Die Straßenbahn Subotica () war ein Straßenbahnsystem in der nordserbischen Stadt Subotica (ungarisch Szabadka, deutsch Maria-Theresiopel). Es war von 7. September 1897 bis 2. April 1974 in Betrieb und gehörte zu den ältesten elektrischen Straßenbahnen auf dem Gebiet des heutigen Serbien.
Geschichte mini|Vierachsiger Triebwagen 9 der SzVV Subotica gehörte zu den wenigen Städten der Region, die nie eine Pferdestraßenbahn betrieben. Das System war älter als die Straßenbahnen in Belgrad, Novi Sad und Niš.
Bis 1919 gehörte die Region, in der die Stadt Subotica liegt, zu Österreich-Ungarn, namentlich zum Königreich Ungarn. Demgemäß wurde als Lieferant der Fahrzeuge Ganz in Budapest herangezogen.
Am 12. Juni 1887 schrieb die Oesterreichische Eisenbahn-Zeitung „der königl. ungar. Communications-Minister hat den Titus Macskovics und Julius Gombos die Vorkoncession zum Bau einer von Theresiopel entlang der Szegediner Landstrasse, mit Berührung des Bades Palics bis zur Puszta Ludas führenden Strasseneisenbahn mit Dampfbetrieb auf ein Jahr ertheilt.“
Die Zeitschrift für Elektrotechnik berichtete im Jahr 1895, ein „Ritter v Lindheim“ hätte die „Bewilligung zur Vornahme der technischen Vorarbeiten“ für eine Straßenbahn in Szabadka erhalten. Die Verkehrsbetriebe der Stadt führten den ungarischen Namen Szabadkai Villamosvasút (Straßenbahn Szabadka, SzVV), Harák gibt als Bezeichnung Szabadka Palicsi Villamos Vasút (SzPVV) an. Auf historischen Fotos sind beide Abkürzungen nachgewiesen.
Der erste elektrische Straßenbahnwagen in Subotica wurde am 7. September 1897 in Betrieb genommen. Die gleiche Zeitschrift berichtete, die technisch-polizeiliche Begehung durch das königlich ungarische Handelsministerium hätte am 17. September 1897 stattgefunden. Wiederum die Zeitschrift für Elektrotechnik berichtete im Folgejahr, der Straßenbahnbetrieb stünde im Eigentum von Ganz&Co, Budapest.
Die erste Linie führte von der „Somborer Pforte“ über die Rudić-Straße und das Korso bis zur Bahnstrecke bei Palić. Die Endstelle befand sich im Vorort Mali Bajmok. Die Länge dieser Strecke betrug rund zehn Kilometer.
Im Jahr veröffentlichte der Pester Lloyd einen Dank des Kriegsministeriums:
Fahrzeuge mini|Historische Aufnahme Die Erstlieferung von 8 Triebwagen stammte von Ganz & Co, Budapest. Eine Nachlieferung von 1911 kam von Siemens. 1931 wurden zwei Triebwagen aus Slavonski Brod bezogen. Im Jahr 1958 kamen 8 Triebwagen der Straßenbahn Ljubljana nach Subotica.
Bei den Beiwagen ist eine Lieferung von 15 Sommerwagen im Jahr 1931 von Škoda hervorzuheben.
Einstellung Die Linie vom Stadtzentrum zum Stadtteil Aleksandrovo („Šandor-Linie“) wurde 1970 nach dem Ausbau der Fernstraße E-5 eingestellt, da der eingleisige Abschnitt erhebliche Verzögerungen verursachte.„Tramvaji podelili Subotičane“, Borba, 2. Februar 1970, S. 6.
Danach verblieb eine regelmäßige Linie (Kasarna – Mali Bajmok) sowie eine saisonale Verbindung nach Palić.„Tramvaji odlaze u penziju“, Borba, 23. August 1970, S. 5.
Im Februar 1974 beschloss die Gemeindeversammlung die vollständige Aufgabe des Systems. Für die Sanierung der verbliebenen fünf Kilometer Strecke und die Beschaffung neuer Fahrzeuge wären rund 36 Millionen Dinar nötig gewesen, während die Umstellung auf Busbetrieb nur etwas über drei Millionen Dinar gekostet hätte. Zudem drohten die Aufsichtsbehörden mit der Stilllegung wegen Sicherheitsmängeln.„Ukida se i poslednji vojvođanski tramvaj“, Borba, 2. Februar 1974, S. 6.
Am 2. April 1974 fuhr die Straßenbahn zum letzten Mal.
Mediale Rezeption Im Jahre 1899 berichtete der Pester Lloyd über einen Verkehrsunfall mit der Straßenbahn mit Todesfolge. Die gleiche Zeitung brachte am 15. Oktober 1941 eine Kurzmeldung über einen Suizid auf den Gleisen der Straßenbahn.
Initiativen zur Wiedereinführung Seit der Einstellung gibt es in der Bevölkerung immer wieder Wünsche nach einer Wiederbelebung des Straßenbahnbetriebs. Eine Verkehrsstudie kam jedoch zu dem Ergebnis, dass der Aufbau eines neuen Systems extrem kostenintensiv wäre (mehrere Dutzend Millionen Euro) und die Rentabilität unklar sei. Dies ist bis heute das Hauptargument gegen eine Rückkehr der Straßenbahn.
Erinnerungskultur mini|Historische Fahrzeuge, gastronomische NutzungAm Somborski put ist ein historischer Straßenbahnzug aufgestellt. mini|Tw 25 der Straßenbahn Subotica im Historama FerlachWeitere Straßenbahnfahrzeuge aus Subotica befinden sich im Busdepot Subotica, in Slowenien sowie im Verkehrsmuseum Historama in Österreich.
Galerie
Literatur
Weblinks
Straßenbahn Subotica / Lokstatistik von Josef Pospichal tramways.at/Erhaltene Fahrzeuge der Straßenbahn Subotica
Einzelnachweise
Subotica Kategorie:Subotica Kategorie:Spurweite 1000 mm