mini|hochkant=2.0|Gesamtansicht, 2025 mini|hochkant|Kreuzgang und rückseitige Ansicht, 2025 mini|Seeseitige Ansicht mit der Kirche Santa Maria degli Angeli, 2021 Das ehemalige Grand Hotel Palace in Lugano im Kanton Tessin in der Schweiz wurde im 19. und 20. Jahrhundert errichtet und ist nur als Fassade erhalten. Das einstige Grand Hotel im Stil des Historismus steht unter Denkmalschutz und umschliesst den Kreuzgang des ehemaligen Klosters Santa Maria degli Angeli aus dem 16. Jahrhundert.
Lage und Beschreibung Das Bauwerk liegt am Südrand des Quartiers Lugano Centro an der Piazza Bernardino Luini 5. Im Süden und Westen steht das Kulturzentrum Lugano Arte e Cultura (LAC) mit dem Museo d’arte della Svizzera italiana (MASI). Nördlich schliesst sich die Kirche Santa Maria degli Angioli (degli Angeli) an, die als Kulturgut nationaler Bedeutung geschützt ist (KGS-NR. 5533).
Das fünfgeschossige Gebäude hat seeseitig 13 und platzseitig 19 Fensterachsen. Seit der Neugestaltung umschliesst es L-förmig den Kreuzgang des ehemaligen Klosters und einen zweiten Innenhof der bergseitig vom Bühnenbau des Kulturzentrums LAC begrenzt wird. Die seeseitige Schaufassade zeigt ein Portal mit vier Atlanten des Bildhauers Luigi Marchesi (1799–1874) aus Saltriokalkstein. Die Bekrönungen der Risalite wurden wiederholt verändert und sind nicht mehr vorhanden. Das moderne Attikageschoss ist weit zurückgesetzt kaum sichtbar. Rückseitig ist Bauwerk mit 28 Luxuswohnungen metallverkleidet.patrimonio.luganocultura.ch: Grand Hotel Palace. Italienisch, abgerufen am 28. November 2025.
Der Kreuzgang des ehemaligen Klosters ist in seiner Nord- und Westseite erhalten und zeigt Fresken mit Geschichten aus dem Leben des Heiligen Franziskus sowie Wappen von Vertretern der katholischen Kantone.patrimonio.luganocultura.ch: Chiostro di S. Maria degli Angeli. Italienisch, abgerufen am 28. November 2025.
Zwei zweisprachige Tafeln würdigen in Italienisch und Englisch die Geschichte von Hotel und Kreuzgang.
Geschichte Der Orden der Franziskaner unterhielt ein Kloster im Bereich des Palazzo Albertolli an der heutigen Via Canova. Ein zweiter Konvent wurde im 15. Jahrhundert vor dem südlichen Stadttor von Lugano errichtet. Dieser wurde 1848 vom Staat beschlagnahmt und 1850 von den Brüdern Filippo und Giacomo Ciani ersteigert, die ihn zu einem Hotel umbauen liessen. Architekt war der Mailänder Luigi Clerichetti (1798–1876), der auch an der Villa Ciani beteiligt war. Er bewahrte einen Teil der Konventsgebäude vor dem Abriss und integrierte sie in den Neubau.patrimonio.luganocultura.ch: Du Parc, Hôtel. Italienisch, abgerufen am 28. November 2025.
Das «Hôtel du Parc» wurde im April 1855 eröffnet und vom Hotelier Alexander Béha geleitet. Der befreundete Bildhauer Vincenzo Vela schuf 1856 das Telldenkmal vor der Hauptfassade, das 1914 einen neuen Standort erhielt. Das gegenüberliegende «Belvedere» war ein Nebengebäude, das 1902 zum «Hotel Pfister» wurde. Die benachbarte «Villa Ceresio» wurde 1897 als Hotel eröffnet und 1904 zum «Hotel Regina». Béha eröffnete 1874 das «Hotel Beauséjour», das um 1904 von Paolito Somazzi zum «Grand Hôtel du Parc» ausgebaut wurde. Antonio Gabrini wurde 1869 Erbe der Cianis.
mini|Luftbild der Baustelle, Dezember 2007 Nach Béhas Tod erwarb 1901 der «Hotelkönig» Franz Josef Bucher-Durrer das Anwesen und liess es zwei Jahre später von Emil Vogt zum «Grand Hotel Palace» umgestalten sowie um zwei Stockwerke aufstocken. Die Bauarbeiten führte der Ingenieur Alfred Bucher aus. Die jüngere Eingangshalle gestaltete P. Palumbo. Das Hotel wurde 1970 geschlossen und verfiel zur Ruine, die 1995 als ein «Trümmerhaufen der Geschichte und der Geschichten» beschrieben und mit einem «abgetakelten Ozeandampfer» verglichen wurde.Andreas Heller: Hotelträume. Die schillernde Vergangenheit des Lugano Palace. In: Neue Zürcher Zeitung vom 1. August 1995; abgerufen am 28. November 2025.
Im Hotel wurden zwischen Februar und Mai von Max Waibel Gespräche im Rahmen der Operation Sunrise geführt. Eine Gedenktafel erinnert an die Verhandlungen.
Die Fassade wurde 2000 auf Wunsch der Bürger unter Schutz gestellt. Das Gebäude wurde in den folgenden Jahren entkernt und bis 2015 durch den Architekten Giampiero Camponovo zu einem Wohngebäude umgebaut. Restaurierungsarbeiten brachten die Fresken des Kreuzgangs zum Vorschein.
Siehe auch Liste der Kulturgüter in Lugano
Literatur Antonio Gili (Hrsg.): Lugano Hotels. Alberghi, storia, architettura. Edizioni Città di Lugano, 1998.
Weblinks
Belege
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