Der Georgsbrunnen – mitunter St.-Georg-Brunnen genannt – ist ein Brunnen am südwestlichen Rand des Marktplatzes der Stadt Heide im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein. Er erinnert an die Geschichte der Bauernrepublik Dithmarschen, die zwischen 1447 und 1559 existierte, und stellt diese in Form von Bronzereliefs dar.
Lage und Baugeschichte Der Brunnen wurde 1989 von dem Bildhauer Siegfried Assmann aus Hamburg entworfen und in der Südwest-Ecke des Heider Marktplatzes errichtet. In unmittelbarer Nähe stehen die Kirche St. Jürgen und das Dreetörnhus. Unweit befindet sich auch das Alte Pastorat.
2016 gab es Bestrebungen den Brunnen zu verlegen. Diese Idee wurde allerdings im selben Jahr wieder verworfen.
Aussehen und Architektur mini|Detailaufnahme Der Brunnen wurde aus Bronze gefertigt und ist insgesamt fünf Meter hoch. Er besteht aus zwei Teilen:
Aus der Mitte ragt eine ca. 3 m hohe Säule empor. Auf ihrer Spitze befindet sich eine Statue des Heiligen Georg. Dieser im Norden auch Jürgen genannte Patron der Heider Stadtkirche und Schutzpatron des Kreises Dithmarschen wird gemäß der traditionellen Ikonographie als Drachentöter dargestellt. Dabei richtet sich die Darstellung des Heiligen an der Darstellung im Wappen der Stadt Heide aus: Der Drache liegt besiegt mit gebeugtem Rücken unter dem Drachentöter Georg, welcher ihm seine lange Lanze ins Maul stößt. Hierbei soll Georg die Dithmarscher symbolisieren, die über die durch den Drachen allegorisierten Dänen siegten.
Die Säule wird von einem Metallring aus acht oktogonalen Platten umrundet, auf denen in Form von Reliefs bedeutende Szenen aus der Geschichte von Dithmarschen gezeigt werden, wobei ein Schwerpunkt auf die Zeit der Bauernrepublik zwischen 1447 und 1559 gesetzt wurde. Daneben wird an Klaus Groth und das Hohnbeer-Fest erinnert. Bis auf zwei Bilder sind alle jeweils mit einer oder mehreren Jahreszahlen verknüpft. Zusätzlich stehen Erläuterungen, teilweise auf Plattdeutsch, auf den Platten. Die untenstehende Tabelle führt alle Platten auf und erklärt, was jeweils dargestellt ist: Darstellung auf der Platte Text Jahreszahl Bild Wappen der Städte Heide und Hamburg in Erinnerung an den Vertrag mit der HansestadtVERTRAG HANSE STADT HAMBURG UP DE HEIDE THO RUSDORPE 1434300pxAchtundvierziger auf dem Heider Marktfrieden, Heider Marktplatz und Kirche St. Jürgen REGIERUNG DER 48-ER 1447–1559300px historische Karten von Dithmarschen mit den fünf sogenannten Kirchspiellandsgemeinden Westerdövd, Österdövd, Meldorpdövd, Strandmannsdövd und Middeldövd geographisch eingeordnet, die beiden Städte Heide und Meldorf sind mit einem Nagel markiertREPUBLICA DITHMARSIA1447–1559300px Sieg durch Wulf Isebrand in der Schlacht bei HemmingstedtSIEG IN HEMMINGSTEDT WAHR DI GARR DE BUA KOMT1500300px Reformation in Dithmarschen: der Reformator Heinrich von Zütphen wird auf dem Heider Marktplatz auf einem Wagenrad gefoltert REFORMATION1524300pxLetzte Fehde von 1559LETZTE FEYDE1559 Klaus Groth mit Lebensdaten und Windmühle im HintergrundKLAUS GROTH MIN MÖDERSPAK WA KLINGST DU, WA BUST DU MI VERTRUT 1819–1899300pxHohnbeer-Fest mit traditionellem Hahnsymbol HAHNBEEIR NORDEREG ÖSTEREGG SÜDEREGG1851300px
Trivia
Der plattdeutsche Spruch „WAHR DI GARR DE BUR KOMT“ auf einer der oktogonalen Platten des Brunnens bedeutet übersetzt „Nimm dich in Acht, Garde, der Bauer kommt“. Er taucht wortgleich auch auf dem Denkmal auf der Dusenddüwelswarf auf, das an die Schlacht bei Hemmingstedt erinnert. Dieser Spruch, der im heutigen Dithmarscher Platt "Woor di, Goor, de Buur, de kump!" ausgesprochen wird, soll der Überlieferung nach der Kampfruf der Dithmarscher als Antwort auf den Kampfruf "Wahr di, Bur, de Garde komt" der Schwarzen Garde gewesen sein.
Weblinks
Erläuterung der Platten des Georgsbrunnens (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Heide (Holstein) Heide Kategorie:Erbaut 1989 Heide Heide