Das Castello di Ausonia ist eine Burg aus dem 11. Jahrhundert in Ausonia in der italienischen Region Latium. Sie liegt in der Via San Michele.
Geschichte und Beschreibung Die mittelalterliche Burg, in der seit 2004 das Museo della Pietra untergebracht ist, ließen die Fürsten von Capua zu Ehren der Abtei Montecassino erbauen. Sie ist ein wertvolles Beispiel für die Architektur um das Jahr 1000, ein originales Castrum (dt.: Heerlager), um das sich die Stadt Ausonia entwickelte.
Das Castrum Fractarum lag an einer strategisch bedeutenden Stelle zwischen Gaeta und Montecassino und litt unter seiner Lage an der Grenze zwischen dem Herzogtum Gaeta und den Besitzungen der Abtei Montecassino; seine Zugehörigkeit wechselte in den Jahren von einem Herrn zum anderen. So hatte die Burg sicherlich eine militärische Funktion, aber diente auch als Wohnung für den Kastellan in Fratte (dem heutigen Ausonia).
Erkennbar sind der Bergfried, der vom Komplex getrennt in der Mitte des Gebäudes zu finden ist, und ein Ecktürmchen an der Via San Michele, in dem bei einer kürzlichen Restaurierung der Körper einer Löwenstatue entdeckt wurde (der Wachlöwe des Gebietes des Heiligen Benedikt), der im Mittelalter als Baumaterial benutzt wurde.
Die Burg von Fratte wurde in den Jahren 700–800 an der Grenze zwischen den Herrschaften der Langobarden und der Byzantiner als Festung errichtet. Sie gehörte zur Gruppe der Fortelliti (dt.: kleine Festung), deren Bedeutung vor allen Dingen in ihrer strategisch wichtigen Funktion bestand, in diesem Falle zur Kontrolle der Straße von Formia nach Montecassino.
Die erste schriftliche Erwähnung (mit der Fratte in die Geschichtsschreibung eintrat) geschah im Rahmen einer Schenkung im Jahre 1025 des Grafen von Traetto an Pietro delle Fratte. Von da an gibt es sehr zahlreiche Geschichten über dieses Castrum, das sich zunehmend von einer militärischen und Ausspähfunktion zu einer Polizei- und lokalen Verwaltungsfunktion entwickelte.
Eine Inventarliste aus dem Jahr 1491, die anlässlich des Todes von Onorato II. erstellt wurde, beschreibt den Zustand der Burg, die dem Verfall preisgegeben erschien. Der Kastellan Andrea de Nardillo aus Fondi und fünf seiner Kumpane lebten in dem Fort und beherrschten es mit wenigen und kargen Ressourcen, hissten die Flagge der Caetani (verbraucht und alt) und verteidigten das Dorf gegen die Feinde.
Eine weitere Inventarliste (die Schätzung von 1690) dokumentiert, wie die Burg mit ihren verfallenen Räumen, ihrem freigelegten Innenhof, der Zisterne und der Treppe zur freigelegten Loggia aussah, oberhalb des Turmes zwei Räume, die über eine Handleiter erreichbar waren, oben die Loggia, an den vier Ecken, die den Turm in der Mitte umgaben, vier äußere Verteidigungstürmchen, eines davon mit Uhr und Glocke ausgestattet. Mit der Zeit wichen die ursprünglichen, militärischen Funktionen der Polizeifunktion: Im Fortellitum versammelten sich die bewaffneten Männer zusammen mit dem Kastellan, der die Wachen auswählte, die für die Kontrolle des Marktes anlässlich des Festes der Madonna del Piano, Oktav von Maria Himmelfahrt, verantwortlich waren.
Im 19. Jahrhundert verfiel die Burg immer mehr und ab 1842 verlor sie ihre militärische Funktion vollständig und wurde als Friedhof genutzt, ausgestattet mit einer Grabkapelle. Am Ende des Zweiten Weltkrieges erlitt die Burg weitere Schäden. In der frühen Wiederaufbauphase nach dem Krieg wurde sie als Deponie für Baumaterialien genutzt und in einem Raum, der unter einem eingestürzten Turm auftauchte, wurde ein Klassenzimmer geschaffen. Heute zeigt die Burg zwei erhaltene Türme um den Bergfried und eine Umfassungsmauer, die mit den Wohntürmen bis zum oberen Tor verläuft.
Weblinks und Quellen
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