden auf 100 km/h (mit DSG: 6,2 Sekunden).