mini|Brands Hatch Circuit (1960–1975) 1969 Race of Champions Das IV. Race of Champions war ein nicht zur Weltmeisterschaft zählendes Autorennen nach Formel-1-Regeln, das am 16. März 1969 auf dem Brands Hatch Circuit in Kent, England, stattfand; zwei Wochen nach dem Großen Preis von Südafrika, dem Auftakt zur Fahrerweltmeisterschaft. Das Rennen ging über 50 Runden und wurde von Jackie Stewart auf einem Matra MS80 gewonnen.

Info: Non-Championship Races mini|Jackie Stewart im Matra MS80, hier beim GP der Niederlande im gleichen Jahr

mini|Stewart mit Ehefrau Helen auf dem Siegerpodest (ebenfalls Zandvoort 69)

Unter der Bezeichnung Race of Champions wurden von 1965 bis 1979 und ein weiteres Mal 1983 Automobilrennen abgehalten, die nach dem Reglement der Formel 1 ausgeschrieben waren. Sie zählten nicht als Läufe der Formel-1-Weltmeisterschaft (im englischen Sprachgebrauch: Non-Championship Races). Austragungsort war jeweils der Brands Hatch Circuit in der englischen Grafschaft Kent. Der erste Sieger war Mike Spence, der letzte Keke Rosberg. Jackie Stewart und James Hunt gewannen jeweils zwei Rennen.

IV. Race of Champions

Ausgangslage Von fünfzehn gemeldeten Teams nahmen vierzehn Fahrzeuge am Rennen teil, da Chris Amons Ferrari an der französisch-italienischen Grenze durch einen Streik der Zollbeamten aufgehalten wurde. Die McLaren waren erstmals mit einem Doppelflügel-System auf der Vorderachse ausgestattet, ebenso wie Jo Sifferts Lotus, der jedoch im Rennen seinen einzelnen Frontflügel einsetzte. Die Werks-Lotus-Fahrzeuge verfügten neben den seitlichen Finnen an der Nase lediglich über Heckstabilisatoren. Bei BRM war John Surtees, wie schon in Kyalami, der einzige Fahrer mit dem 48-Ventil-V12-Motor.

Dieses Rennen bot Ken Tyrrell und Jackie Stewart die Gelegenheit, den Matra MS80 erstmals im Rennen einzusetzen, nachdem Stewart den Wagen in Südafrika nur im Training eingesetzt hatte. Der Schotte ist der einzige Starter des anglo-französischen Teams, da Jean-Pierre Beltoise nicht mitgereist war.

1966 gründete Frank Williams ein Team, das sich auf die Aufbereitung und den Weiterverkauf von Brabham-Chassis für die Formel 2 und Formel 3 spezialisierte – mit beachtlichem Erfolg. Nun stieg er mit seinem Freund Piers Courage in die Formel 1 ein. Courage fuhr einen Brabham BT26 mit Ford-Cosworth-Motor. Ebenfalls anwesend war der Amerikaner Roy Pike (eine feste Größe der britischen Formel 3), der einen älteren Brabham BT23B mit Climax-Motor fuhr, sowie Pete Lovely, der sich privat den Lotus 49B sicherte, mit dem Mario Andretti in Südafrika gestartet war.

Das Qualifying Für Freitag- und Samstagnachmittag waren zwei Qualifying-Sessions angesetzt. Am Samstag war die Strecke jedoch in Nebel gehüllt, sodass nur die Zeiten des Vortages gewertet wurden. Hill sicherte sich mit einer Zeit von 1:28,2 die Pole-Position, vor Stewart (1:28,3) und Siffert (1:29,3). Rindt hatte erneut einen Frontflügelschaden, qualifizierte sich aber dennoch als Vierter und teilte sich die zweite Startreihe mit Brabham. Die Neuseeländer McLaren und Hulme folgten, dahinter Oliver in seinem BRM. Lovely qualifizierte sich als Neunter, vor Ickx, der aufgrund technischer Probleme nur wenige Runden absolvieren konnte. Die dritte Startreihe bildeten Rodríguez, Courage und Pike.

Surtees verließ am Freitag die Strecke und musste das Renn-Wochenende abbrechen, nachdem ein Fremdkörper in seinen V12-Motor eingedrungen war. Pos No. Fahrer Team Fahrzeug Zeit Diff. 11 Graham Hill Gold Leaf Team Lotus Lotus 49B-Cosworth 1:28.2 - 27 Jackie Stewart Matra International Matra MS80-Cosworth 1:28.3 +0.1 314 Jo Siffert Rob Walker/Jack Durlacher Racing Lotus 49B-Cosworth 1:29.3 +1.1 42 Jochen Rindt Gold Leaf Team Lotus Lotus 49B-Cosworth 1:29.4 +1.2 55 Jack Brabham Brabham Racing Organisation Brabham BT26A-Cosworth 1:29.5 +1.3 64 Bruce McLaren Bruce McLaren Motor Racing McLaren M7B-Cosworth 1:30.4 +2.2 73 Denny Hulme Bruce McLaren Motor Racing McLaren M7A-Cosworth 1:32.5 +4.3 811 Jackie Oliver Owen Racing Organisation BRM P133 1:33.8 +5.6 915 Pete Lovely Pete Lovely Volkswagen Lotus 49B-Cosworth 1:36.4 +8.2 106 Jacky Ickx Brabham Racing Organisation Brabham BT26A-Cosworth 1:39.1 +10.9 1112 Pedro Rodríguez Reg Parnell Racing BRM P126 1:41.3 +13.1 1216 Piers Courage Frank Williams Racing Cars Brabham BT26A-Cosworth no time - 1318 Roy Pike Antique Automobiles Racing Team Brabham BT23B-Climax no time - -10 John Surtees Owen Racing Organisation BRM P138 no time - Unfall -

Das Rennen Das Rennen fand bei niedrigen Temperaturen und schwerem Himmel vor 40.000 Zuschauern statt. Roy Pike schied bereits vor dem Start wegen einer Störung der Benzinpumpe aus.

Wie schon in Kyalami gelang Stewart ein guter Start, bei dem er Hill überholte. Rindt schob sich vor Siffert auf den dritten Platz. McLaren, Brabham und Hulme folgten, während Courage am Ende der ersten Runde an die Boxen fuhr, um ein technisches Problem beheben zu lassen. Stewart setzte sich schnell ab und gewann pro Runde circa eine Sekunde. Hill und Rindt kämpften um den zweiten Platz. Brabham startete eine Aufholjagd: Er überholte McLaren in der zweiten Runde und vier Runden später Siffert. McLaren hatte Zündungsschwierigkeiten und schied nach zwei erfolglosen Reparaturversuchen aus. Stewart hatte zu diesem Zeitpunkt zehn Sekunden Vorsprung auf die Lotus-Fahrer Hill und Rindt. Mehrmals fuhr Rindt neben seinen Teamkollegen, fand aber keinen Weg vorbei. Brabham schied in Runde 20 mit Zündungsproblem aus. In derselben Runde musste auch Courage aufgeben, nachdem sein Tank beschädigt worden war.

Die zweite Hälfte des Rennens verlief ruhig. Stewart führte das Feld an. Siffert holte zu Hulmes vierten Platz auf, doch wegen Bremsproblemen verzichtete er auf einen Angriff. Oliver fuhr ein kontrolliertes Rennen auf Platz sechs. Ickx schied ebenfalls mit einem Zündungsproblem aus, während Rodríguez und Lovely um Platz sieben kämpften. In Runde 34 musste Rodríguez mit einem Motorschaden aufgeben. Nur noch sieben Autos waren auf der Strecke.

Rindt fuhr aggressiv und holte die schnellste Rennrunde (1:26,8 Minuten), musste aber in Runde 39 mit nachlassendem Öldruck aufgeben.

In den letzten zehn Runden klang Stewarts Ford-Motor nicht mehr optimal. Hill konnte den Abstand verkürzen und machte in jeder Runde ein paar Zehntelsekunden gut, schaffte as aber nicht mehr den Matra einzuholen. Stewart fuhr konstant weiter. Das Störung erwies sich später als geringfügig: nur ein gerissenes Auspuffrohr.

Jackie Stewart gewann das Race of Champions souverän. Hill wurde sieben Sekunden dahinter Zweiter. Er lag vor Hulme und Siffert. Die ersten vier Plätze waren dieselben wie in Kyalami. Oliver wurde mit zwei Runden Rückstand Fünfter, vor Lovely als Sechstem (vier Runden zurück).

Die Presse berichtete, dass die Kombination Stewart-Tyrrell-Matra-Ford unschlagbar schien. Der MS80 triumphierte bei seinem Debüt – ein Beweis für die hervorragende Arbeit des Teams. Pos Fahrer Fahrzeug Rnd. Zeit/Ausfall 1 Jackie Stewart Matra-Cosworth 50 1.13:10,4 h 2 Graham Hill Lotus-Cosworth 50 + 7,0 s 3 Denny Hulme McLaren-Cosworth 50 + 57,9 s 4 Jo Siffert Lotus-Cosworth 50 + 1.16,3 min 5 Jackie Oliver BRM 48 +2 Runden 6 Pete Lovely Lotus-Cosworth 46 +4 Runden Ret Jochen Rindt Lotus-Cosworth 38 Öldruck Ret Pedro Rodríguez BRM 32 Motor Ret Jacky Ickx Brabham-Cosworth 23 Tech. Def. Ret Jack Brabham Brabham-Cosworth 19 Zündung Ret Piers Courage Brabham-Cosworth 18 Tech. Def. Ret Bruce McLaren McLaren-Cosworth 12 Zündung DNS Roy Pike Brabham-Climax - Benzinpumpe DNS John Surtees BRM - Trainingsunfall

Quelle:

Weblinks

British Pathé kurzer Wochenschaubericht über Stewarts Sieg mit dem MS80 beim (nicht zur WM zählenden) Race of Champions 1969. Auf (YouTube) (englisch) progcovers.com Das offizielle Programmheft des Rennens von 1969 (englisch) Übersicht über die nicht zur Weltmeisterschaft zählenden Formel-1-Rennen auf der Internetseite www.silhouet.com

Einzelnachweise

Kategorie:Formel-1-Rennen ohne Weltmeisterschaftsstatus 1969 Kategorie:Motorsportwettbewerb im Vereinigten Königreich Kategorie:Sportveranstaltung im Sevenoaks District