Tashicholing (Tashichholing, Tashichhoeling, Dzongkha: བཀྲིས་ཙོས་གླིང་, bkris tsos gling) auch: Sipsu Gewog (Sibsu, Sibsoo, Sibchoo) ist ein Gewog (Block, Dorfschaft) im Dzongkhag Samtse in Bhutan.

Geographie mini|Postamt in Sipsu.

Der Gewog ist unterteilt in fünf Chiwogs (Wahlkreise): Daaling Gangjoog (དངས་གླིང་_གངས་འཇུག་), Dewachen Zhiwaling (བདེ་བ་ཅན་_ཞི་བ་གླིང་), Baepoteng Kangdoongphug (སྦས་པོ་སྟེང་_རྐང་དུང་ཕུག་), Norjangsa Peljorling (ནོར་བྱང་ས་_དཔལ་འབྱོར་གླིང་), Tashichhoeling (བཀྲིས་ཆོས་གླིང་). Insgesamt gibt es elf Dörfer. Die Verwaltungseinheit liegt im Westen des Dzongkhag und bildet eine Spitze nach Indien im Süden. Sie grenzt an Pemaling Gewog (N) und an Namgaychhoeling Gewog (O), sowie im Westen und Süden an den indischen Bundesstaat Westbengalen (Distrikte Kalimpong und Jalpaiguri). Der Fluss Dichu (Jaldhaka) bildet die westliche Grenze des Gewogs, und die Flüsse Sipsu Jhora und Sati Khola durchfließen es, bevor sie im Südwesten in den Dichu münden.

Das Gewog Tashichholing umfasst eine Fläche von 27,67 km². 2012 lebten hier 4087 Einwohner.

Geschichte Das Dorf Sipsu (auch Sibsu, Sibsoo und Sipchoo geschrieben) spielte in der Geschichte eine wichtige Rolle, da es offenbar Verwaltungssitz des umliegenden Dichu-Beckens war. Im 19. Jahrhundert wurde es von einem stellvertretenden Dzongpen regiert, möglicherweise unter der Aufsicht eines Haupt-Dzongpön in Dalingkot (Kalimpong) im Westen.Surgeon Rennie: Bhotan and the Dooar War. John Murray 1866: S. 74–75. archive.org Der Beamte verbrachte die Wintermonate in Sipsu und die Sommermonate im Dzongsa Dzong (Jongtsa, Jonksa, Dzongsar, Jumsatar), der sechs Meilen nördlich lag (Heute: Dawathang_Kuengaling chiwog in Tendu Gewog.)Ashley Eden: Report on the State of Bootan and on the Progress of the Mission of 1863–1864. Government of India 1864: S. 67. archive.org Im Osten grenzte Sipsu an Sangbay, welches ebenfalls einen Dzongpen besaß. Die beiden Gebiete waren durch den Tulela-Kamm getrennt.Surgeon Rennie: Bhotan and the Dooar War. John Murray 1866: S. 76–78. archive.org

1863 durchquerte die Mission von Ashley Eden von Britisch-Indien Sipsu. Die Delegation sollte mit Bhutan ein Abkommen über die Grenzbeziehungen aushandeln. Die Bhutaner waren Eden gegenüber ablehnend und legten ihm Hindernisse in den Weg. Die von Eden in Darjeeling angeheuerten Träger kamen bis nach Sipsu, wo sie ihn aus Furcht vor den Bhutanern verließen.Karma Phuntsho: The History of Bhutan. Random House India 2013: S. 405–. Google Books ISBN 978-81-8400-411-3 „The mission took the route to Haa via Sibsoo, where coolies again deserted them and Eden had to reduce his escort to fifteen men. The main reason for desertion, Eden says, was the fear of the Bhutanese, whom 'they looked upon as a race of murderers and robbers.“ „Die Mission führte über Sibsoo nach Haa, wo erneut Kulis die Gruppe verließen und Eden seine Eskorte auf fünfzehn Mann reduzieren musste. Hauptgrund für die Desertionen, so Eden, war die Angst vor den Bhutanern, die sie als „ein Volk von Mördern und Räubern“ ansahen.“ Eden hatte den Eindruck gewonnen, in Sipsu neue Träger finden zu können, doch das Dorf war zu klein.Surgeon Rennie: Bhotan and the Dooar War. John Murray 1866: S. 73–74. archive.org Der stellvertretende Dzongpen von Sipsu teilte Eden mit, er habe keine Anweisung, ihm die Einreise nach Bhutan zu gestatten, und könne ihm daher keine Hilfe anbieten. Unbeirrt ließ Eden den Großteil seines Gefolges und seiner Vorräte in Sipsu zurück und zog mit einer kleineren Gruppe über Tule La und Sangbay in Richtung Haa weiter.Surgeon Rennie: Bhotan and the Dooar War. John Murray 1866: S. 74–75. archive.org Die Mission erreichte schließlich die bhutanische Hauptstadt Punakha, war aber nicht erfolgreich und führte zu weiteren Spannungen und dem Anglo-Bhutanischen Krieg (Duarkrieg) von 1864.

Im Krieg kam es bei Sipsu zu keinen Kampfhandlungen, Dalingkot wurde jedoch von britischen Truppen angegriffen und fiel schnell, während bei Samtse eine schwere Schlacht stattfand.Surgeon Rennie: Bhotan and the Dooar War. John Murray 1866: S. 178–179. archive.orgSamtse wird dort „Sumchee“ geschrieben und mit „Chamoorchee“ (Chamurchi) in Verbindung gebracht. Nach Kriegsende wurde der Vertrag von Sinchula (1865) unterzeichnet, in dem ein nicht näher spezifiziertes „Hügelgebiet“ („hill territory“) von Dalingkot sowie alle südlich gelegenen Gebiete (Duars) gegen eine jährliche Zahlung an die Briten abgetreten wurden. In den Jahren 1866 bis 1867 legte eine anglo-bhutanische Kommission die Grenzen fest und bestimmte die Flüsse Dichu und Nichu als Grenze des Dalingkot-Gebiets, wodurch Sipsu zu einem Grenzbezirk Bhutans wurde. Der Nichu ist ein Nebenfluss des Dichu und fließt vom Grenzkamm zwischen Sikkim und Bhutan nach Osten. Er mündet in der Nähe von Dzongsa in den Dichu, wo auch der Bindu Khola von Osten her zufließt.Amiya K. Samanta: Gorkhaland Movement: A Study in Ethnic Separatism. APH Publishing 2000. S. 43. Google Books ISBN 978-81-7648-166-3.W. W. Hunter: A Statistical Account Of Bengal. Vol. X: Districts of Darjiling and Jalpaiguri, State of Kuch Behar. Trubner & Co, London 1876. archive.org S. 19: „In August 1866, by a Government Resolution, the hilly tract situated east of the Tista, west of the Ne-chu and De-chu rivers, and south of Independent Sikkim, being part of the territory acquired as the result of the Bhutan campaign of 1864, was added to the jurisdiction of Darjiling, and now forms the tract known as Damsang or Dalingkot.“ – „Im August 1866 wurde durch einen Regierungsbeschluss das hügelige Gebiet östlich des Tista, westlich der Flüsse Ne-chu und De-chu und südlich des unabhängigen Sikkim, das Teil des im Zuge des Bhutan-Feldzugs von 1864 erworbenen Territoriums war, der Gerichtsbarkeit hinzugefügt.“

Literatur Karma Phuntsho: The History of Bhutan. Random House India 2013: S. 405–. Google Books ISBN 978-81-8400-411-3 Surgeon Rennie: Bhotan and the Dooar War. John Murray 1866. archive.org Weblinks Tashichoeling Gewog, OpenStreetMap, retrieved 2 August 2022.

Einzelnachweise

Kategorie:Distrikt Samtse Tashicholing