Die Metrô São Paulo ist das U-Bahn-Netz der brasilianischen Stadt São Paulo. Die erste Linie wurde 1974 eröffnet. Derzeit (2026) besteht das Netz aus acht Linien, Verlängerungen dieser sind im Bau und weitere Linien in Planung. Die Linien 1, 2 und 3 sind mit der in Brasilien üblichen Spurweite von 1600 mm breitspurig, die Linien 4, 5 und 6 regelspurig und die Linien 15 und 17 sind Einschienenbahnen. Das Netz hat eine Gesamtlänge von 116 km, davon sind 21,3 km Einschienenbahn. Es verfügt über 107 Stationen.
Sie gilt als eines der modernsten U-Bahn-Systeme Lateinamerikas und mit 1,256 Milliarden Fahrgästen im Jahr 2024 als dasjenige, das die meisten Passagiere befördert.
Die Metrô São Paulo ist in das städtische Schienennetz der CPTM integriert, die über ein Gesamtnetz von über 300 km verfügt, was sie zum größten städtischen Schienenverkehrsnetz Lateinamerikas macht.
Linien Linie Strecke Eröffnung Länge StationenLinie 1-Blau Tucuruvi–Jabaquara 14. September 1974 20,2 km 23Linie 2-Grün Vila Prudente–Vila Madalena 25. Januar 1991 14,7 km 14Linie 3-Rot Corinthians-Itaquera–Palmeiras-Barra Funda 10. März 1979 22,0 km 18Linie 4-Gelb Vila Sônia–Luz 25. Mai 2010 12,9 km 11Linie 5-Lila Capão Redondo–Chácara Klabin 20. Oktober 2002 19,9 km 17Linie 6-Orange João Paulo I–Perdizes 5. Juli 2026 5,2 km 6Linie 15-Silber Vila Prudente–Jardim Colonial 30. August 2014 14,6 km 11Linie 17-Gold Morumbi–Aeroporto de Congonhas 31. März 2026 6,7 km 7 Stand: Juli 2026 116,2 km 107
Nummerierung Die Liniennummern 1 bis 6 sind der U-Bahn vorbehalten, die Nummern 7 bis 14 bezeichnen die Nahverkehrslinien der Companhia Paulista de Trens Metropolitanos (CPTM) und die 15 bis 18 sind für die Einschienenbahnlinien vorgesehen. Von dieser letzten Nummerngruppe ist 2022 die Nummer 16 für eine geplante Nahverkehrslinie der CPTM vergeben worden, die Nummer 18 ist durch die Aufgabe des Projektes der bronzenen Linie derzeit frei.
Linie 1 mini|Zug der Linie 1 Die Linie 1 ist eine durchgängig zweigleisige Nord-Süd-Durchmesserlinie, bei der fünf im Norden liegende Stationen aufgeständert errichtet wurden, der Großteil der Strecke aber im Tunnel verläuft. Der einzige Betriebshof liegt ebenerdig am südlichen Linienende. Baubeginn war im Dezember 1968. Sie ging als erste in Betrieb, als am 14. September 1974 das südliche Teilstück von Jabaquara bis Vila Mariana eröffnet wurde. Dem folgte 1975 der zentrale Abschnitt bis Santana und 1998 wurde die Linie nördlich bis Tucuruví erweitert. Ein ursprünglich geplanter Abzweig von Paraíso nach Moema wurde nicht verwirklicht.
Linie 2 500px|rahmenlos|links Die Linie 2 wurde 1991 zwischen den Stationen Paraiso und Consolação in Betrieb genommen. 1992 kamen die Stationen Ana Rosa und Clínicas dazu. Im Jahr 1998 wurde die Linie bis Vila Madalena erweitert, im April 2006 folgte das kurze Stück bis Santos-Imigrantes und im Juni 2007 die Station Ipiranga. Der folgende Abschnitt mit drei Stationen sollte ursprünglich 2009 vollständig in Betrieb gehen. Er wurde dann aber erst 2010 im Januar bis Sacomã und im August bis Vila Prudente in Betrieb genommen. Im November wurde auch die dazwischen liegende Station Tamanduateí eröffnet. In Vila Prudente schließt seit Dezember 2014 die Linie 15 an, eine Einschienenbahn.
Linie 3 Die Linie 3 ist eine durchgehend zweigleisige West-Ost-Durchmesserlinie, bei der nur fünf Stationen im Abschnitt Marechal Deodoro–Sé im Tunnel liegen. Anschließend folgt ein lange ebenerdige Strecke, bevor die letzte Station Corinthians-Itaquera in Hochlage erreicht wird. Ein ebenerdiges Zugdepot befindet sich auf halber Strecke nahe der Station Belém, der gleichfalls ebenerdig liegende Hauptbetriebshof befindet sich am östlichen Ende der Linie. Sie wurde 1979 mit einem ersten Teilstück zwischen Sé und Brás eröffnet. Bis Ende 1988 folgte der Ausbau bis zu den heutigen Endstationen Barra Funda und Itaquera-Corinthians. Die Linie gilt als fertiggestellt.
Linie 4 mini|Ein Eingang der Station Higienópolis-Mackenzie Baubeginn der Linie 4 war Ende 2004 und der erste Abschnitt wurde am 25. Mai 2010 eingeweiht. Zu Beginn waren nur die Stationen Paulista und Faria Lima fertig, und die Linie wurde lediglich montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr betrieben. Im Jahr 2011 wurden auch die Stationen Butantã, Pinheiros, República und Luz sukzessive in Betrieb genommen. Auch die Betriebszeiten wurden nach und nach erweitert, und ab Oktober verkehrten die Züge täglich. Die restlichen fünf, Higienópolis, Oscar Freire, Fradique Coutinho, Morumbi und Vila Sônia, sollten bis 2012 fertiggestellt sein, was sich jedoch verzögerte. 2014 wurde dann lediglich Fradique Coutinho eröffnet und 2018 Higienópolis, Oscar Freire und Morumbi. Am 17. Dezember 2021 wurde die Strecke bis zum neuen Endpunkt Vila Sônia eröffnet. Eine Weiterführung bis zur Stadt Taboão da Serra ist zwar seit langem vorgesehen, aber bis jetzt ohne konkrete Planung.
Diese Linie wird von der privaten Gesellschaft ViaQuatro, einer Tochtergesellschaft der Companhia de Concessões Rodoviárias, betrieben.
Linie 5 mini|U-Bahnhof Santa Cruz Die Linie 5 führt von Südwesten kommend durchgehend zweigleisig bis an den südlichen Innenstadtrand. Die Strecke mit den ersten fünf Stationen bis einschließlich Santo Amaro verläuft als Hochbahn, die beiden Betriebshöfe in diesem Abschnitt liegen ebenerdig. Largo Treze ist die erste Tunnelstation, ab dort verläuft die Linie ausschließlich unterirdisch. Der erste Abschnitt Capão Redondo–Largo Treze wurde im Jahr 2002 in Betrieb genommen und mit der Eröffnung der drei Stationen Hospital São Paulo, Santa Cruz und Chácara Klabin am 28. September 2018 vollendet. Damit hat sie jetzt Anschluss an die Linien 1 (Santa Cruz) und 2 (Chácara Klabin). Die Station Campo Belo, die zukünftig eine Verbindung zur Linie 17 herstellen soll, wurde am 8. April 2019 eingeweiht und nahm am 13. ihren vollen Betrieb auf. Offizielle Website des Gouverneurs von São Paulo: Governo entrega estação Campo Belo e conclui ampliação da Linha 5-Lilás (portugiesisch), abgerufen am 25. April 2019
Linie 6 Die vollständig unterirdisch trassierte Linie 6 wurde am 2. Juli 2026 in Betrieb genommen und führt derzeit von der Station Perdizes in Richtung Norden bis zur Station João Paulo I, wobei an der Station Água Branca Anschluss zur Linie 7 der CPTM besteht. Im Endausbau ist vorgesehen, dass die Strecke in Richtung Norden bis nach Velha Campinas und in Süden bis nach São Carlos verlängert wird.
Betreiber der Linie ist die private Gesellschaft Linha Universidade, welche eine Tochtergesellschaft von Acciona ist.
Linie 15 mini|Linie 15 – die erste Einschienenbahn Brasiliens Die Linie 15 ist eine Einschienenbahn und seit dem 30. August 2014 in Betrieb. Allerdings war die erste Teilstrecke nur 2,6 km lang, mit lediglich den zwei Stationen Vila Prudente und Oratório. Eine erste Verlängerung wurde 2018 mit den Stationen São Lucas, Camilo Haddad, Vila Tolstói nach Vila União in Betrieb genommen. Zwei weitere Teilstücke kamen 2019 dazu, im August bis Jardim Planalto sowie im Dezember über Jardim Planalto, Sapopemba und Fazenda da Juta bis São Mateus. Ursprünglich sollte das bereits im Juni 2018 geschehen. Am 29. Dezember 2021 wurde dann die Verlängerung bis Jardim Colonial eröffnet.
Im Endausbau – ursprünglich für 2021 vorgesehen – sollte die Linie eine Länge von 26,6 km haben und Ipiranga mit der Station Hospital Cidade Tiradentes verbinden. Metro-report.com vom 7. April 2018: São Paulo Line 15 extended (englisch), abgerufen am 16. April 2018
Linie 17 mini|Baustelle der Linie 17 in der Avenida Jornalista Roberto Marinho im Februar 2015 Die Linie 17 ist die zweite Einschienenbahnlinie und verbindet in einer ersten Phase mit 8 Stationen über 7,7 Kilometer Strecke die Station Morumbi an der U-Bahn-Linie 9 mit der Station Washington Luís nahe dem Betriebswerk und Zugdepot. Außerdem gibt es einen kurzen Abzweig mit einer Station Aeroporto de Congonhas. An der Station Campo Belo besteht des Weiteren ein Übergang zur Linie 5 der Metro.
Ursprünglich war die Fertigstellung der Strecke für 2014 geplant, dann gab es eine mehrjährige Unterbrechung der Bauarbeiten, die erst 2020 wieder aufgenommen wurden. Im Juli 2023 war eine Eröffnung der Linie im Jahr 2025 geplant, im September 2025 wurde die Inbetriebnahme auf April 2026 verschoben und es wurden dem Baukonsortium Agis weitere 29,7 Millionen Real bewilligt. Damit stiegen die Gesamtbaukosten auf 672,1 Millionen Real (107,4 Millionen Euro). Die Linie ging am 31. März 2026 in den öffentlichen Testbetrieb, allerdings vorerst ohne die Station Washington Luís. Diese achte Station und die volle Betriebsfähigkeit der Gesamtstrecke sollten binnen drei Monaten erreicht werden und am 30. Juni des Jahres eröffnete die Station.
Nachdem das malaysische Unternehmen Scomi Rail, bei dem zehn fünfteilige Züge bestellt wurden, das Rollmaterial nicht geliefert hatte, wurde 2019 der Vertrag gekündigt. Nach einer Kurzausschreibung erfolgte die Neuvergabe an BYD, die ihre Einschienenbahnplattform »SkyRail« um eine fünfteilige Zuggarnitur für São Paulo erweitert. Am 14. Januar 2020 wurde der neue Liefervertrag unterzeichnet und eine Fertigstellung für 2021 oder 2022 angestrebt. Tatsächlich erreichte die erste von 14 Zuggarnituren erst Ende Juni 2024 den Hafen von Santos.
Škoda Electric lieferte die elektrische Ausrüstung. Metro-report.com vom 15. November 2016 (englisch), abgerufen am 24. April 2016
Anbindung an das weitere Bahn- und Busnetz Das U-Bahn-Netz ist an vielen Stellen mit dem Netz der CPTM verbunden, die wie eine S-Bahn betrieben wird. Im Süden schließt sich das Busnetz der EMTU an. Dessen Fahrzeuge verkehren zum Teil als Oberleitungsbusse auf eigenen Busstraßen. Die Linie 9 (Osasco–Grajaú) von CPTM gilt als eine an der Oberfläche verlaufende U-Bahn-Linie.
Zukünftige Entwicklung In Bau befindliche Linien Linie Strecke Gepl. Eröffnung Länge Stationen Linie 2 (Verlängerung) Vila Prudente – Penha 2027/2028 8,3 km 8 Linie 6 Brasilândia – São Joaquim 2026/2027 15,3 km 15 Linie 15 (Verlängerung) Jardim Colonial – Jacu-Pêssego 2027 3,5 km 2 Linie 15 (Verlängerung) Ipiranga – Vila Prudente 2027 1,8 km 1 Stand: September 2025
Linie 2 500px|rahmenlos|links|Die Linie 2 mit der Verlängerung nach Penha Der Arbeitsauftrag für den Beginn der Arbeiten am Abschnitt Vila Prudente–Penha wurde am 17. Januar 2020 erteilt. Mit einer Länge von 8,3 Kilometern und 8 Stationen war die Frist für die Fertigstellung dieses Abschnitts Mitte 2026, ein Jahr später als ursprünglich geplant. Anschließend sollte die Fertigstellungsfrist für den Abschnitt Vila Prudente–Vila Formosa auf Mitte 2025 vorgezogen werden, während für den Abschnitt Vila Formosa–Penha mit einem für 2026 geplanten Fertigstellungstermin gerechnet wurde. Im September 2025 wurde dem Baukonsortium weitere 62,7 Millionen Reals bewilligt, sodass die Gesamtbaukosten mit dieser Vertragsänderung auf 687,9 Millionen Reals, umgerechnet 109,9 Millionen Euro, steigen. Zudem wurde die Inbetriebnahme auf 2027 oder 2028 verschoben.
Linie 6